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Jean-Marie Mercadal, OFI AM: Profis dürften mehr ins Risiko gehen

Nach Einschätzung des Anlagechefs von OFI Asset Management würden professionelle Anleger in den nächsten Monaten bei ihren Investments eine höhere Risikoneigung zeigen. Dieser „Kaufdruck“ sollte vor allem die Aktienmärkte beflügeln.

Jean-Marie Mercadal, CIO beim französischen Asset Manager OFI
Jean-Marie Mercadal, CIO beim französischen Asset Manager OFI
© Axel Gaube / Institutional Money

Neues Jahr, neues Spiel, neues Glück: Die Märkte werden Investoren auch 2020 wieder in Atem halten, meint der französische Vermögensverwalter OFI Asset Management. Dessen Anlagechef Jean-Marie Mercadal geht davon aus, dass es 2020 keine Rezession geben wird. Die Weltwirtschaft befinde sich vielmehr im historisch gesehen längsten Zyklus mit stetigem, wenn auch schwachem Wachstum. Vor diesem Hintergrund einer besseren Planbarkeit und den Erfahrungen aus dem letzten Jahr dürften professionelle Anleger nach Ansicht Mercadals in den nächsten Monaten bei ihrer Kapitalallokation mehr ins Risiko gehen, obwohl das Timing nicht das Beste sei. „2019 haben viele den Aufschwung an den Aktienmärkten verpasst, weil sie aufgrund der vielschichtigen Unabwägbarkeiten (Handelskonflikt, FED-Geldpolitik und Furcht vor weltweiter Rezession) zu defensiv aufgestellt waren. Diesen Fehler wollen sie 2020 nicht wiederholen“, erklärt Mercadal.

Rücksetzer kaufen
Nach Ansicht Mercadals seien Aktien im Vergleich zu den anderen Hauptanlageklassen nach wie vor der Renditebringer. Er empfiehlt Anlegern deshalb zu investieren, aber mit dem Kauf bis zur nächsten Marktkorrektur zu warten. Internationale Aktien sollten gut abschneiden, aber es könnte sich als noch vorteilhafter erweisen, europäische Micro Caps oder Value-Titel zu kaufen. Auch lokale chinesische Aktien sind interessant. Im Falle eines kurzen Rückgangs, der wahrscheinlich bald eintreten wird, bieten jedoch grundsätzlich alle Märkte wieder Chancen.

Finger weg von „sicheren“ Staatsanleihen
Auf der Rentenseite sollten Anleger die Finger von Staatsanleihen lassen. Anleihen aus Schwellenländern sind Sicht Mercadals dagegen attraktiv. Sie könnten je nach Land zwischen vier und sechs Prozent erzielen: beispielsweise in Lateinamerika, vor allem in Mexiko. Der Peso erscheint billig, und die Renditen liegen nahe bei 6,8 Prozent. Generell erscheinen Mercadal insbesondere Schwellenländeranleihen in lokaler Währung günstig.

„Auch sollten Anleger Gold als Absicherung für ihr Portfolio im Falle einer steigenden Inflation in Betracht ziehen. In US-Dollar ist der Goldpreis immer noch ziemlich günstig und könnte in den nächsten fünf Jahren auf 1.600 bis 1.800 US-Dollar steigen“, erklärt Mercadal abschließend. (aa)

 

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