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Inwieweit Asien Institutionellen Infrastruktur-Chancen bietet

EIB-Vizepräsidentin Nicola Beer illustrierte anlässlich des "Faros Asia Day" die Opportunitäten, die sich in der dynamischen Region Asien bieten. Ihr Haus tritt dabei als Ankerinvestor auf, reduziert Risiken und macht viele Projekte erst investierbar.

Nicola Beer, EIB
Nicola Beer, EIB© FAROS Pension & Asset Advisory / Silv Malkmus

Kernpunkte:

  • Asien bietet bedeutende langfristige Investitionschancen
  • Infrastruktur und Energietransformation besonders im Fokus
  • Geopolitik und Heterogenität machen Marktumfeld anspruchsvoll
  • EIB strukturiert Finanzierungen und mobilisiert Kapital

Die Europäische Investitionsbank (EIB) sieht Asien als eine der zentralen Regionen für langfristige Investments. Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und wachsender Unsicherheiten an den Kapitalmärkten rückt die Region zunehmend in den Fokus institutioneller Anleger.

„Asien bietet heute einige der bedeutendsten langfristigen Investitionschancen weltweit“, sagte Nicola Beer, Vizepräsidentin der EIB während des Faros Asia Day in Frankfurt. Die Region steht inzwischen für mehr als die Hälfte des globalen Wachstums und gewinnt insbesondere in den Bereichen Energie, Digitalisierung und kritische Rohstoffe weiter an Bedeutung.

Vor allem Infrastrukturinvestitionen und die Energietransformation gewinnen an Bedeutung. Insbesondere der Ausbau von Stromnetzen, Speichern und die Dekarbonisierung der Industrie eröffnen neue Anlagemöglichkeiten. Dabei entwickeln sich zunehmend investierbare Strukturen mit stabilen Ertragsprofilen.

„Es entstehen langfristig regulierte, vertraglich abgesicherte Vermögenswerte, die sich ideal für institutionelle Anleger eignen“, erklärte Beer. Gerade im Bereich erneuerbare Energien, Netzinfrastruktur und nachhaltige Kraftstoffe sieht die EIB erhebliches Potenzial.

Kein einfaches Umfeld
Gleichzeitig bleibt das Marktumfeld anspruchsvoll. Geopolitische Risiken haben zuletzt zu steigenden Renditen, Währungsabwertungen und Kapitalabflüssen geführt. Zudem ist die Region stark heterogen: Hochentwickelte Kapitalmärkte etwa in Japan oder Singapur stehen weniger entwickelten Finanzsystemen gegenüber, in denen Bankkredite dominieren.

Ein zentrales Thema bleibt die Energiesicherheit. Viele asiatische Volkswirtschaften sind stark von Energieimporten abhängig, was sie anfällig für Preisschocks macht. Entsprechend steigt der Investitionsbedarf in alternative Energiequellen und resiliente Infrastruktur deutlich an.

Die EIB ist seit mehr als 30 Jahren in Asien aktiv und stellte allein 2025 rund 1,1 Milliarden Euro für Projekte in der Region bereit. Der Fokus liegt auf öffentlicher Infrastruktur, Finanzierungen über lokale Banken sowie Fondsbeteiligungen. Ziel ist es, Projekte investierbar zu machen und privates Kapital zu mobilisieren.

Politische Rückendeckung
Für institutionelle Investoren ergeben sich daraus attraktive Einstiegsmöglichkeiten. Die Bank tritt häufig als Ankerinvestor auf und strukturiert Finanzierungen so, dass Risiken reduziert und zusätzliche Kapitalströme angezogen werden. Für Investoren bedeute das die Chance auf entsprechende Vorhaben mit "langfristigen, weitgehend regulierten Cashflows mit politischer Rückendeckung und Zugang zu dynamisch wachsenden Märkten“.

Ein besonders großes Potenzial sieht die Bank im Aufbau eines asiatischen Stromverbunds („Asian Power Grid“). Bis 2040 könnten hier Investitionen von rund hundert Milliarden US-Dollar erforderlich sein. Für europäische Unternehmen eröffnen sich insbesondere in den Bereichen Netzinfrastruktur, Speichertechnologien und Systemintegration neue Wachstumschancen. (dv)

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