Ist „Sell in may and run away" wirklich klug?
Dieses Thema wird in den Medien häufig aufgegriffen, da die sechs Monate ab Mai historisch gesehen tatsächlich die schwächsten sechs aufeinanderfolgenden Monate im Kalender sind. Der S&P 500 erzielte in diesen sechs Monaten durchschnittlich nur 2,1 Prozent und stieg in fast 66 Prozent der Fälle.

Eckpunkte:
- Auch das Mai-Oktober-Halbjahr performt in 2/3 aller Fälle positiv
- In den letzten zehn Jahren positive Halbjahresrendite in neun Fällen
- Trumpsches S&P-Kurs-Muster spricht gegen "Sell in May" 2026
Um es klarzustellen: 2,1 Prozent Plus als Durchschnittsperformance im S&P 500 für das Halbjahr von Anfang Mai bis Ende Oktober von 1950 bis heute ist nicht wirklich berauschend, ist aber nichtsdestoweniger noch immer eine positive Performance, die in 65,8 Prozent der Fälle tatsächlich eintritt. Jemandem zu empfehlen, den Markt zu verlassen, macht wenig Sinn. Trotzdem sollte man diesen Kalendereffekt im Hinterkopf behalten.
Die schlechtesten sechs Performance-Monate beginnen jetzt
In fast 2/3 aller Fälle seit 1950 performt der S&P 500 auch im Halbjahr von Mai bis Ende Oktober positiv mit im Schnitt 2,1 Prozent.

2025 gab es die stärkste „Sell in May“-Sechsmonatsrallye der Geschichte
Vor einem Jahr erwarteten viele, so das Carson Investment Research, dass die starke Rallye im April schnell wieder abflachen und ein ausgeprägter Bärenmarkt im Sommer einsetzen würde. Stattdessen erlebten wir die stärkste „Sell in May“-Sechsmonatsrallye der Geschichte. Tatsächlich legten die Aktien in neun der letzten zehn Jahre in dieser historisch bärischen Phase zu. Carson gehörten vor einem Jahr zu den wenigen, die eine starke Rallye erwarteten.
Die letzten zehn Jahre zeigen zu 90 Prozent positive Mai-Oktober-Halbjahresrenditen

Was in den drei Monaten ab Mai performancemäßig zuletzt geschah
Die darauffolgenden drei Monate verliefen in letzter Zeit extrem stark. Die Statistik zeigt dabei folgendes:
• Der S&P 500 stand im Mai in zwölf der letzten 13 Jahre höher.
• Der S&P 500 stand im Juni in neun der letzten zehn Jahre höher.
• Der S&P 500 stand im Juli in elf Jahren in Folge höher. Einfach beeindruckend!
Der Jahresstart ist entscheidend
Es ist wichtig zu wissen, dass sich die Dinge deutlich besser entwickeln, wenn das Jahr positiv beginnt, sagt Carson. Und wenn der S&P 500 im laufenden Jahr um mehr als vier Prozent gestiegen ist, steigt die durchschnittliche Rendite in den nächsten sechs Monaten von 2,1 Prozent auf 4,4 Prozent. Umgekehrt ereigneten sich einige der schlimmsten „Sell in May“-Phasen der Geschichte nach einem schwachen Jahresstart.
Was unter Präsident Trump normal ist
Man kann sich die Gründe aussuchen, aber Aktien unter Präsident Trump waren zu Jahresbeginn recht schwach, erreichten im Frühjahr ihren Tiefpunkt und erholten sich dann im restlichen Jahr. Carsons Experten gehen davon aus, dass sich dieses Muster auch in diesem Jahr wiederholen könnte.
Trump´sches Börsenmuster
2026 entspricht recht gut dem mittleren Performance-Verlauf des typischen Trump-Jahres

Résumé
Carson INvestment Research rät nicht, im Mai dieses Jahres zu verkaufen, und zeigt sich offen für eine Fortsetzung des seit über drei Jahren anhaltenden Aufwärtstrends. (kb)


