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iShares versus Invesco: Wer worin bei Low-Vol-ETFs die Nase vorn hat

Grundsätzlich wurden Low Volatlity-ETFs nicht dafür geschaffen, um Outperformance zu liefern. Doch gerade da tun sie diese Jahr im Vergleich zum S&P 500 Index, sagt Cynthia Murphy von etf.com. Das erklärt die aktuell bestehende Beliebtheit des Ansatzes. Zwei Produkte dominieren das Geschäft.

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Wer hat hier in welcher Kategorie das bessere Ende für sich?
© Stefan Schurr / stock.adobe.com

Aktuell gibt es 27 ETFs, die Jagd auf den Low Vol-Faktor machen. Betrachtet man aber US-Large Caps, dann konzentriert sich das Wettrennen auf zwei wirklich populäre Fonds, nämlich den iShares Edge MSCI Min Vol U.S.A. ETF (USMV) soeiw den Invesco S&P 500 Low Volatility ETF (SPLV).

Weiteres Wachstum trotz bereits imposanter Größe
Zusammen vereinigen die beiden ETFs auf sich fast 40 Milliarden US-Dollar, und wachsen weiter. Year-to-date haben die beiden in Summe um sieben Milliarden US-Dollar an Assets zulegen können. Das ist ein hübsches Sümmchen, wenn man bedenkt, dass alle US-Aktien-ETFs in den ersten fünf Monaten 2019 kumuliert gerade einmal einen Mittelzuwachs auf Nettobasis von 14 Milliarden US-Dollar zeigten. 

Risikoaversion ist das goße Thema 2019 unter den Investoren
Das gilt auch für ETF.Investoren. Angst bereit die sich abschwächende US-Wirtschaft, die Handelskriege, der Brexit, geopolitische Spannungen sowie der Zinsausblick. In diesem Umfeld ist Vorsicht Trumpf, meinen viele Investoren und erliegen dem Charme der Low-Vol-Ansätze. 

Outperformer
USMV uns SPLV haben über die letzten fünf Jahre den S&P 500 Index respektive den SPDR S&P 500 ETF Trust (SPY) geschlagen, wobei das iShares-Produkt die Nase mit einem jährlichen Mehrertrag von einem guten Prozentpunkt gegenüber seinen Wettbewerber vor hatte. Biede liegen aber komfortabel vor dem S&P 500 ETF. Das zeigt die folgende Grafik:

Quelle: Bloomberg

Deutliche Unterschiede in der Bauweise 
Die beiden Low-Vol-Giganten-ETFs unterschiden sich von einander deutlich, was die Performanceunterschiede erklärt. So besitzt USMV ein breiteres Portfolio von mehr als 200 Aktien, während SPLV aus hundert Namen besteht. USMV fischt aus dem MSCI USA-Index-Pool, während SPLV Werte aus dem S&P 500 heranzieht. Im Gegensatz zu SPLV steuert der USMV nicht nur die Aktien mit der niedrigsten Volatilität an, sondern berücksichtigt auch Korrelationszusammenhänge der zu selektierenden Aktien. USMV fokussiert sich somit auf den Bau eines Minimum Volatility-Portfolios. Dieser Min-Vol-Anatz bedeutet, dass USMV auch Aktien mit höherer Volatiität, aber negativer Korrelation zum Rest des Aktienkorbes heranzieht. Zudem weist der Fonds Beschränkungen bei der Abweichung von den Sektorgewichten aus. USMV versucht, die Abweichungen von den Indexsektor-Gewichten in einer Bandbreite von maximal fünf Prozent zu halten, um signifikante Sektorwetten hintanzuhalten.

SPLV ist der reinere Low-Vol-ETF
Im Gegensatz dazu sucht der SPLV jene hundert Aktien des S&P 500 Index aus, die die geringste Schwankung aufweisen und gewichtet sie auf Basis ihrer Volatilität mit vierteljährlichem Rebalancing. Sektorlimits sucht man hier vergeblich. Entsprechend größere und wechselnde Branchen-Tilts sind hier also möglich. 

Aktuelle Unterschiede
Wie etf.com schreibt, weist SPLV derzeit ein deutliches Übergewicht in Versorger-Titeln auf  - 23 Prozent des Portfolios ist in diesem Sektor zu finden, im S&P 500 Index sind es magere drei Prozent. USMV ist zwar auch in Versorger-Aktien übergewichtet, allerdings nur mit einer Allokation von acht Prozent des Portfolios. Auf der anderen Seite hat SPLV nur eine Tech-Aktien.Allokation von 4,7 Prozent, während Technologie-Aktien bei USMV immerhin 26,5 Prozent des ETF-Vermögens ausmachen. 

Vergleich der Sektor-Allokationen

SektorSPY USMV SPLV
Basiskonsum7%13%9%
Versorger3%8%23%
Health Care12,50%13,50%5,50%
Financials 16% 22%39%
Technologie 26,50%14%4,70%
Energie5%1,80%1%
Industrie10%10%7,50%
Konsum diskretionär13%12%5%
Telekommunication1,90% 2,50%1%

Quellen: FactSet, ETF.com

Diese Sektorwetten haben große Auswirkungen auf die Performance, etwa wenn man bedenkt, dass Technologie-Aktien year-to-date im S&P 500 Index beispielsweise um 25 Prozent gestiegen sind, während Gesundheits. und Pharma-Aktien nur um fünf Prozent zulegen konnten. Betrachtet man bloß den Mai, so hatt der Index mit dem Break-Even seine Mühe, während Versorger und Health Care um jeweils 2,5 Prozent stiegen. 

SPLV hat in den letzten Wochen somit einen besseren Schutz auf der Downside als USMV geboten. Für Investoren bedeutet das, genau hinzusehen, was man wirklich kauft. Für einen typischen Low-Vol-Investor sollte nicht die Performance das Ko-Kritierium sein, sondern die Downside Protection im Mittelpunkt der Überlegungen stehen. 

Großer Overlap
Interessanterweise finden sich drei Viertel der Titel des SPLV auch im USMV, wie FactSet-Daten zeigen. Die Top 10-Titel beider ETFs  stellen etwa 11 bis 15 Prozent des jeweiligen Portfolios dar, wobei USMV zwar mehr Titel hält, aber bei den Top-Aktien eine leicht höhere Konzentration als der Wettbewerber SPLV aufweist. Beide Fonds weisen trotz unterschiedlicher Zusammensetzung ein Beta von um die 0,7 aus, und sind damit zirka 30 Prozent weniger volatil als der S&P 500. Auch in der Vergangenheit gab es bei Beta kaum Unterschiede. 

USMV kostet 40 Prozent weniger als SPLV, zieht mehr Inflows an
15 Basispunkte pro Jahr stehen hier 25 Basispunkten gegenüber. Das könnte auch erklären, warum der Löwenanteil an neuen Assets in den USMV fließt. USMV ist 28,1 Milliarden US-Dollar schwer und handelt im Schnitt Papiere für 207 Millionen US-Dollar zu Spreads von durchschnittlich zwei Basispunkten, während SPLV 11,5 Milliarden US-Dollar schwer ist und im Tag 139 Millionen US-Dollar im Werrtpapierhandel umsetzt. Die Zuflüssse year-to-date verteilen sich zwischen USMV und SPLV im Verhältnis 3 : 1. (kb)

 

 

 

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