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Janus Henderson prognostiziert Dividendenrückgang um zirka 35 Prozent

Die weltweit tätige Vermögensverwaltungsgesellschaft Janus Henderson Investors gibt seit 2014 vierteljährlich die Dividendenstudie „Janus Henderson Global Dividend Index“ heraus. Je nach Szenario könnten die Dividenden weltweit um bis zu 35 Prozent zurückgehen.

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​Daniela Brogt, Head of Sales Germany and Austria bei Janus Henderson
© Janus Henderson Investors

Der aktuelle Index bezieht sich auf die Ausschüttungen des ersten Quartals 2020, im Vordergrund stehen aber die erwarteten Auswirkungen der Covid-19-Krise auf die Dividendenentwicklung im weiteren Jahresverlauf.

Wesentlichen Ergebnisse der Studie 
Das 1. Quartal 2020 markiert zwar einen neuerlichen Höchststand des Dividendenindexes, für das weitere Jahr erwartet Janus Henderson aber einen Rückgang der weltweiten Ausschüttungen um 15 Prozent (Best Case) bis 35 Prozent (Worst Case).
- Europa wird dabei nach Ansicht der Experten aller Voraussicht nach am stärksten betroffen sein, vor allem der Hauptdividendenzahler Frankreich, wobei der Dividendenrückgang in Deutschland weniger stark ausfallen dürfte.
- Die Dividenden in Nordamerika werden voraussichtlich weniger stark in Mitleidenschaft gezogen, unter anderem wegen des starken Tech-Sektors.
- In Asien werden die Auswirkungen aufgrund der Saisonalität in diesem Jahr wahrscheinlich ebenfalls moderat ausfallen, dafür aber im nächsten Jahr stärker spürbar werden.

Auf Sektorebene zeigen sich ebenfalls deutliche Unterschiede
Gesundheit, Teile der Lebensmittelbranche und die meisten Basiskonsumgüterwerte sind vergleichsweise sicher, in weiten Teilen des Öl- und Bergbausektors, im weiter gefassten Finanzsektor und im Bausektor stehen die Dividenden eher in Frage. Am stärksten gefährdet sind die Dividenden von Banken, Nicht-Basiskonsumgütern und bestimmte Industriebranchen wie Luft- und Raumfahrt. 

Diversifikation ist Trumpf
Für Investoren zeigt sich daran, wie sehr es auf gute Diversifikation ankommt: Mit der globalen Streuung geht auch eine sehr viel bessere Sektordiversifizierung einher. 

Daniela Brogt, Head of Sales Germany and Austria bei Janus Henderson, erklärt: „Wir stehen voraussichtlich vor einer schweren Rezession. Gleichzeitig hoffen wir angesichts der beispiellosen Unterstützungsmaßnahmen von Regierungen und Zentralbanken auf eine rasche Erholung. Aufgrund des plötzlichen, historisch einmaligen wirtschaftlichen Stillstands in vielen Ländern ist die Aussetzung von Dividenden unvermeidlich. Die im Jahr 2020 für das erste Quartal zur Zahlung vorgesehenen Dividenden wurden bereits ausgeschüttet, sodass das volle Ausmaß des Einbruchs wahrscheinlich erst in den nächsten etwa zwölf Monaten sichtbar wird. Die Änderungen der Dividendenpolitik reflektieren in vielen Fällen, dass es aktuell unmöglich ist vorherzusagen, wann mit einer „Normalisierung“ zu rechnen ist. Ein neuer Faktor ist nun der Zusammenhang zwischen staatlicher Unterstützung und dem Verhalten der Unternehmen. In einigen Fällen stellen Dividendenänderungen und eine gleichzeitige Mäßigung der Gehälter von Führungskräften das Eingeständnis oder die Forderung dar, dass die Aktionäre Teil der gesellschaftlichen Reaktion auf COVID-19 sein sollten. 2019 wurden mehr als zwei Fünftel der Dividenden weltweit von defensiven Sektoren gezahlt, die von der Rezession relativ verschont blieben. Weitere zwei Fünftel wurden von stärker zyklisch abhängigen Unternehmen gezahlt, die vor tatsächlichen oder potenziellen Dividendenkürzungen stehen, während die Auswirkungen im verbleibenden Fünftel gemischt sind. Der Sektor und das Unternehmensumfeld spielen aktuell eine wesentliche Rolle dafür, ob ein Unternehmen Dividenden zahlen kann. Daran lässt sich ersehen, wie wertvoll eine breite geografische Streuung bei Dividendenstrategien ist. Anleger erzielen eine weitaus bessere Sektor-Diversifizierung, wenn sie global denken, statt sich auf ein Land oder eine Region zu konzentrieren.“ (kb)

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