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Jens Ehrhardt: "Börse hat andere Regeln als 'Fridays for Future'"

Die Finanzmärkte scheren sich wenig um Nettigkeit, sagt der Gründer von DJE Kapital. Seiner Ansicht nach sollten Investoren deshalb darauf hoffen, dass US-Präsident Donald Trump wiedergewählt wird.

Dr. Jens Ehrhardt, Gründer und Vorsitzender des Vorstands von DJE Kapital:
Dr. Jens Ehrhardt, Gründer und Vorsitzender des Vorstands von DJE Kapital
© DJE Kapital

Eine Abwahl Donald Trumps und ein demokratischer Präsident Joe Boden wäre nicht unbedingt ideal für Aktieninvestoren meint Dr. Jens Ehrhardt, Chef der Investmentboutique DJE Kapital. "Man darf sich da nichts vormachen: Nur weil Trumps Kontrahent Joe Biden wohl ein besserer Mensch ist, wäre seine Wahl für die Märkte nicht automatisch eine gute Nachricht", erklärt er im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS). "An der Börse gelten eben andere Regeln als bei 'Fridays for Future'."

Sollte Donald Trump bei der Wahl Anfang November im Amt bestätigt werden, wäre das umgekehrt nicht automatisch ein Risiko für die Finanzmärkte, so der renommierte Vermögensverwalter – eher im Gegenteil. "Das ist den Menschen hierzulande nur schwer zu vermitteln, aber amerikanische Anleger haben ein Faible für Trump", erläutert Ehrhardt. "Aus ihrer Sicht ist er derjenige, der durch Steuersenkungen den Menschen zu mehr Geld in der Tasche verholfen hat und der manch strenge Finanzmarktregel wieder eingeschränkt hat." Unter wohlhabenden US-Anlegern hat Trump deshalb viele Fans.

Die Rally ist noch nicht vorbei
Insgesamt geht der DJE-Gründer davon aus, dass die Aktienkurse noch Luft nach oben haben. "Ich bin kein Hellseher. Aber ich erwarte, dass der Dax in absehbarer Zeit die Marke von 16.000 Punkten übertreffen wird", sagt er im FAS-Interview. Im Gegensatz zu manch anderem Investmentexperten ist Ehrhardt nicht der Ansicht, dass sich die Aktienkurse von der Realwirtschaft entkoppelt haben. "Es gibt doch überall ermutigende Signale, dass die Unternehmen mit der Krise besser zurechtkommen als befürchtet", sagt er – und zeigt sich kompromisslos optimistisch: "Die Kurse werden weiter zulegen."

Der Börsencrash vom Frühjahr konnte Ehrhardt nach eigener Aussage nicht erschüttern. "Die Schreckensszenarien, die sogenannte Crash-Propheten seit Jahren werbewirksam verkaufen, habe ich nie für realistisch gehalten", betont er. Die beispiellosen Hilfspakete von Regierungen und Notenbanken hätten ihn rasch an eine massive Börsenerholung glauben lassen.

Keine Blase bei Tech-Titeln
Sogar bei Technologieaktien dürfte es weiter aufwärts gehen, prophezeit der Star-Manager. Eine Blase sieht er in diesem Marktsegment nicht. "Die Firmen machen nicht einfach nur Gewinne, sondern sie sind in ihren jeweiligen Geschäftsbereichen gewissermaßen Monopolisten", sagt er in der FAS. "Sie verdienen also wahnsinnig viel Geld." Daran werde sich so bald auch kaum etwas ändern – was trotz zwischenzeitlicher Schwankungen weiterhin für Technologieaktien spreche. (fp)

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