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Institutionelle Gläubiger der HCOB verweigern der Bank Unterstützung

Zwei Gruppen von mehr als 35 Institutionellen und ihren verbundenen Unternehmen, die insgesamt mehr als 850 Milliarden Euro verwalten, geben bekannt, dass sie sich nicht an der bevorstehenden Finanzierungrunde durch Senior Anleihen der Hamburg Commercial Bank AG (HCOB) beteiligen werden.

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© sdecoret / stock.adobe.com

Zu den Gläubigern gehören mehrere deutsche Versicherungsgesellschaften sowie Investmentfonds mit Sitz in Deutschland, im europäischen Ausland sowie in den USA. Die beiden Gläubigergruppen halten gemeinsam mehr als 1,4 Milliarden an von HCOB emittierten Tier-1-Instrumenten und werden jeweils getrennt von den Anwaltskanzleien Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan und BRP Renaud & Partner beraten.

Gewichtige Vorwürfe gegen die Bank erhoben
Diese Erklärung ist eine Reaktion auf die Organisation von Investorentreffen durch die Bank, in deren Nachgang die HCOB plant, neue vorrangige Anleihen zu emittieren. Nach Ansicht der Gläubiger hat die Bank über viele Jahre hinweg Gläubigerrechte und gesetzliche Regelungen missachtet und setzt dieses Verhalten bis heute fort. Darüber hinaus hat der Vorstand von HCOB nach Ansicht der Gläubiger Investoren wissentlich falsch informiert. Die jüngsten Maßnahmen der Bank, die in die Ära der neuen Private-Equity-Eigentümer Cerberus Capital Management, J.C. Flowers & Co. und GoldenTree Asset Management fallen, haben die Bedenken der Gläubiger nur weiter verstärkt.

Die Vorwürfe im Detail 
Nach Ansicht der Gläubiger hat die HCOB Gläubiger durch folgende Maßnahmen benachteiligt: a) Einsatz rechtswidriger Bilanzierungspraktiken mit dem Ziel, künstlich Verluste zu verursachen. Dies wurde zum Teil erreicht, indem die Bank in unzulässiger Weise Rücklagen nach § 340g HGB gebildet hat. b) Verstöße gegen zahlreiche Vertragsbestimmungen seit 2009 mit dem Ziel, Gläubiger zu schädigen. c) Die unzulässige Nutzung von Verlustvorträgen, um ihre Tier-1-Instrumente mehrfach mit demselben Verlust herunterzuschreiben. d) Der Verkauf eines NPL-Portfolios unter Marktwert an verbundene Unternehmen einiger ihrer neuen Eigentümer zu Lasten von Gläubigern. e) Die unrechtmäßige Kündigung ihrer Tier-1-Instrumente, wodurch mutmaßlich die oben genannten unzulässig generierten Verluste materialisiert werden und die neuen Eigentümer ungerechtfertigte Gewinne erzielen. 

Keine Vertrauensbasis vorhanden
Die Gläubiger haben zudem kein Vertrauen in die Prospekte der Bank und Aussagen des Vorstands der HCOB. Die HCOB, einschließlich ihres Vorstandsvorsitzenden Stefan Ermisch und des Finanzvorstands Oliver Gatzke, hat nach Ansicht der Gläubiger irreführende und fehlerhafte Aussagen über die Rechnungslegung der Bank, ihre Zukunft und geplante Maßnahmen getroffen.

Katz und Maus-Spiel mit den Nachranggläubigern?
Noch am 26. November 2018 veröffentlichte die HCOB eine Mitteilung, die nur so interpretiert werden konnte, dass die Tier-1-Instrumente bis zum Nennwert hochgeschrieben und künftig Coupons gezahlt werden sollten. Wenige Tage nach diesem Datum wurden die Tier-1-Instrumente jedoch gekündigt. (kb)
 

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