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IWF-Daten zur globalen Verschuldung: keine Erleichterung in Sicht

Der Internationale Währungsfonds (IWF) veröffentlichte Anfang Jänner neue aggregierte Daten über die private und öffentliche Verschuldung. Der IWF hat dabei Zahlen von 190 Staaten über einen Zeitraum von 1950 bis 2017 zusammengetragen.

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© gearstd / stock.adobe.com

Bisherige Statistiken haben Entwicklungsländer und Privatkredite wenig berücksichtigt. Die neue IWF-Datenbank behebt dieses Manko und soll einen ganzheitlichen Einblick bieten, schreibt Joachim Waltl vom Portfoliomanagement der Security KAG.

Geschichte der Verschuldung
Während die weltweite Verschuldung über die Jahrzehnte seit dem Krieg dramatisch stieg, ging sie 2017 leicht zurück.

Quelle: International Monetary Fund

Horror-Gesamtschuldenstand 
2017 hat die globale Verschuldung ein Allzeithoch von 184 Billionen US-Dollar oder 225 Prozent der globalen nominellen Wirtschaftsleistung erreicht. Davon sind gut zwei Drittel Privatschulden und ein Drittel öffentliche Schulden. Mit durchschnittlich 86.000 US-Dollar je Einwohner ist die globale Verschuldung zweieinhalbmal höher als das durchschnittliche Einkommen je Einwohner. Dabei weisen die reichsten Staaten auch die höchsten Schuldenstände auf. Die USA, Japan und China verantworten ungefähr die Hälfte aller  weltweiten Schulden.

Privatverschuldung treibender Faktor hinter dem Anstieg 
Seit 1950 hat sich die Privatverschuldung verdreifacht. In Emerging Markets, angeführt von China, wächst die Privatverschuldung rasanter als in den entwickelten Staaten. Dafür hinkt die Entwicklung in den ärmsten Ländern, den sogenannten „low-income developing countries“ mit einem Bruttosozialprodukt von weniger als 4.035 US-Dollar pro Kopf, hinterher. Obwohl die relative Gesamtverschuldung in den Industrieländern seit Ausbruch der Kreditkrise bereits rückläufig ist, ist der globale Verschuldungsgrad um elf Prozentpunkte gestiegen. 2017 sank sie um 1,5 Prozent-Punkte.

Insgesamt hat sich das Bild der globalen Verschuldung verändert
Die IWF-Daten zeigen, dass ein Großteil der Verbesserung auf die abnehmende Bedeutung entwickelter Volkswirtschaften zurückzuführen ist. Angesichts steigender Zinsen bleiben die Aussichten für eine Verringerung der Schulden weiterhin ungewiss. Die hohe Verschuldung von Unternehmen und Staaten, die über Jahre hinweg zu einfachen Bedingungen aufgebaut wurde, dürfte die Investoren in der nächsten Dekade noch beschäftigen, schreibt Waltl abschließend. (kb)

 

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