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Ist nun endlich ein Wendepunkt zugunsten von Value-Aktien in Sicht?

Um die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten herum, also im vierte Quartal 2016, sah es tatsächlich so aus, als würde Value nach einer langen Dürreperiode zurückkommen. Doch in 2017 hatte wieder Growth bis dato die Nase vorne. Wird sich das nun nachhaltig ändern?

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Nicolas Simar, Leiter der Equity Value Boutique bei NN Investment Partners
© NNIP

Die Bewertungsunterschiede zwischen den teuersten und günstigsten Aktien innerhalb aller Sektoren sind nicht weit entfernt vom absoluten Höhepunkt der Technologieblase 1999.
"Diese extremen Unterschiede bei den Bewertungen haben sich bisher immer als starkes Signal erwiesen, den Kauf von niedrig bewerteten Aktien – Value-Stocks – in Erwägung zu ziehen", weiß Nicolas Simar, Leiter der Equity Value Boutique bei NN Investment Partners.
Zudem gewinne die gesamtwirtschaftliche Belebung an Boden und unterstütze auch eher einen Value- als einen Quality-Growth-Ansatz, auch wenn man  die Vorzüge von soliden Wachstumsunternehmen und die Disruption, die sie erzeugen könnten, nicht ignorieren sollte.

Quality-Growth rules - seit Anfang 2017

Die direkte Folge der Marktführerschaft von Quality-Growth-Aktien seit Anfang 2017 war ein starker Anstieg der Bewertungsunterschiede an den Aktienmärkten. Sowohl in Europa als auch in den USA sind Bewertungsunterschiede zwischen den teuersten und günstigsten Aktien innerhalb aller Sektoren auf einem sehr hohen Niveau und damit nicht weit entfernt vom absoluten Höhepunkt der Technologieblase 1999 und auf dem höchsten Stand seit dem Millennium. Diese Bewertungsunterschiede (Quelle: UBS Quant & NN IP) zeigt die folgende Grafik.

Wichtiges Signal

Diese extremen Unterschiede bei den Bewertungen haben sich bisher immer als starkes Signal erwiesen, den Kauf von niedrig bewerteten Aktien in Erwägung zu ziehen, bei denen die Gewinnerwartungen im Vergleich zum Markt oder den Mitbewerbern nicht so hoch sind. In anderen Worten: Value-Aktien. Die Technologieblase im März 2000, der Höhepunkt der Eurokrise im Juli 2012 und das britische Referendum über die EU-Mitgliedschaft im Juni 2016 waren in den vergangenen 20 Jahren Zeitpunkte mit extremen Bewertungsunterschieden und die besten Einstiegspunkte in Value-Aktien. Der aktuelle hohe Bewertungsunterschied ist daher ein Signal, das Anleger nicht ignorieren sollten.

Synchroner, globaler Aufschwung spricht ebenfalls für eine Value-Renaissance

Zugleich ist der synchrone, globale Aufschwung ein weiterer Faktor, der eine Anlage in Value-Werte unterstützen dürfte. Sektoren wie Finanzen, baunahe Firmen und Werkstoffunternehmen werden vermutlich von einem besseren gesamtwirtschaftlichen Umfeld profitieren. Zudem korrelieren sie positiv mit steigenden Anleiherenditen und einer steigenden Inflation. Nicolas Simar dazu: "Auch wenn die Inflation noch auf einem niedrigen Stand verharrt, dürften wir am Anfang einer neuen Welle wirtschaftlicher Belebung stehen, was jüngst durch den Einkaufsmanagerindex im herstellenden Gewerbe in Bezug auf die gezahlten Preise bestätigt wurde. Das verdeutlicht die zunehmende Preissetzungsmacht von Unternehmen in den USA und China. Die gesamt-wirtschaftliche Belebung gewinnt an Boden und unterstützt eher einen Value- als einen Quality-Growth-Ansatz."

Rückbau des QE bringt fundamentalen Bewertungsfaktoren nach vorne

Auch wenn es sich um einen langsamen Prozess handelt, ist die erwartete allmähliche Bilanzverkleinerung der Zentralbanken ein weiteres Zeichen für die Rückkehr zu einer normaleren Geldpolitik und ein erforderlicher Schritt für die Rückkehr der fundamentalen Bewertungsfaktoren im Aktienbereich.

Quality-Growth könnte unter höheren Zinsen und steigender Inflation leiden

Die sich weiter abzeichnende Belebung der globalen Wirtschaft wird einen erheblichen Einfluss auf die Sichtweise der Anleger auf die Aktienmärkte haben. Das Quality-Growth-Segment hat sich in den vergangenen zehn Jahren deutlich besser entwickelt als Value-Aktien. Aber dieser Stil könnte im aktuell sich abzeichnenden positiveren Wirtschaftsumfeld anfällig werden, da er unter anderem von steigenden Zinsen und einer steigenden Inflation beeinträchtigt wird. "Anleger sollten bei ihrer Stil-Allokation daher einen ausgewogeneren Ansatz verfolgen und sicherstellen, dass sie eine angemessene Ausrichtung auf den Stil haben, der von einer weiter anziehenden Weltwirtschaft am meisten profitieren wird. Value-Strategien lagen fast für ein Jahrzehnt nicht in der Gunst der Anleger, aber wir könnten uns an einem interessanten Wendepunkt befinden", rät Simar. (kb)

 

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