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Iran hin, Iran her: Japanische Aktien stehen vor doppeltem Aufschwung

Japans gelistete Firmen horten hohe Cash-Bestände mit einer Cash-to-Asset-Quote von 21 Prozent, mehr als doppelt so viel wie amerikanische und europäische Wettbewerber. Aktienrückkäufe japanischer Firmen werden im Geschäftsjahr bis Ende März wohl einen neuen Rekord von 20 Billionen Yen erreichen.

Hitoshi Asaoka, Chefstratege von Asset Management One
Hitoshi Asaoka, Chefstratege von Asset Management One© Asset Management One

Eckpunkte:

  • Hohe Cash-to-Asset-Quote belastet Eigenkapitalrendite
  • Corporate Governance Code soll Kapitaleffizienz steigern helfen
  • Auflösung von Überkreuzbeteiligungen ist ebenso hilfreich
  • Share Buy-Backs und Dividendensteigerungen sind zu erwarten

Japanische Aktien dürften von den Plänen der japanischen Finanzdienstleistungsbehörde profitieren, Unternehmen zur Verwendung ihrer überschüssigen Cash-Bestände zu bewegen, so Asset Management One, einer der größten Vermögensverwalter Japans mit einem verwalteten Vermögen von 510 Milliarden US-Dollar.

Corporate Governance Code-Reform kommt wahrscheinlich im Juni
Die Reformen des Corporate Governance Code durch die Aufsichtsbehörde, die Unternehmen zur Nutzung ihrer Cash-Reserven anregen sollen, werden den offiziellen Bemühungen zur Verbesserung der Kapitaleffizienz neuen Schwung verleihen. Die Reformen der Finanzdienstleistungsbehörde werden voraussichtlich im Juni angekündigt.

Cash-to-Asset viel zu hoch im internationalen Vergleich
Asset Management One berichtet, dass japanische Unternehmen (ohne Finanzinstitute) eine durchschnittliche Cash-to-Assets-Ratio von 20,8 Prozent aufweisen. Im Vergleich dazu liegt diese Rate bei US-Unternehmen bei rund 7,9 Prozent, bei europäischen Unternehmen bei etwa 8,7 Prozent. Diese hohen Cash-Reserven belasten die Eigenkapitalrendite japanischer Unternehmen.

Seit die Tokioter Börse 2023 ihre Kampagne zur Verbesserung der Kapitaleffizienz, der Corporate Governance und der Aktienkursentwicklung börsennotierter Unternehmen startete, reagierten diese mit Aktienrückkäufen und der Auflösung von Cross-Beteiligungen, also Beteiligungen an Kunden- und Lieferantenunternehmen.

Share Buy-Backs weiterhin ansteigend
Laut Asset Management One werden die Aktienrückkäufe im Geschäftsjahr 2025, das am 31.- März 2026 endent, voraussichtlich 20 Billionen Yen erreichen und damit einen neuen Rekord aufstellen. Dies entspräche einem Anstieg von sieben Prozent gegenüber dem aktuellen Rekordwert von 18,7 Billionen Yen aus dem Vorjahr. „In den nächsten Jahren sind umfangreiche Aktienrückkäufe wahrscheinlich, die die Nachfrage nach japanischen Aktien stützen“, sagte Hitoshi Asaoka, Chefstratege von Asset Management One.

Überkreuzbeteiligungen vor dem Aus
„Große japanische Finanzinstitute, darunter Megabanken und große Versicherer, haben angekündigt, ihre Beteiligungen bis 2030 weiter zu veräußern. Die Erlöse aus diesen Verkäufen können für Aktienrückkäufe verwendet werden.“

Belohnung sind steigende Kurse
Laut Asset Management One war Japan 2025 der herausragendste Markt unter den entwickelten Ländern, mit einem Anstieg des Topix-Index um 22,4 Prozent. Seitdem die Tokioter Börse (TSE) ihre Kampagne zur Steigerung der Kapitaleffizienz japanischer Unternehmen gestartet hat, ist der Anteil der „Prime“-Unternehmen (Top-Tier-Unternehmen) mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von eins oder niedriger von rund 50 Prozent auf 44 Prozent gesunken. Ein KBV von unter eins bedeutet, dass ein Unternehmen unter seinem Vermögenswert gehandelt wird.

Profitabilitätssteigerungen laufen
Gleichzeitig hat sich die Profitabilität japanischer Unternehmen, gemessen an ihrer Eigenkapitalrendite, verbessert. Der Anteil der TSE Prime-Unternehmen mit einer Eigenkapitalrendite (RoE) zwischen acht und 15 Prozent stieg von rund 34 auf 37 Prozent, während der Anteil der Unternehmen mit einer Rendite zwischen null und acht Prozent von 41 auf 38 Prozent sank.

Steuerreform ante portas
Asset Management One geht außerdem davon aus, dass die geplanten Steuerreformen der Regierung von Premierministerin Sanae Takaichi zur Förderung inländischer Unternehmensinvestitionen und Forschung in Schlüsselbranchen japanische Unternehmen dazu anregen werden, ihre liquiden Mittel renditestark anzulegen. Tokio möchte, dass japanische Unternehmen in strategische Bereiche wie Robotik, Quantentechnologien und Halbleiter investieren. Kazuhiko Hosaka, Senior Product Specialist bei Asset Management One, erklärte: „Wir gehen davon aus, dass diese Änderungen die Anreize für Unternehmen stärken werden, ihre liquiden Mittel einzusetzen, und dass die Regierungsinitiativen die Unternehmensinvestitionen bis 2026 weiter fördern werden.“ (kb)

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