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Jean-Jacques Durand, EdRAM: „China nimmt die Opferrolle ein"

Jean-Jacques Durand, Head of Emerging Debt Total Return und leitender Fondsmanager des Edmond de Rothschild Fund Emerging Bonds bei Edmond de Rothschild Asset Management, analysiert die derzeitige Situation im Handelskrieg.

Jean-Jacques Durand, Edmond de Rothschild Asset Management
Jean-Jacques Durand, Edmond de Rothschild Asset Management
© EdRAM

„Die Währung ist eines der wichtigsten Instrumente, mit denen die chinesische Regierung auf den zunehmenden Druck der USA reagieren kann. Direkte Maßnahmen gegen US-Unternehmen in China könnten das Land in puncto Arbeitslosigkeit und soziale Stabilität stärker belasten. Insbesondere jetzt, in einer Zeit, in der sich die Wirtschaft verlangsamt und die Machtkonzentration, die Xi Jinping vor einigen Jahren eingeleitet hat, innerhalb und außerhalb Chinas sowie in Hongkong in Frage gestellt wird", erläutert Jean-Jacques Durand, Head of Emerging Debt Total Return und leitender Fondsmanager des Edmond de Rothschild Fund Emerging Bonds bei Edmond de Rothschild Asset Management (EdRAM), der in der letzten Printausgabe von "Institutional Money" für ein Interview zur Verfügung stand: »Die größte Gefahr ist China«

Zweischneidiges Schwert
Es sei nach Ansicht Durands jedoch ein zweischneidiges Schwert, da die Situation auch Instabilität bringen und die Kapitalflucht beschleunigen kann, während China von einer Leistungsbilanzüberschusswirtschaft zu einer Wirtschaft mit Defiziten übergegangen ist.

Nach den Erfahrungen vom Sommer 2015, als ein ähnlicher Schritt verheerende Auswirkungen auf die chinesischen Märkte hatte und zu massiver Kapitalflucht führte, haben die Behörden die Daumenschrauben mit verschiedenen Kontrollen und administrativen Barrieren angezogen, um solche Ereignisse zu verhindern. Nur die Zukunft werde laut Durand zeigen, ob China in der Lage sein wird, diese Entwicklung langfristig zu kontrollieren, da es keine echten Wirtschaftsreformen und neuen Handelsregeln gibt. Das ist genau ein Teil der Forderungen der USA.

Ein wichtiger Punkt, den es Durands Ansicht zu berücksichtigen gelte, sei, dass beide Tagesordnungen in Washington DC und Peking von innenpolitischen Überlegungen und nationalistischen Impulsen bestimmt werden, um Unterstützung zu gewinnen und die eigene Macht zu festigen. "Es ist offensichtlich, dass China die Opferrolle gerne einnimmt, was innerhalb eines großen Teils der Bevölkerung zu funktionieren scheint. Das verspricht nichts Gutes für ein kurzfristiges Ende der Konfrontation", warnt Durand. (aa)

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