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Italien zahlt noch auskömmliche Zinsen, fordert dafür Langfristbindung

Die Rendite 30-jähriger italienischer Staatsanleihen hat am Dienstag (29.09.2020) zum dritten Mal in fünf Handelstagen ein neues historisches Tief erreicht. Das zeigt, wie dringend Investoren nach auskömmlichen Zinsen suchen – und wie viel Risiko sie dabei in Kauf nehmen.

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Ivan Mlinaric, Geschäftsführer der Quant.Capital Management GmbH
© Quant.Capital Management GmbH

„Hier versuchen sich institutionelle Investoren die letzten noch einigermaßen auskömmlichen Renditen zu sichern. Mehr gibt es nur mit deutlich höheren Risiken“, sagt Ivan Mlinaric, Geschäftsführer von Quant.Capital Management.

Italien ist Renditespitzenreiter
Italienische Staatsanleihen sind in Europa bei den Renditen mit 1,74 Prozent Spitzenreiter. Spanien mit 1,03 und Portugal mit 0,94 Prozent bieten schon deutlich weniger Rendite. „Vielleicht wären griechische Anleihen noch ähnlich dotiert, es gibt im Moment nur kein vergleichbares Papier im Markt“, so Mlinaric. Wer mehr Zinsen kassieren möchte, muss sich von Europa entfernen. China etwa bietet bei den 30-jährigen Anleihen eine Rendite von 3,84 Prozent, die USA immer noch von 1,42 Prozent. „Bei beiden stehen große Volkswirtschaften dahinter, die Währungsrisiken sind aber enorm groß“, so Mlinaric.

Zinstracker: Wo es nichts mehr und wo es noch etwas zu holen gibt

Die Schweiz als sicherer Hafen zahlt dabei genau wie Deutschland und auch die Niederlande über alle Laufzeiten Negativzinsen, nimmt also Gebühren fürs Geldeinlagern. „Fast ein Prozent müssen Investoren bei einjährigen Laufzeiten mitbringen, um in der Schweiz investieren zu dürfen“, sagt Mlinaric. Minus 0,94 Prozent beträgt die Rendite auf einjährige Schweizer Anleihen derzeit, wie die obenstehende Grafik zeigt.

Griechenland, die USA und China
Sie sind die Staaten, die über alle Laufzeiten ab einem Jahr noch positive Renditen ausweisen. Selbst Italien muss erst ab einer Laufzeit von vier Jahren wieder Geld fürs Schuldenmachen bezahlen, die kurzen Laufzeiten bringen einen Negativzins.

Investoren müssen höhere Risiken für Zinseinnahmen eingehen
„Für die hoch verschuldeten Staaten in der Eurozone sind die negativen Renditen ihrer Anleihen ein Segen“, so Mlinaric. Investoren, die auf positive Renditen angewiesen sind, müssen dafür auf sehr lange Laufzeiten oder fremde Währungen ausweichen und damit hohe Risiken eingehen. „Aus Risikosicht liegt der Gedanke, sich alternativ direkt unternehmerische Risiken mit deutlich höheren Ertragschancen einzukaufen, daher gar nicht mehr so weit.“ (kb)

 

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