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Investoren wissen, welche Form von Brexit sie möchten

Die Entwicklung britischer Aktien zeigt vor allem eins: Bisher haben Anleger jede Wendung goutiert, die einen ungeordneten Brexit weniger wahrscheinlich werden lässt.

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© ty / stock.adobe.com

Gleich zwei weitere Premieren bot die Brexit-Saga diese Woche: 1. Das Unterhaus winkte das Austrittsgesetz durch. Soweit war Theresa May nie gekommen. 2. Boris Johnson erzielte so einen seiner seltenen Erfolge im Parlament. Die Freude währte nur kurz, da die Abgeordneten anschließend beschlossen, sich mehr Zeit für das Studium der mehrere hundert Seiten umfassenden rechtlichen Texte zu gönnen. Wie es nun weitergeht bleibt  – Überraschung – ungewiss, doch die Experten der DWS Group wagen einige Prognosen.

Verwirrspiel mit immer neuen Volten
Kein Wunder, dass viele bei diesem Schauspiel den Überblick verlieren, auch Investoren. Doch es hilft nichts, sie müssen an der Börse Farbe bekennen. Womit sich ihre Lesart der Saga deuten lässt, zeigt der folgende Chart.

FTSE 100 nicht repräsentativ für britischen Firmen mit hohem Inlandsgeschäftsanteil 

Zwar verweisen die Brexiters als Zeichen britischer Widerstandsfähigkeit gern auf den Leitindex FTSE 100, der heute höher notiert als vor dem Brexit-Beschluss im Juni 2016. Allerdings hat er das dem Zusammenspiel aus hohem Exportanteil seiner Mitglieder (76 Prozent Auslandsumsatz) und schwachem Pfund zu verdanken. Jede Pfundabwertung erhöht den im Ausland erzielten Umsatz (in Pfund), was entsprechend den Aktienkurs (in Pfund) treibt. In Euro ausgedrückt steht der FTSE 100 heute jedoch in etwa auf dem Vor-Brexit-Niveau. Nicht schlecht, nach über drei Jahren Unsicherheit. Doch andere Märkte Europas legten in der Zeit deutlich zu.

Britische Small Caps als Brexit-Opfer
Noch größer wird der Unterschied beim Vergleich der auf den heimischen Markt fokussierten Unternehmen (lokale Indizes). Schließlich gelten diese in England als das größte Opfer des Brexit. Entsprechend vielsagend ist daher das starke Abschneiden des lokalen UK-Index gegenüber dem FTSE 100 seit Mitte August. Da passieren Johnson kurz nach seiner Amtsübernahme die ersten Fehltritte, so man denn sein Ziel in einem ungeordneten Brexit vermutete. Ab dem 10. Oktober zogen die Kurse erneut an, nachdem Johnson und der irische Premier sich beim Thema Nordirland geeinigt hatten.

Die Investoren goutieren also jede Wendung, die einen ungeordneten Brexit weniger wahrscheinlich macht. Ganz schließen die DWS-Experten ihn noch nicht aus, aber fast. Die Aufholjagd des lokalen UK-Aktienindex gegenüber den anderen Indizes kann sicherlich vorerst noch etwas andauern. Mal sehen, wie die Aktienkurse auf Macrons Ankündigung, sein Veto gegen die fixe Verschiebung des Brexit auf Ende Januar 2020 einzulegen, in den nächsten Tagen reagieren werden.... (kb)

 

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