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Jens Ehrhardt: "Es ist genug Geld zum Investieren da"

Der Gründer des Vermögensverwalters DJE bleibt optimistisch, was die Entwicklung an den Börsen angeht. Wie 2017 sieht er jedoch Gefahren auf politischer Ebene: Die Italien-Wahl könnte Anlegern einen Strich durch die Rechnung machen, warnte er auf dem FONDS professionell KONGRESS in Mannheim.

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"Die Wahlen in Italien im März könnten dem Aufschwung einen Dämpfer verpassen."
© Christoph Hemmerich / FONDS professionell

Jens Erhardt, Gründer und Vorstandsvorsitzender der DJE Kapital, ist Optimist – eigentlich. Er geht davon aus, dass 2018 ebenso wie 2017 ein grundsätzlich gutes Jahr für Aktienanleger wird – allerdings herausfordernder. "Man muss sehr auf die verschiedenen Branchen schauen, da nicht alle gut laufen werden", so Ehrhardt. Seine Einschätzung begründet er mit einer Vielzahl an Daten und Auswertungen.

Ein wichtiges, generelles Argument für seine Sicht ist, dass sich die großen Aktienindizes der Welt in den vergangenen Jahren zwar gut entwickelt hätten – aber nicht zu gut. "Aktien sind nicht zu teuer, sie können noch nach oben ausbrechen", so der Experte.

US-Aktien nicht billig
Im Stakkato wechselte der DJE-Chef dann zum US-Aktienmarkt, den er ausführlich unter die Lupe nahm. Insgesamt schätzt er die Aussichten positiv ein, aber nicht unkritisch: So seien die Kurs-Gewinn-Verhältnisse der US-Werte global gesehen vergleichsweise hoch. "Ein Problem der Aktien ist, dass sie höher bewertet werden, als die Gewinndynamik der Unternehmen es rechtfertigt."

Auf der Haben-Seite verbucht Ehrhardt die Geldmenge. "Es ist genug Geld zum Investieren da." Weiter geben die Konjunkturdaten Anlass zur Freude. Die US-Wirtschaft profitiere vom boomenden Binnenkonsum, wenngleich vieles davon auf Pump finanziert ist. Auch das Bevölkerungswachstum in den Vereinigten Staaten halte an, was sich ebenfalls positiv auf die Konjunktur auswirken sollte: "Produkt-Wachstum plus Bevölkerungswachstum ist gleich Konjunktur", fasst er zusammen.

Skeptischer betrachtet er dagegen die Entwicklung der Zinsen. Wenn diese zu rasch steigen, könnte das die Entwicklung der Aktienkurse dämpfen. Allerdings schränkt er selbst ein, dass er eine rasche Zinswende in absehbarer Zeit nicht sehe. Als Begründung führt Ehrhardt aus, dass es keine Überhitzung am Arbeitsmarkt gebe – es existieren noch genügend Personen, die in Lohn und Brot treten könnten. Daher seien auch keine Lohnerhöhungen zu erwarten und damit auch kein Anstieg der Inflation. Und vor allem ein Wiederaufflammen der Teuerung wäre Anlass für Zinserhöhungen.

Gefahr aus Italien
Natürlich hatte Ehrhardt auch einiges zum deutschen Aktienmarkt zu sagen: Für eine Fortsetzung der Hausse sprechen nach seinen Ausführungen drei Punkte: Zum einen sind die Dividendenrenditen höher als die Realzinsen, was Aktieninvestments immer begünstige. Zum anderen ist der Ausblick des Ifo-Geschäftsklimaindex positiv. Und nicht zuletzt sei auch die Geldmenge in Europa groß genug.

Dann schob er ein großes "Aber" hinterher: "Die Wahlen in Italien im März könnten dem Aufschwung einen Dämpfer verpassen." Laut Ehrhardt haben die rechtsgerichteten Parteien gute Chancen, die Wahl auf der Apennin-Halbinsel zu gewinnen. "Und das könnte eine Volksbefragung über einen EU-Austritt nach sich ziehen." Dagegen seien die Urnengänge in Frankreich, den Niederlanden und auch der Brexit "No Events" gewesen.  (jb)

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