Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

Großanleger sucht Manager für asiatische Tech-Leader!

Ad

Ein Großanleger aus der Kategorie „Versicherung/Vorsorge/Kirche“ sucht einen Asset Manager, der spezielle Expertise bei Aktien und/oder Private Equity in asiatischen Technologie- und Innovations-Leader hat. Mehr Informationen zum Mandat erhalten nur registrierte User.  Mehr erfahren >>

Anzeige
| Märkte
twitterlinkedInXING

Ist das Ende des Value Investings gekommen? "Nein", sagt MYRA Capital.

2017 ist bis dato ein schwieriges Jahr für Value-Investoren, da die populäre Investmentstrategie nach dem starken Auftritt im Jahr 2016 ein nur kurzlebiges Comeback zeigen konnte und dadurch relativ zu Growth-Aktien im 1. Halbjahr 2017 stark underperformte. Kommt es nun bald zur Wende?

kula.jpg
"Es scheint, dass Investoren die derzeitigen niedrigen makroökonomischen Wachstumsaussichten durch Investitionen in Growth Stocks ausgleichen möchten beziehungsweise wir uns im Börsenzyklus an einer Stelle befinden, wo der Appetit nach noch mehr Rendite dazu führt, Risiken vermehrt auszublenden", analysiert Mag. Gökhan Kula, Managing Partner und CIO des Asset Managers MYRA Capital.
© Axel Gaube

Value ist ein zyklischer Faktor, sodass die jüngste Underperformance auf den ungewöhnlich langen aktuellen Konjunkturzyklus und das langsame Wachstum zurückzuführen ist. "Aber auch bei langfristiger Betrachtung zeigt die Value-Strategie eine signifikante Underperformance, so dass die Frage auftaucht, ob es strukturelle Kapitalmarkt-Veränderungen gibt, die das Ertragspotential des Value-Investings negativ treffen", führt Kula aus.

Aktuelle Goldman Sachs-Studie

In "The Death of Value?" analysiert Goldman Sachs die langfristige Performance des Value-Faktors und gibt Erklärungen für die signifikante Underperformance in der letzten Dekade. Value-Investing, also Aktien mit den niedrigsten Bewertungen zu kaufen und diejenigen mit den höchsten Bewertungen zu verkaufen, hat demnach in den letzten 10 Jahren nicht funktioniert. Das Festhalten an diesem Ansatz hätte zu einem kumulierten Verlust von 15 Prozent geführt:

Stockender Value-Motor seit 10 Jahren 

Sitzfleisch ist bei Value nötig

Da Risikofaktoren im Allgemeinen zyklisch sind, ist eine längere Underperformance-Phase eines bestimmten Investmentstils nicht wirklich überraschend und somit auch zu erwarten. Kula: "Dies ist bei allen Faktoren von Zeit zu Zeit zu beobachten, was auch ein wichtiger Prozess ist, um Investoren mit „schwachen Nerven“ zum Abspringen zu bewegen. Ein Teil der Risikoprämie wird gerade deshalb verdient, weil an der Strategie trotz des Underperformance - "Schmerzes" längere Zeit und konsequent festgehalten wird."

Value kommt meist zu Beginn eines Konjunkturzyklus nach vorne

Value-Aktien tendieren dazu Outperformance zu generieren, wenn eine wirtschaftliche Expansion breit angelegt und relativ robust ist - in der Regel zu Beginn eines Konjunkturzykluses. Umgekehrt, wenn die wirtschaftliche Verfassung schwach und das Wachstum knapp bemessen ist, tendieren günstig bewertete Titel dazu, darunter zu leiden. Die Studie von Goldman Sachs zeige, so Kula, dass die makroökonomische Situation im Nachgang der Finanzkrise 2008 mit strukturell tieferem Wirtschaftswachstum („New Normal“) den Investorenappetit auf Wachstumsaktien wie die FAANG Aktien (Facebook, Apple, Amazon, Netflix, Google) gesteigert hat.  

Ist nun der Wendepunkt erreicht?

Nach dieser langen Phase der Underperformance könnte jetzt der Wendepunkt gekommen sein, um antizyklisch in günstig bewertete Value-Aktien zu investieren. "Offensichtlich ist eine Prognose über das optimale Timing der Faktorrotation nicht wirklich realistisch, trotzdem zeigt uns die Historie, dass Phasen der Underperformance in aller Regelmäßigkeit von einer starken Outperformancephase gefolgt wurde", erklärt Kula.

Totgesagte leben länger

Als weiteres Zeichen für einen Wendepunkt könnten die in letzter Zeit populär gewordenen Studien und die wachsende mediale Diskussion über das potentielle Ende des klassischen Value-Investing gesehen werden. Zum derzeitigen Hoch der Underperformance (und Schmerz) könnte das extrem negative Sentiment der passende Indikator für die Anzeige des endgültigen Wendepunktes für das Wiederaufleben von günstig bewerteten Value-Titeln sein, gibt der CIO von MYRA Capital zu bedenken.

Monetäre Stimuli werden schwächer, traditionelle Risikofaktoren kehren zurück

Dies sollte im Rahmen der Überlegungen für die Ausrichtung der strategischen Asset Allocation mitberücksichtigt werden, zumal mit zukünftigen geringeren Interventionen seitens der globalen Notenbanken und fundamentale ökonomische Themen wieder in den Vordergrund treten werden, sollten traditionelle Risikofaktoren wie Value wieder ihre Stärken ausspielen können. Die Strategie jetzt auf die teuer bewerteten großkapitalisierten Technologie-Aktien zu setzen („FAANG mich“-Strategie) könne durchaus langfristig funktionieren, jedoch seien in den restlichen 490 „langweiligeren“ und vernachlässigten Titeln des S&P 500 Index wahrscheinlich bessere Performanceperlen derzeit zu finden. "Es kann sich also lohnen, in diesen Gewässern zu fischen", lautet Kulas Résumé. (kb)

 

 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen