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Wir brauchen keine Kristallkugel: BNY Mellon Global Short-Dated High Yield Bond Fund

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Zugang zum globalen Markt für kurzlaufende Hochzinsanleihen, bei niedriger Sensivität für Leitzinsänderungen. Konzentration auf das kurze Ende des Marktes: die Anleihen im Fonds haben aktuell eine durchschnittliche Fälligkeit von 1,3 Jahren (per 30. Sep 2017). 

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Ist Venezuela auf direktem Weg in den Staatsbankrott?

"Wegen der Kapitalflucht, des Rückgangs der Exporteinnahmen und des hohen Importbedarfs sind die Reserven Venezuelas bedenklich geschrumpft. Ohne Umsteuern droht ein Kollaps der Wirtschaft, im Zuge dessen ein Zahlungsausfall nicht ausgeschlossen werden kann ". So schrieb das LBBW Research in 2016.

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© phokrates / Fotolia

Was die Stuttgarter im LBBW Länderkompass vom Dezember 2016 befürchtet haben, scheint sich nun zu bewahrheiten. Noch gab es keinen Ausfall auf staatliche oder mit Staatsgarantie versehene Anleihen (z.B. der staatlichen Ölgesellschaft PDVSA) Venezuelas. Staatspräsident Maduro hat nun aber öffentlich verkündet, eine Kommission einsetzen zu wollen, um eine mögliche "Restrukturierung" der staatlichen Auslandsschulden zu überprüfen. 

Schulden-Restrukturierungskommission eingesetzt

Wörtlich laut Reuters: "I am naming a special presidential commission led by Vice President Tareck El Aissami to begin refinancing and restructuring all of Venezuela's external debt ...". Die Worte klingen doch sehr nach einem kommenden Default. Die Kurse venezolanischer Hartwährungsanleihen tendierten jedenfalls schon in den letzten Monaten kontinuierlich nach unten in Richtung einer potentiellen Recovery Rate. 

Pleite unvermeidlich?

Mit Blick auf die katastrophale wirtschaftliche und politische Entwicklung des Landes ist ein Default nach Ansicht der LBBW-Experten auch kaum mehr zu vermeiden. Venezuela ist extrem ölabhängig. Während der Ölanteil an den Exporten im Zeitablauf auf rund 95 Prozent gestiegen ist, sinkt die Ölförderung zunehmend. Unter Hugo Chávez wurde die Wirtschaft unter staatliche Kontrolle gebracht. Preiskontrollen, Verstaatlichungen und Gängelungen haben die Privatwirtschaft verdrängt. Wirtschaftlich hängen Wohl und Wehe des Landes nun fast ausschließlich von der Produktion des Ölkonzerns PDVSA ab, die für ein Drittel des BIP und praktisch die gesamten Exporte steht. Venezuela verfügt zwar über riesige Ölreserven.

Wegen zu geringer Investitionen ist Ölförderung seit Jahren im Sinkflug

Zwar haben sich die Ölpreise zuletzt etwas erholt. Die Einnahmen reichen wegen der rückläufigen Förderung aber gerade einmal für das Nötigste. Die Devisenreserven lagen zuletzt nach offiziellen Angaben bei rund 10 Milliarden US-Dollar. Das Volumen ausstehender, auf Hartwährungen lautender, internationaler Anleihen liegt laut BIZ bei rund 50 Milliarden US-Dollar. Neben den Anleihen hat das Land aber auch Kredite vor allem von China erhalten. Der "Schuldendienst" erfolgt in Form von Öllieferungen, das heißt, das Land kann inzwischen nur noch über einen Teil seiner Einnahmen aus der Ölförderung frei verfügen. Bei sinkenden Fördermengen wird die Lage vor diesem Hintergrund immer prekärer. Ein Zahlungsausfall ist angesichts des desolaten Zustandes des Ölsektors und der übrigen Wirtschaft eigentlich kaum mehr zu vermeiden. 

Internationale Rückwirkungen voraussichtlich begrenzt

Nachhaltige Rückwirkungen auf die Anleihen anderer Schwellenländer erwarten die LBBW-Experten im Falle einer Restrukturierung venezolanischer Bonds nicht. Ein Default käme mit Ansage und die Ursachen wären hausgemacht. Der JPM EMBIG Diversified USD Bondindex, der das Marktsegment auf US-Dollar lautender Emerging Market Sovereigns abbildet, reagierte bisher jedenfalls kaum negativ auf die jüngste Entwicklung. Venezuela ist ein potentiell reiches Land, das aber über zwei Jahrzehnte systematisch in die Katastrophe regiert wurde. Die Märkte konnten sich darauf einstellen. Vor dem Hintergrund eines potenziellen Überangebots an Öl auf den Weltmärkten dürften auch etwaige weitere Fördermengeneinschränkungen in Venezuela das Gleichgewicht auf den internationalen Ölmärkten kaum nachhaltig stören. Die Auswirkungen einer möglichen Schuldenrestrukturierung in Venezuela sollten daher weder an den internationalen Finanzmärkten noch in der Weltwirtschaft zu stärkeren Turbulenzen führen. (kb)
 

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