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Invesco warnt vor zuviel "Konzentration" und empfiehlt Alternative

Angesichts hoher Marktbewertungen und steigenden Zinsen bewegen sich Investoren mittlerweile auf dünnem Eis. Invesco sieht daver Institutionelle mit Multi-Asset-Strategien besser gerüstet für ein sich veränderndes Marktumfeld.

Dr. Martin Kolrep von Invesco Quantitative Strategies
Dr. Martin Kolrep von Invesco Quantitative Strategies
© Invesco

Seit dem drastischen Markteinbruch im März 2020 und im Zuge der darauffolgenden kräftigen Erholung der Märkte hat die Risikoaversion bei vielen Anlegern kontinuierlich abgenommen. Die Investmentexperten von Invesco warnen jetzt vor einer zu hohen Risikokonzentration in vielen Anlageportfolios. In einem Umfeld, in dem sehr hohe Aktienmarktbewertungen mit einer steigenden Inflation zusammenfallen, könnten viele Anleger von einer neuerlichen Korrektur der Märkte auf dem falschen Fuß erwischt werden.

Auch langjährige Trends enden irgendwann
„Es liegt in der Natur des Menschen, sich an die jüngste Vergangenheit zu gewöhnen und das Risiko von Veränderungen und die möglichen Auswirkungen auf das eigene Portfolio zu unterschätzen“, erläutert Dr. Martin Kolrep, Senior Portfolio Manager, Invesco Quantitative Strategies, mit Verweis auf die fast ununterbrochene Aktienmarktrally der letzten 18 Monate und die Tatsache, dass die Inflation über mehrere Jahrzehnte kein Thema war und die Zinsen seit fast 40 Jahren stetig gesunken sind.

„Die  im historischen Vergleich recht hohe Bewertung von Aktien lässt sich durch die derzeitige expansive Geld- und Fiskalpolitik und die niedrigen Zinsen rechtfertigen. Angesichts der aktuell steigenden Inflation dürfte die Stabilität der Zinssätze jedoch in Frage gestellt werden, ebenso wie die derzeitigen Bewertungsniveaus,“ so der Investmentexperte. Umso wichtiger sei eine Neubewertung der Anlageportfolios in Bezug auf ihre Robustheit in unterschiedlichen wirtschaftlichen Szenarien. „Entscheidend ist die richtige Balance zwischen einer soliden Verteidigung und der Fähigkeit, Chancen zu ergreifen“, so Kolrep.

Bessere Risikostreuung notwendig
Dafür würden sich vor allem Multi-Asset-Strategien gut eignen. Aufbauend auf einer robusten Allokation könne ein Multi-Asset-Portfolio den gesamten Konjunkturzyklus und seine Schwankungen gut überstehen, attraktive Anlagemöglichkeiten wahrnehmen und eine Antwort auf die wichtigsten ökonomischen Szenarien liefern.

„Multi-Asset-Strategien sind in der Regel defensiver ausgerichtet als reine Aktienstrategien, ermöglichen aber dennoch eine Partizipation an einem günstigen Aktienmarktumfeld“, erläutert Kolrep. „Darüber hinaus schützen sie auch vor verschiedenen Risiken, zum Beispiel Vermögenskonzentration oder Inflation.“ Doch auch hier sollten sich Anleger nicht nur auf das verlassen, was in der Vergangenheit gut funktioniert hat.

Konventionelle Multi-Asset-Strategien setzen auf ein Mischportfolio aus Aktien und Anleihen, wobei Aktien die Rendite liefern und Anleihen das Portfolio schützen sollen. Wie Kolrep erklärt, habe sich dies über viele Jahre bewährt. Angesichts der historisch niedrigen Renditen sei es jedoch unwahrscheinlich, dass Anleihen in einem fallenden Aktienmarkt erneut die notwendige Absicherung bieten können.

Aus diesem Grund setzen die Investmentexperten von Invesco auf eine ausgefeiltere Strukturierung von Multi-Asset-Strategien, um die Entwicklung des Marktumfelds besser zu berücksichtigen. So nutzen sie auch Aktien-Put-Optionen oder einen dynamischen Risikokontrollmechanismus, Faktorstrategien, Rohstoffe und ESG-Anlagen, um eine bessere Diversifikation zu erreichen, eine Partizipation an Aufwärtsbewegungen mit dem Schutz vor Abwärtsbewegungen zu kombinieren und so über verschiedene wirtschaftliche Szenarien hinweg konsistente Renditen zu erzielen.

John Greenwood warnt vor Wiederholung der Fehler aus den 1970ern
Aktuell hält Kolrep insbesondere eine mögliche Unterschätzung des Inflationsrisikos für eine reale Gefahr. Während viele Experten den jüngsten Preisschub für ein vorübergehendes, der Pandemiesituation geschuldetes Phänomen halten, befürchtet der Chefökonom von Invesco, John Greenwood, dass die Zentralbanken heute den gleichen Fehler wie ihre Vorgänger im Vorfeld der Großen Inflation in den frühen 1970er Jahren machen könnten. Durch einen viel zu späten geldpolitischen Kurswechsel brauchten diese damals Jahre, bis sie die Inflation wieder unter Kontrolle hatten. „Auf eine steigende Inflation muss rechtzeitig eine angemessene Reaktion erfolgen. Anleger sollten im Zweifel eigene Vorkehrungen treffen und ihre Portfolios ausreichend absichern“, so Kolrep. (aa)

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