IPO der KI-Drohnen-Softwarefirma Swarmer: 700 Prozent Plus
Die Aktien von Swarmer lagen bei ihrem Börsengang zwischenzeitlich 700 Prozent im Plus, bevor der erste Handelstag mit einem Plus von 520 Prozent endete. Das Unternehmen schreibt Verluste, hat einen Jahres-Umsatz von 309.920 US-Dollar und eine Market Cap von rund 380 Millionen US-Dollar.

Eckpunkte:
- Die KI-Drohnen-Softwarefirma Swarmer überzeugt mit einem starken IPO
- Noch schreibt das Unternehmen hohe Verlust, hat kaum Umsätze
- Wachstumsfantasie sorgte am Dienstag für eine Marktkapitalisierung von zirka 380 Million US-Dollar
IPO macht Bullenträume wahr
Die Aktien des KI-Drohnen-Softwareunternehmens Swarmer sind bei ihrem Börsendebüt zeitweise um bis zu 700 Prozent gestiegen und haben damit die stärkste Erstnotiz eines US-Unternehmens seit dem Börsengang von Newsmax vor rund einem Jahr verzeichnet. Darüber informiert Bloomberg News.
Die Titel des in Austin, Texas, ansässigen Unternehmens schlossen am Dienstag mit einem Plus von 520 Prozent bei 31 Dollar. Der Kurssprung führte zu mehreren volatilitätsbedingten Handelsunterbrechungen, darunter bereits kurz nach Handelsstart, als die Aktie zunächst um mehr als zehn Prozent nachgab.
Swarmer hatte im Vorfeld drei Millionen Aktien zu je fünf Dollar platziert, was das Unternehmen zunächst mit etwas mehr als 60 Millionen Dollar bewertete. Durch den Kurssprung stieg die Marktkapitalisierung auf über 380 Millionen Dollar, basierend auf den ausstehenden Aktien laut einer Einreichung bei der US-Börsenaufsicht SEC.
Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von lediglich rund 309.920 Dollar, ein Rückgang von etwa sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Verlust weitete sich zugleich deutlich aus: Swarmer verbuchte ein Minus von rund 8,5 Millionen Dollar und damit mehr als das Vierfache des Nettoverlusts von 2024.
Swarmer ist ein Softwareanbieter und kein Drohnenhersteller. Die KI-gestützte Technologie des Unternehmens ermöglicht die koordinierte Steuerung großer Drohnenschwärme, ähnlich dem Verhalten von Vogelschwärmen. Laut der Einreichung wurde die Plattform seit April 2024 in der Ukraine in mehr als 100.000 Einsätzen unter realen Gefechtsbedingungen genutzt.
Große Nachfrage
Der Kurssprung am ersten Handelstag erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Investorennachfrage im Verteidigungssektor. Getrieben wird diese durch den Trend hin zu softwarebasierten, autonomen und unbemannten Systemen sowie kostengünstigeren Waffentechnologien. US-Rüstungswerte sind stark ins Jahr 2026 gestartet und setzen damit die positive Entwicklung des Vorjahres fort, während geopolitische Spannungen zunehmen und die globalen Verteidigungsausgaben steigen.
Einem Bericht des Wall Street Journal vom Dienstag zufolge plant das US-Verteidigungsministerium zudem die Massenproduktion einer sogenannten Kamikaze-Drohne, die kürzlich bei einem Angriff auf den Iran eingesetzt worden sein soll. Diese Nachricht ließ die Aktien des Drohnenherstellers AeroVironment zeitweise um bis zu 5,1 Prozent steigen. (aa)