"Industrieller Selbstmord”: Konzern schließt deutsche Standorte
Ein bekannter Chemiekonzern reduziert seine Produktion in Deutschland und schließt zwei Produktionsstätten. Schuld daran sin die hohen, heimischen Energiepreise und günstigere Importe der außereuropäischen Konkurrenz. Das Management geht aus gutem Grund mit der heimischen Politik hart ins Gericht.
Der Chemiekonzern Ineos will seine Produktion in Deutschland zurückfahren und verweist auf hohe Kosten und billige Importe. Das Unternehmen des Milliardärs Jim Ratcliffe warnt seit Langem, dass hohe Energie- und CO?-Kosten die Wettbewerbsfähigkeit der Region untergraben. Darüber informiert Bloomberg News.
Rohstoffe für wichtige Branchen werden nun nicht mehr produziert
Das Unternehmen wird zwei Produktionsstätten am Standort Rheinberg in Nordrhein-Westfalen schließen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Diese stellen Inhaltsstoffe her, die in Bereichen von Verteidigung und Automobilindustrie bis hin zu erneuerbaren Energien und Arzneimitteln verwendet werden. Durch die Schließung gehen 175 Arbeitsplätze verloren.
"Industrieller Selbstmord"
“Europa begeht industriellen Selbstmord”, sagte Stephen Dossett, Leiter der Inovyn-Einheit, die die Kürzungen vornimmt. “Während Wettbewerber in den USA und China von billiger Energie profitieren, werden europäische Produzenten durch unsere eigene Politik und das Fehlen von Zollschutz aus dem Markt gedrängt.“
Andere Firmen zeigen dem Alten Kontinent ebenfalls die kalte Schulter
Auch andere große Unternehmen überprüfen derzeit ihr Chemiegeschäft in Europa. Dow hat in diesem Jahr Kapazitäten in den Niederlanden stillgelegt, Exxon Mobil schloss bereits im vergangenen Jahr Chemiewerke in Frankreich. Von TotalEnergies kam eine Ankündigung zur Schließung seines größten Ölverarbeitungskomplexes in Europa in Antwerpen.
Wahnsinn und ökologische Heuchelei
“Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem gut investierte, effiziente europäische Werke geschlossen werden, während die globalen Emissionen steigen”, sagte Dossett. “Das ist nicht nur wirtschaftlicher Wahnsinn, sondern auch ökologische Heuchelei.” (aa)

