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Invesco: Einige Warnsignale lassen weitere Kursrückgänge erwarten

Chefstrategin Kristina Hooper von Invesco nennt jene Anzeichen, die für schwierige Zeiten an den Aktienmärkten sprechen. Investoren sollten einen gewissen „Kanarienvogel in der Mine“ sowie die Marktreaktion auf eigentlich gute, veröffentlichte Unternehmensergebnissen genau im Auge behalten.

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Kristina Hooper, Chief Global Market Strategist, Invesco
© Invesco

"Ich glaube nicht, dass es mit den Rückschlägen an den Märkten vor den im November anstehenden Zwischenwahlen in den USA vorbei sein wird“, warnt Kristina Hooper, Chief Global Market Strategist, Invesco, in einer aktuellen Markteinschätzung. Ihre Ansicht nach werden die Kurskapriolen in den kommenden Wochen weitergehen. Eine wichtige Rolle spielen dabei laut Hooper die zukünftigen Erwartungen der Marktteilnehmer.

Wenn der „Kanarienvogel in der Mine“ ein Warnsignal gibt
Auch wenn die vorläufigen Schätzungen des BIP-Wachstums in Höhe von 3,5 Prozent in den USA positiv ausfielen: Hooper zufolge interessieren sich die Märkte derzeit wesentlich stärker dafür, wie es nach dem dritten Quartal weitergeht, und fürchten, dass das Wirtschaftswachstum künftig nicht mehr so robust ausfallen könnte. Das könnte ein Grund für die jüngsten Kursabschläge sein. „Die Daten vom Häusermarkt zum Beispiel haben zuletzt ganz klar enttäuscht und könnten sich als der sprichwörtliche „Kanarienvogel in der Kohlemine“ erweisen – also als Frühwarnsystem für die negativen Auswirkungen der geldpolitischen Straffung durch die US-amerikanische Notenbank (Fed)“, erklärt Hooper.

So zeigten sich Hooper zufolge inzwischen viele Ökonomen und Strategen besorgt, dass das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal 2018 seinen Höchststand erreicht haben könnte. Auch schauten sie sich diese BIP-Daten vielleicht insgesamt kritischer an: Ein wesentlicher Wachstumsmotor waren schließlich die öffentlichen Ausgaben, während die Unternehmensinvestitionen relativ bescheiden ausfielen. Wichtig sei auch ein Blick auf die Reaktion der Investoren auf gute Nachrichten:

Positive Unternehmensergebnisse wurden abverkauft
Investoren fürchten, dass die Unternehmensgewinne vielleicht ebenfalls bereits ihren Höchststand erreicht haben könnten. Das könnte auch ihre pessimistische Reaktion auf positive Gewinnüberraschungen erklären. „Die Kurse der Unternehmen im S&P 500 Index, die unerwartet gute Ergebnisse für das dritte Quartal vorgelegt haben, sind in den vier Tagen rund um die Ergebnisveröffentlichung um durchschnittlich 1,5 Prozent gesunken. Im Schnitt der letzten fünf Jahre haben Unternehmen mit unerwartet guten Ergebnissen in diesem Zeitfenster einen Kursanstieg von +1,0 Prozent verzeichnet“, weist Hooper hin.

Auch wenn beide Annahmen – dass der Aufschwung und die Unternehmensgewinne ihren Höchststand erreicht haben – richtig sein könnten, rechnet Hooper weiter mit einem soliden Wirtschaftswachstum. Die Risiken nehmen jedoch zu, da die Geldpolitik immer weniger akkommodierend ist und sich die internationalen Handelsbeziehungen allem Anschein nach weiter verschlechtern werden.

Trumps Handelskrieg belastet nun Corporate America
„Mehrere Unternehmen haben das Handelsthema bei den Telefonkonferenzen zu ihren Q3-Ergebnissen angesprochen — und, wie von mir vermutet, angedeutet, dass sie negative Auswirkungen spüren“, berichtet Hooper.

In der vergangenen Woche erwähnten Caterpillar, 3M und Ford steigende Inputkosten, die natürlich hauptsächlich auf Zollabgaben zurückzuführen sind. Vor diesem Hintergrund sei es für Hooper auch keine Überraschung, dass die Unternehmen das Thema Einfuhrzölle trotz starker Q3-Ergebnisse in ihren Ertragsausblicken erwähnen. „Meiner Ansicht nach war es nur eine Frage der Zeit, bis die protektionistischen Maßnahmen Spuren in den Unternehmensergebnissen hinterlassen“, erklärt Hooper.

Blicke auf die Fed gerichtet
Neben den Handelsrisiken sorgen sich die Märkte auch über ein mögliches Abwürgen des Wachstumsmotors durch die Fed. Die amerikanische Notenbank scheint – bis auf weiteres – fest entschlossen zu sein, die Zinsen weiter zu straffen. Der Vize-Vorsitzende der Fed, Richard Clarida, wiederholte diese Botschaft in der vergangenen Woche und trug damit sicherlich nicht zur Beruhigung der Märkte bei.

Die Präsidentin der Cleveland Fed, Loretta Mester, war Ende der letzten Woche aber einen Rettungsring aus, indem sie erklärte, dass die Fed die Verfassung der Wirtschaft weiterhin anhand der aktuellen Datenlage bewerten werde — was doch sehr an den von den Märkten geschätzten „datenabhängigen“ Ansatz der Geldpolitik unter der ehemaligen Fed-Vorsitzenden Janet Yellen erinnerte. (aa)

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