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Entdecken Japaner jetzt ihre Liebe zu italienischen Staatsanleihen?

Japanische Fonds werden wohl stärker auf risikoreichere italienische Staatsanleihen setzen, erwartet Mitsubishi UFJ Kokusai Asset Management. Das Haus verweist auf weltweit fallende Bond-Renditen sowie -Tilgungen in Milliardenhöhe, die dazu führen, dass japanische Investoren in Cash schwimmen.

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© Alexander Sanchez / stock.adobe.com

“Viele japanische Investoren haben es in diesem Jahr schwer, denn sie sitzen auf Bergen von Cash“, sagte Tetsuya Michishita, Deputy General Manager und Chef-Fondsmanager bei MUFJ Kokusai gegenüber Bloomberg. "Auf der Jagd nach höheren Renditen müssen sie unter Umständen darüber nachdenken, ob sie nicht Geld in italienische Anleihen stecken sollten.”

Tilgungen wollen untergebracht werden
Michishita schätzt, dass bis zu 34 Billionen Yen (279 Milliarden Euro) von den Tilgungserlösen in ausländische Bonds fließen könnten. Dabei ist Italien mit seinen hohen Renditen attraktiv, insbesondere nachdem die Benchmark-Renditen in Frankreich - dem Top-Anlageziel für japanische Fonds in Europa - erstmals unter Null gefallen sind. Auslöser dafür waren die dovishen Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi am Dienstag.

Italien im Vorteil bei der Jagd nach japanischen Geldern 
Früher waren französische Staatsanleihen von japanischen Großanlegern gesucht, jetzt dürfte Italien die Nase vorn haben. Die Grafik zeigt einen Vergleich der in Yen gehedgten Renditen verschiedener europäischer Staatsanleihen.

Renditerückgang setzte sich am Donnerstag fort
US-Treasuries führten eine globale Bond-Rallye an, nachdem die Fed Bereitschaft zur Zinssenkung signalisierte. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries sank im asiatischen Handel sogar um bis zu fünf Basispunkte auf 1,9719 Prozent, während ähnliche Benchmarks in Australien und Neuseeland auf neue Rekordtiefstände fielen.

Das Bild aus Sicht eines japanischen Investors
Zehnjährige italienische Anleihen zahlen japanischen Anlegern auf währungsgesicherter Basis 2,24 Prozent, basierend auf den Kursen von Mittwoch, gegenüber 0,53 Prozent für Anleihen ähnlicher Laufzeit in Spanien und 0,18 Prozent in Frankreich. Die japanische Benchmark-Rendite liegt seit Anfang März unter Null und sank am Donnerstag auf ein neues Drei-Jahres-Tief von minus 0,16 Prozent.

Japaner brauchen mehr Risikoappetit, wenn sie Rendite wollen
Angesichts des Renditeeinbruchs sind die normalerweise recht konservativen japanischen Anleger eher bereit, Risiken einzugehen, um die Rendite zu verbessern. Indes hatten Bedenken in Bezug auf die italienische Wirtschaft und seine populistische Regierung sie in der Vergangenheit davon abgehalten, das Engagement bei BTPs zu erhöhen. Die Fonds des asiatischen Landes gaben in dem im März abgelaufenen Geschäftsjahr nur 198 Milliarden Yen für italienische Anleihen aus. Zum Vergleich: Sie steckten beispiellose 6,6 Billionen Yen in französische Staatspapiere und 887 Milliarden Yen in spanische Bonds.

Starkes Interesse
Einige Vermögensverwalter prognostizieren, dass italienische Bonds mit am stärksten  profitieren dürften, sollte die EZB ihre Anleihekäufe wieder aufnehmen. Derzeit darf die Notenbank nur 33 Prozent des Gesamtvolumens einer Anleiheemission eines Landes kaufen. Laut Citigroup hat sie in Deutschland dieses Niveau bereits erreicht und steht in den Niederlanden kurz davor. In Italien und Frankreich sind es rund 20 Prozent.

Wann bekommen Japaner Appetit auf mehr BTPs?
Nach Angaben des Finanzministeriums werden im Geschäftsjahr bis März 2020 japanische Staatsanleihen im Volumen von 127,8 Billionen Yen fällig. Etwa 34 Billionen Yen dieses Volumens entfällt laut Michishita auf 10- bis 20-jährige Papiere mit einem durchschnittlichen Kupon von etwa 1,5 Prozent. Japanische Fonds “haben ein starkes Interesse daran, in europäische Anleihen zu investieren, und es gibt Investoren, die möglicherweise in kurzfristige italienische Anleihen investieren möchten”, sagte Michishita von MUFJ Kokusai. “Spanische Rentenfonds werden von unseren Kunden bereits ständig nachgefragt.” (kb)

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