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Invesco Global Factor Investing-Studie 2022: Das sind die Highlights

Laut der siebten Ausgabe der Invesco Global Factor Investing-Studie erhöhen Faktoranleger ihre Allokationen unter anderem zur besseren Positionierung im volatilen Marktumfeld und zur effektiven ESG-Integration.

Georg Elsässer, Senior Portfolio Manager, Quantitative Strategies bei Invesco
Georg Elsässer, Invesco: „In einer volatilen Phase hat das Vertrauen in faktorbasierte Anlagestrategien nicht nur angehalten, sondern ist mit der Erholung der Performance in den vergangenen 18 Monaten sogar gewachsen.“
© Invesco

Invesco hat Anfang dieser Woche die Ergebnisse seiner siebten jährlichen Invesco Global Factor Investing Studie vorgestellt. Die Studie basiert auf Gesprächen mit 151 institutionellen und privaten Faktoranlegern, die zusammen ein Anlagevermögen von mehr als 25,4 Billionen US-Dollar verwalten.

Wie die diesjährige Studie zeigt, erwarten die Befragten, dass faktorbasierte Strategien in einem inflationären, wachstumsschwachen Umfeld überdurchschnittlich gut abschneiden. Außerdem sind die Befragten der Ansicht, dass das derzeitige Marktumfeld die Attraktivität des Faktoransatzes für Anleihenstrategien erhöht, da der Ansatz bessere Möglichkeiten der Volatilitätssteuerung und Portfoliodiversifikation bietet.

Marktturbulenzen lassen Umdenken
Die anhaltende Inflation und die steigenden Zinsen haben das Investmentumfeld in den vergangenen zwölf Monaten dramatisch verändert und die Befragten dazu veranlasst, ihre Portfolios und Faktorengagements zu überdenken. Trotz dieser Herausforderungen sind die Befragten generell weiterhin der Ansicht, dass sich Faktoren gut für das Risikomanagement in turbulenten Marktphasen eignen. 67 Prozent meinen, dass ihnen das Factor Investing im zurückliegenden Jahr geholfen hat, die Marktvolatilität zu bewältigen. Ein ähnlich großer Anteil der Befragten, 64 Prozent, gibt an, dass ihr Vertrauen in Faktoren in den vergangenen zwölf Monaten gewachsen ist.

Zunehmender und rascherer Einsatz von Faktorallokationen
Unterdessen nehmen die Faktorallokationen weiter zu: 41 Prozent der Befragten haben diese im zurückliegenden Jahr ausgeweitet und 39 Prozent wollen dies im kommenden Jahr tun. Nur 1,0 Prozent der Befragten haben ihre Faktorallokationen in den vergangenen zwölf Monaten reduziert. Auf Sicht der nächsten zwölf Monate erwarten die Befragten die beste Performance von den Faktoren Value (Bewertung), Low Volatility (niedrige Volatilität) und Quality (Qualität). Die Mehrheit der Studienteilnehmer (über 80%) gibt an, dass sich ihre Faktorallokationen mindestens so gut oder besser entwickelt haben als ihre fundamentalen aktiven Strategien, während 64 Prozent angeben, dass ihre Faktorallokationen mindestens so gut oder besser performt haben als marktgewichtete Strategien.

Georg Elsässer, Senior Portfolio Manager, Quantitative Strategies bei Invesco, erklärt: „In einer volatilen Phase hat das Vertrauen in faktorbasierte Anlagestrategien nicht nur angehalten, sondern ist mit der Erholung der Performance in den vergangenen 18 Monaten sogar gewachsen.“ 

Dabei zeigt sich, dass die Befragten ihre Faktorstrategien mittlerweile häufiger überdenken und anpassen. 41 Prozent geben an, dass sie ihre Faktordefinitionen selten (alle drei bis fünf Jahre) ändern – 2021 waren es noch 66 Prozent. Aktuell passen 43 Prozent der Befragten ihre Faktordefinitionen häufig (alle ein bis drei Jahre) an, verglichen mit 16 Prozent im Jahr 2021.

Befragte entdecken Anleihefaktoren als potenzielle neue Renditequellen
Die diesjährige Untersuchung deutet auf eine wachsende Nachfrage nach Anleihefaktoren hin, nachdem der mehrere Jahrzehnte andauernde Bullenmarkt für Anleihen zu Ende gegangen ist. Mehr als 50 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass das derzeitige Marktumfeld Faktoranlagen in festverzinsliche Wertpapiere attraktiver macht. Auch die Akzeptanz von Anleihefaktoren hat in diesem Jahr weiter zugenommen: 92 Prozent der Befragten meinen, dass Factor Investing im Anleihenbereich erfolgreich eingesetzt werden kann – das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 61 Prozent im Jahr 2016.

Nach Ansicht der Anleger sind die Renditen von festverzinslichen Wertpapieren generell eng mit den fundamentalen makroökonomischen Variablen verknüpft. Die Befragten, die ihre Anleihenportfolios nach einem systematischen Ansatz managen, legen den Fokus häufig zunächst auf traditionelle makroökonomische Renditetreiber wie Inflation und Zinsen, bevor sie auch Stilfaktoren wie Value einbeziehen. In diesem Jahr nutzen 54 Prozent der Befragten nach eigenen Angaben sowohl Makro- als auch Stilfaktoren – nur 14 Prozent stellen ausschließlich auf Stilfaktoren ab.

Im Anleihenbereich verfolgen die Befragten vor allem bei Staatsanleihen (76%) und Unternehmensanleihen (75%) Faktoransätze, was Ausdruck der Tiefe und Liquidität dieser Märkte sowie der Anzahl der verfügbaren Produkte ist. Die Befragten glauben, dass sich Factor Investing im Anleihenbereich künftig noch stärker durchsetzen wird. Dabei geht eine deutliche Mehrheit (71%) davon aus, dass sie in den nächsten fünf Jahren auch Hochzinsanleihen in ihr Faktorengagement im Anleihenbereich einbeziehen wird.

Elsässer kommentiert: „Die veränderte Investmentlandschaft macht es zunehmend erforderlich, auch Anleihenportfolios auf der Grundlage von Faktoransätzen zu analysieren und zu managen. Das gilt insbesondere für die EMEA-Region, wo die aktuellen geopolitischen Risiken besonders spürbar sind.“

Zunehmende Anwendung von Faktoransätzen bei ESG-Investments
Die von Invesco befragten Anleger berücksichtigen zunehmend ESG-Aspekte in ihren Portfolios, was auch auf die Erwartung einer dadurch besseren Performance zurückzuführen ist. In den vergangenen zwölf Monaten haben diese Erwartungen einen Dämpfer erhalten, da in der Rohstoffförderung tätige Unternehmen generell sehr gut performt haben. In der Folge ist der Anteil der Befragten, die eine bessere Performance als Hauptgrund für die Anwendung eines ESG-Ansatzes nennen, von 75 Prozent im Vorjahr auf 59 Prozent gesunken. Während eine verbesserte Performance der im Vorjahr am häufigsten genannte Grund für die Berücksichtigung von ESG-Kriterien war, stand in diesem Jahr die Nachfrage von Kunden und Leistungsempfängern (76% der Befragten) im Vordergrund.

Diese schwierige Phase für ESG-Ansätze wird von vielen als Chance für faktorbasierte Anlagen gesehen. 72 Prozent der Befragten glauben, dass eine Umsetzung von ESG-Strategien mithilfe von Faktoren die Performance verbessern kann. Insgesamt sind 66 Prozent der Anleger jetzt davon überzeugt, dass sich Faktoren zur Umsetzung ihrer ESG-Ziele einsetzen lassen – 2018 glaubten dies erst 42 Prozent. Der fehlende Konsens über die Methodik bleibt jedoch ein Hindernis für die Umsetzung, und die Befragten wünschen sich weitere Researchaktivitäten zu diesem Thema.

„Factor Investing gewinnt ganz klar zunehmende Akzeptanz als Lösung zur Minderung unbeabsichtigter Anlageschwerpunkte durch die ESG-Integration in Aktienstrategien und noch mehr im Anleihenbereich, wo diese Aufgabe noch schwieriger ist. Angesichts des besonders großen Interesses an ESG in der EMEA-Region ist dies ein weiterer Treiber der wieder zunehmenden Nachfrage nach faktorbasierten Anlagestrategien“, erklärt Elsässer abschließend. (aa)

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