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Japan gewinnt deutlich an Attraktivität

An Japans Wirtschaft scheiden sich die Geister: Für die einen steht das Land der aufgehenden Sonne durch Überalterung, Verschuldung und weitgehend abgeschottete Strukturen praktisch durchgängig vor dem Kollaps. Für andere ist der fernöstliche Inselstaat eine wieder aufstrebende Wirtschaftsmacht.

Richard Kaye, Portfoliomanager bei der Fondsgesellschaft Comgest.
Richard Kaye (Bild), Portfoliomanager des Comgest Growth Japan bei der internationalen Fondsgesellschaft Comgest, sieht mit Blick auf die anhaltenden strukturellen Veränderungen bei japanischen Unternehmen attraktive Anlagechancen.
© Comgest

Denn die jüngere konjunkturelle Entwicklung wird vor allem von  exportstarken und innovativen Unternehmen getragen.

Institutionelle Anleger kehren an ihren Heimatmarkt zurück
Trotz der geopolitischen Rahmenbedingungen, deren weitere Entwicklung nach wie vor ungewiss bleibt, da der Handelsstreit zwischen den USA und China jüngst wieder an Dynamik gewonnen hat, konnte der Comgest Growth Japan zu einer recht stabilen Outperformance zurückkehren. Aus Sicht von Comgest spiegelt sich darin die wachsende Vorliebe des Marktes für Qualität wider, wie sich an der zunehmenden Zahl japanischer institutioneller Anleger ablesen lässt, die mit Fokus auf Qualitätswachstum (Kapitalrendite und Aktionärsbeteiligung) an den heimischen Aktienmarkt zurückkehren. Hinzu kommt die zunehmende Markteffizienz, in der sich die guten Fundamentaldaten auf Unternehmensebene widerspiegeln.

Hochwertige Qualitätsaktien in Japan locken wieder Institutionelle an
Viele Marktteilnehmer haben bereits vergessen, dass die wirtschaftliche Entwicklung in Japan unter den Industriemärkten einzigartig war. Nur hier verkauften heimische institutionelle Anleger im großen Stil Japan-Aktien im Zuge der Auflösung von Überkreuzbeteiligungen durch Banken und der Entflechtung von Konglomeraten. Pensionsfonds entwickelten deshalb eine besondere Vorliebe für Rentenpapiere. Da jedoch die Rentner, deren Anzahl in Japan rapide steigt, reale Renditen verlangen, sehen sich Pensionsfonds gezwungen, mehr Risiko einzugehen. Gerade rechtzeitig wachsen die Gewinne japanischer Unternehmen wieder, die zudem mehr auf die Interessen ihrer Aktionäre achten.

Japan ist mehr als High-Tech
Es ist bekannt, dass Japan hochwertige Wachstumsunternehmen aus High-Tech-Segmenten wie etwa Robotik und Sensorik bietet, zu denen Fanuc und Keyence gehören. Neu ist hingegen, dass asiatische Konsumenten Japan immer öfter als Heimat von Lifestyle-Marken wahrnehmen, die gerade Anlegern mit Fokus auf Qualitätswachstum attraktive Chancen bieten.

Hierzu zählt beispielsweise der japanische Kosmetikhersteller Kose, der erst jüngst für Südkorea eine Umsatzprognose von plus 20 bis 30 Prozent herausgegeben hat, während das weitere Wachstum in Japan bei rund drei Prozent gegenüber sechs Prozent zwischen 2016 bis 2017 liegt. Mit der Marke Decorte, deren Markt sich bisher überwiegend auf Asien konzentriert, möchte das Unternehmen seine Präsenz in Nordamerika und Europa ausbauen. Die Marke Tarte wird dagegen bereits in 50 Läden in Frankreich zum Verkauf angeboten, wo 250 der 340 Filialen der Kosmetikkette Sephora langfristig als Verkaufsstellen anvisiert werden. Zudem ist Tarte seit März eine der meistverkauften Marken der französischen Kosmetikkette.

Weiterhin bestätigte M3, ein führendes Unternehmen im Bereich der medizinischen Information, das weitere Wachstum seiner Produktpalette. In Asien wächst der Umsatz um 40 bis 50 Prozent bei einem Wachstum im Bereich Evidence Solution von weiterhin siebeb Prozent. Die Projektdynamik bleibt stark, und M3 will sein Arzt- und Krankenhausnetzwerk besser nutzen, indem es elektronische Krankenaktendienste aufbaut. Im überlaufenen IT-Sektor Japans fällt dagegen der Business-Software-Anbieter Obic durch seine steigenden Bewertungskennzahlen auf. Darin kommt die Wachstumsbeschleunigung zum Ausdruck, da seine Kunden ihre Arbeitsabläufe neu ordnen und ihre Vertragsgestaltung verschärfen.

Breiter Konsens über den politischen Kurs
Japan profitiert von einem politischen Umfeld, das stabiler ist als in vielen anderen Industrieländern. Europa etwa muss sich mit Fragen zu seiner Zukunft auseinandersetzen, während in Amerika der nächste Präsidentschaftswahlkampf bevorsteht. Ganz gleich, ob alle Maßnahmen der Abenomics-Reform unter dem japanischen Premierminister Shinzo Abe umgesetzt werden: Inhaber japanischer Aktien wissen zumindest, dass die politische Führung auf ihrer Seite ist. Selbst wenn das Führungspersonal des Landes wechseln sollte, scheint die Richtung Japans vorgegeben, weil es einen breiten Konsens über den aktuellen politischen Kurs gibt.

Daten aus rund zwanzig Jahren belegen: Die Aufschläge sind durch im Vergleich zum Markt bzw. Branchendurchschnitt höhere Gewinne und Kapitalrenditen gerechtfertigt. Der Gewinnausblick für die nächsten fünf Jahre stimmt Comgest zuversichtlich, dass das überdurchschnittliche Wachstum anhält.

Gute Aussichten für Investoren
Mit Japans spezieller Marktstruktur gehen besondere Chancen für Comgests Portfolio einher. Portfoliomanager Richard Kaye: "Erstens mangelt es an fundiertem Research. Zweitens haben japanische Anleger heimische Aktien jahrelang gemieden und kehren erst jetzt allmählich an den Markt zurück. Drittens mussten Firmen zum Überleben mangels Ressourcen und angesichts der chaotischen Politik der Vergangenheit zwangsläufig einzigartige Geschäftsmodelle entwickeln. Das kommt uns gelegen, denn wir verfügen unter den ausländischen Vermögensverwaltern über eine der längsten Erfahrungen an Japans Aktienmarkt. Die auf langfristige Erträge bedachten, zurückkehrenden japanischen Anleger bevorzugen in gewissem Maße ähnliche Anlagekriterien wie wir. Und viele japanische Unternehmen erfüllen inzwischen die von uns vorausgesetzten Qualitätswachstumskriterien." (kb)

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