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Investoren kreisen um Riesenprojekt von Adler-Aktionär Aggregate

Ein Riesenprojekt im Zentrum des früheren Westberlins weckt aufgrund der Geldsorgen der Adler Group und ihres Hauptaktionärs Aggregate Holdings den Appetit einiger Investoren.

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Die Geier kreisen und wollen sich ein Filetstück aus dem Aggregate-Immobiienportfolio holen.
© phokrates

Mindestens drei Interessenten haben Kaufangebote für das “Projekt Fürst” - einst bekannt als Kudamm-Karree - gemacht, berichten mit der Situation vertraute Personen gegenüber Bloomberg.

Die Geier gehen in Position und steuern den Verkäufer des Grundstücks an
Die Investoren wandten sich an den früheren Eigentümer des Gebäudekomplexes am Kurfürstendamm in Charlottenburg, Vivion Investments, dem Aggregate noch rund 300 Millionen Euro aus dem Verkauf schuldet, sagen Bloomberg-Informanten. Die Investoren wittern offenbar ihre Chance nach einem massiven Wertverfall der Aktien und Anleihen von Adler und Aggregate infolge eines Bericht des Leerverkäufers Viceroy Research, der Adler des Finanzbetrugs bezichtigte und intransparente Besitzstrukturen anprangerte. Ihr Moment könnte kommen, falls der Deal scheitert und Vivion einen neuen Käufer sucht, oder wenn Aggregate das Projekt weiterverkaufen muss, um Barmittel zu beschaffen. 

Aggregate zahlt in Raten
Aggregate, das dem Österreicher Günther Walcher gehört und vom österreichischen Geschäftsmann Cevdet Caner beraten wird, hatte den Deal im Juni bekannt gegeben. Der Kaufpreis von über 900 Millionen Euro ist in Raten bis nächstes Jahr fällig. Vivion habe die Interessenten an Aggregate weiterverwiesen, das die Angebote bislang abgelehnt habe, berichtet eine der Personen.

“Wir können bestätigen, dass wir von Parteien angesprochen wurden, die am Erwerb von Fürst interessiert sind”, teilte ein Vivion-Sprecher per E-Mail Bloomberg gegenüber mit. “Dies ist angesichts der Qualität des Objekts und des Wettbewerbs auf der Käuferseite in der aktuellen Marktsituation nicht ungewöhnlich.” Die Frage, warum die Interessenten Vivion kontaktiert hätten, beantwortete die Firma nicht. 

Vivion lehnte Stundung ab, doch Aggregate zahlte Rate Ende Oktober
Aggregate zahlte etwa die Hälfte des Gesamtkaufpreises in Form von Anleihen, die mit dem Projekt besichert sind. Die Firma soll um Aufschub einer 50-Millionen-Euro-Rate ersucht haben, die Ende Oktober an Vivion fällig war, leistete die Zahlung jedoch, als Vivion die Stundung ablehnte, so eine der Personen. Vivion kann die Fürst-Zweckgesellschaft pfänden, wenn Aggregate verbleibende Zahlungen nicht leistet.

Unter Druck
Aggregate steht seit dem Absturz der Adler-Aktie um mehr als 60 Prozent in diesem Jahr massiv unter Druck. Ein 2025 fälliger 600-Millionen-Euro-Bond von Aggregate handelt derzeit nur noch bei etwa 65 Prozent des Nennwerts. Die Firma war gezwungen, einen Margenkredit, der durch die Adler-Beteiligung gesichert war, durch ein Darlehen des Rivalen Vonovia zu refinanzieren. In diesem Zusammenhang erlangte Vonovia das Recht zum Kauf der Hälfte dieser Beteiligung.

Das Projekt
Das Fürst-Projekt wird eine Fläche von etwa 183.000 Quadratmetern umfassen, von denen etwa 60 Prozent Büroflächen sein sollen. Der Rest ist für Geschäfte, ein Hotel und Freizeiteinrichtungen vorgesehen. Etwa 50 Millionen Euro an Mieteinnahmen werden erwartet, was dem Objekt laut Aggregate nach Fertigstellung einen Wert von etwa 2,5 Milliarden Euro geben wird. Die ersten Bauphasen sind abgeschlossen, der Rest soll bis Ende 2023 fertiggestellt sein. (kb)

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