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Inflation: Top erreicht, aber keine schnelle richtige Entspannung

Auch im Dezember 2021 legte die deutsche Inflationsrate weiter zu. Nach einem Rekordanstieg im November von 5,2 Prozent kletterte sie nun im Dezember um 5,3 Prozent. Dies ist der stärkste Anstieg der Lebenshaltungskosten in Deutschland seit Juni 1992.

Ulrike Kastens
Ulrike Kastens, Volkswirtin Europa bei der DWS Group
© DWS

Während also die deutsche Inflationsrate noch einmal zulegte und im Dezember 5,3 Prozent erreichte, zeichnet sich hingegen beim harmonisierten Verbraucherpreisindex eine kleine Entspannung ab. Nach 6,0 Prozent im November lag er „nur“ noch bei 5,7 Prozent im Dezember 2021. "Preistreiber waren die üblichen Verdächtigen: Energie mit 18,3 Prozent, Nahrungsmittel mit 6,0 Prozent, aber auch Dienstleistungen mit 3,1 Prozent - jeweils im Vergleich zum Vorjahr -, analysiert Ulrike Kastens, Volkswirtin Europa bei der DWS Group.

Höhepunkt der Inflation wohl erreicht
Insgesamt geht man bei der DWS davon aus, dass in Deutschland, aber auch in der Eurozone der Höhepunkt der Inflationsentwicklung im Dezember erreicht sein dürfte. Doch auf eine wirkliche spürbare Entlastung müssen die Verbrauer weiter warten. Nicht nur der hohe Ölpreis, sondern vor allem die drastisch gestiegenen Gas- und Strompreise zu Beginn des laufenden Jahres werden vor allem beim Verbraucher das Gefühl hinterlassen, dass alles sehr teuer geworden ist. Bei von der DWS erwarteten Inflationsraten von drei bis vier Prozent im ersten Halbjahr 2022 in Deutschland ist dies sicherlich gerechtfertigt. Real bleibt da bei den Haushalten kaum etwas in der Tasche. Dies wird den Ruf nach deutlich steigenden Löhnen, nicht nur in Deutschland, weiter verstärken.

EZB hob Inflationsprognose zuletzt deutlich an
Die Europäische Zentralbank hat im Dezember ihre Inflationsprognosen für das Jahr 2022 deutlich auf 3,2 Prozent für die Eurozone angehoben, mittelfristig prognostiziert sie aber weiterhin Inflationsraten von unter zwei Prozent. Mit den aktuellen Zahlen aus Deutschland, die wiederum – wie auch die Inflationsraten aus den anderen Ländern des Währungsgebiets – über den Markterwartungen lagen, dürfte die Forderungen, besonders aus Deutschland, steigen, dass die EZB schneller aus dem Anleiheankaufprogramm aussteigen sollte. "Schnell dürfte sie diesem Druck allerdings nicht nachgeben", vermutet Ulrike Kastens. (kb)

 

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