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In diesem Anleihensegment fühlt sich Mark Dowding derzeit wohl

Der Rentenchef von RBC BlueBay Asset Management zeichnet ein aktuelles Marktbild und erklärt, bei welcher Art von Anleihen er unlängst größere Positionen eingegangen ist.

Mark Dowding, RBC Bluebay Asset Management
Mark Dowding, RBC Bluebay Asset Management© RBC Bluebay Asset Management

Eckpunkte:

  • Höhere Energiepreise sorgen für höhere Inflationsraten
  • Europäische Zentralbanken werden Zinsen erhöhen, Fed wohl eher senken
  • Inflation-Linked-Bonds aussichtsreich
  • Risikomärkte haben viel Gutes bereits eingepreist

Höhere Ölpreise, höhere Inflationsraten
Fast 70 Tage nach Beginn der Operation „Epic Fury“ scheinen sich Fortschritte in Richtung eines Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran abzuzeichnen, da Washington die Grenzen militärischen Drucks erkennt. Ein Abkommen könnte zwar die Störungen im Schiffsverkehr lindern, doch wie lange wird es Bestand haben? Diese Frage stellt Mark Dowding, Fixed Income CIO bei RBC BlueBay Asset Management, in seinem aktuellen Wochenkommentar.

Dowding und sein Team gehen weiterhin davon aus, dass die Ölpreise auf hohem Niveau bleiben und die Rohöl-Futures bis zum Ende dieses Jahres bei etwa 85 US-Dollar liegen werden, selbst wenn die Meerenge relativ bald wieder geöffnet wird. Die Inflation dürfte bei vier Prozent in den USA und bei drei Prozent in der Eurozone verharren, bedingt durch höhere Preise für Lebensmittel, Energie und eine Vielzahl anderer Güter, bei denen die Transport- und Vorleistungskosten gestiegen sind.

EZB und BoE müssen wohl Zinsen erhöhen
Vor diesem Hintergrund bleibt laut Dowding eine Zinserhöhung durch die EZB wahrscheinlich, und es ist anzunehmen, dass auch die Bank of England diesem Beispiel folgen wird, angesichts tiefgreifender inflationärer Übertragungseffekte und ungeachtet der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung.

Inflation-Linked-Bonds interessant
Auf der anderen Seite des Atlantiks sieht Dowding für 2026 weiterhin keine Änderung der Fed-Politik. Der nächste Schritt bei den US-Zinsen dürfte allerdings eher eine Senkung als eine Anhebung sein, wenn die Inflation ab 2027 zu sinken beginnt. "Folglich halten wir es für unwahrscheinlich, dass die Renditen fünfjähriger US-Staatsanleihen über vier Prozent hinaus weiter steigen werden, und wir haben bei Renditen auf diesem Niveau einen Inflations-Breakeven-Trade auf mittelfristige US-TIPS in eine reine Long-Position in inflationsgebundenen Anleihen umgeschichtet", merkt Dowding an.

"Auch in Europa kommt unsere Vorliebe für inflationsgebundene Anleihen in Form einer direkten Position in Realrenditen mit kurzen bis mittleren Laufzeiten zum Ausdruck. Da einige Zentralbanken angesichts des nachlassenden Wirtschaftswachstums geneigt sein dürften, über erhöhte Verbraucherpreisindex-Werte hinwegzusehen, behalten wir diese Positionierung gerne bei", ergänzt Dowding.

Aktienmarkt im Bullenmodus
Abgesehen von einigen makroökonomischen und politischen Faktoren haben sich Risikoanlagen in zuletzt Woche weiter kräftig entwickelt, wobei die Aktienindizes in den USA und Asien neue Rekordhöhen erreichten. "Die starke Gewinndynamik und ein scheinbar unstillbarer Appetit auf KI haben Privatanleger dazu veranlasst, eifrig auf den Zug aufzuspringen. Diejenigen, die sich über Bewertungen und erhöhte KGVs Sorgen gemacht haben, verfolgen die Entwicklung mit Wehmut", spricht Dowding vielen vorsichtigeren Investoren aus dem Herzen.

Die FOMO-Stimmung (Fear of Missing Out) bringe Dowding zweifellos viele dazu, jetzt auf den Zug aufzuspringen, und eine bullische Stimmungswende könnte in naher Zukunft die Kursentwicklung beschleunigen, wenn Positionen und Hebel noch einmal erhöht werden.

Im Credit-Bereich lässt sich Dowding zufolge eine derart positive Stimmung jedoch nur schwer widerspiegeln. Ähnlich wie bei Aktien erscheinen die Bewertungen historisch überzogen, doch im Gegensatz zu Aktien gibt es hier keinen Anreiz durch einen „Right Tail“ in der Renditeverteilung, also keine überdurchschnittlichen Gewinne durch die Auswahl von Gewinner-Aktien.

Alles Gute scheint eskomptiert zu sein
"
So gut wie alle guten Nachrichten scheinen derzeit bereits eingepreist zu sein, was uns relativ vorsichtig stimmt. Allerdings werden Preise von Käufern und Verkäufern gemeinsam bestimmt. Die Preise können also weiter steigen, wenn das Pendel zwischen Angst und Gier weiterhin in eine konstruktive Richtung ausschlägt", merkt Dowding an.

Bei aller Vorsicht sollte man sich Dowding zufolge vor Pessimismus hüten. Renditen und Spreads bei Staats- und Unternehmensanleihen werden weiterhin von Wirtschaftsdaten, politischen Maßnahmen, Änderungen der Bonität und Änderungen der Ausfallquote bestimmt. Sobald sich der geopolitische Lärm legt, werden Anleger wieder deutlich mehr auf die Daten schauen. (aa)

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