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Japan: Value-Aktien vor dem Turnaround

Für den Chief Portfolio Manager bei Nikko Asset Management bietet Japan, und dort insbesondere Value, Investoren reichlich Kurssteigerungspotenzial. Auch das Thema "Wasserstoff" könnten Anleger über Japan spielen.

Shigeru Aoyagi, Chief Portfolio Manager bei Nikko Asset Management
Shigeru Aoyagi, Nikko Asset Management
© Nikko AM

Japans Aktienmarkt habe den Gipfel noch lange erreicht. Besonders Value-Aktien böten Potenzial, argumentiert Shigeru Aoyagi, Chief Portfolio Manager bei Nikko Asset Management: "Wir glauben, dass eine Trendwende für Value-Anlagen im Gange ist, vor allem ausgelöst durch den Anstieg der langfristigen Zinsen." Aoyagi errinnert daran, dass
in der Vergangenheit Value-Investing in Japan effektiver war als andere Stile. Die letzten zehn Jahren bildeten die Ausnahme: Dank schleppender Konjunktur, einer beispiellos lockeren Geldpolitik und neuer Technologien standen Growth-Aktien im Rampenlicht.

Zykliker sind "the place to be"
Für Aoyagi haben in Japan haben Zykliker (Value-Aktien sind typischerweise zyklisch) reichlich Potenzial: Er begründet dies damit, dass im weltweiten Vergleich Japans Zykliker hinterher hinken. Wenn sie diesen Rückstand aufzuholen beginnen, hätten sie erheblichen Spielraum. 

"Werkzeugmaschinenbestellungen, ein Zyklusindikator, waren zu Beginn der globalen Finanzkrise auf dem Höhepunkt. Zu Beginn der Corona-Pandemie befand sich der Zyklus an seinem Tiefpunkt. Die aufgestaute Nachfrage bietet eine anhaltende Unterstützung für Value-Aktien, sobald die Erholung in Gang kommt", empfiehlt Aoyagi.

Japan wird umgebaut
Daneben sollten die strukturellen Veränderungen in Japan dem Value-Stil längerfristig entgegenkommen. Marktreformen, insbesondere die Neuausrichtung der Tokioter Börse und der Rückgang von Überkreuzbeteiligungen, dürften die Corporate Governance verbessern und damit Werte freisetzen, die bisher niemand auf dem Zettel hatte.

Japans Versuch, auf Wasserstoff umzustellen, um bis 2050 kohlenstoffneutral zu werden, dürfte strukturelle Veränderungen zusätzlich begünstigen. Japanische Unternehmen, die dem Value-Bereich zuzurechnen sind, verfügen über eine Fülle von fortschrittlichen Wasserstoff-Technologien. Einige davon haben mit Autos und Energieinfrastruktur zu tun und sollten von verbesserten wirtschaftlichen Bedingungen profitieren. 

Korrekturen bieten Opportunitäten
Der Anstieg der langfristigen Zinsen sei zwar förderlich für Value-Investments, könnte aber kurzfristig einige Korrekturen am breiteren Aktienmarkt auslösen. "Wir glauben jedoch, dass die lang erwartete Trendwende bei japanischen Aktien gerade erst begonnen hat und jede Korrektur einen Einstiegspunkt in den Markt bieten wird", sagt Aoyagi.

Die Erholung der lange übersehenen Value-Aktien habe ebenfalls gerade erst begonnen, da der Zyklus am Anfang seiner Value-unterstützenden Phase steht. Hinzu kommen laut Aoyagi zahlreiche Katalysatoren, die den Strukturwandel in Japan vorantreiben werden, wie z. B. die weitere Verbesserung der Unternehmensführung und die technologische Umstellung auf Wasserstoff.

Tankan-Bericht veröffentlicht
„Wie im Rest der Welt ist die Stimmung unter den japanischen Großunternehmen seit Dezember deutlich über die Erwartungen der Ökonomen hinaus gestiegen. Allerdings ist sie weitaus weniger überschwänglich als in den USA. Die Situation gleicht eher der in Europa", kommentiert John Vail, Chief Global Strategist bei Nikko Asset Management, den jüngsten Tankan-Bericht der japanischen Notenbank.

Sowohl Japan als auch Europa hatten bis März mit Gegenwind zu kämpfen. In den kommenden Quartalen dürfte es aber zu einer raschen Verbesserung kommen, auch wenn diese durch die Engpässe in der Automobilzulieferindustrie etwas gebremst wird.

„Die Stimmung der kleinen Unternehmen verbesserte sich von einem sehr niedrigen Niveau, blieb aber sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor recht niedrig. Dies ist zum Teil auf die Corona-Beschränkungen zurückzuführen, die den Dienstleistungssektor sehr hart treffen, und auch darauf, dass viele Unternehmen nicht in der Lage sind, effektiv auf Heimarbeit zu setzen", sagt Vail. (aa)

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