Immobilien-Index: Preisentwicklung driftet auseinander
In der zweiten Hälfte des ersten Halbjahrs setzte sich die differente Preisentwicklung auf dem deutschen Immobilienmarkt fort. Besonders deutlich zu sehen war, dass Gewerbeimmobilien am stärksten unter den multiplen Krisen leiden.

Eckpunkte:
- Spreizung am deutschen Immobilienmarkt nimmt zu
- Das gilt vor allem für Gewerbeimmobilien
- Das ist Daten des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) zu entnehmen
Der deutsche Immobilienmarkt hat sich in den vergangenen Monaten bemerkenswert uneinheitlich entwickelt. Das berichtet der Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP), der sich dabei auf seinen Immobilienpreisindex bezieht. Der Index stieg zwar im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem ersten Quartal 2025 um 1,3 Prozent, und im Vergleich zu den ersten drei Monaten des aktuellen Jahres gab er krisenbedingt nur um 0,1 Prozent nach.
Aber im Detail verlief die Preisentwicklung sehr unterschiedlich. Während Wohnimmobilien von April bis Juni dieses Jahres um 1,9 Prozent teurer wurden, verzeichneten Büro- und Einzelhandelsimmobilienpreise im Vergleich zum Vorjahresquartal Preisrückgänge von minus 1,2 Prozent beziehungsweise minus 0,2 Prozent. Die größten Preissteigerungen eines Immobiliensektors wurden bei Eigentumswohnungen mit einem Plus von 2,6 Prozent registriert.

Quelle: Verband deutscher Pfandbriefbanken
Gewerbeimmobilien leiden unter den Krisen
"Erwartungsgemäß reagiert der Gewerbeimmobilienmarkt stärker als der Wohnimmobilienmarkt auf die geopolitischen Entwicklungen, die gestiegenen Inflationserwartungen und die Zinsentwicklung", kommentiert VDP-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt die aktuellen Daten. Auch die verhaltene konjunkturelle Entwicklung wirke sich wenig überraschend stärker auf Gewerbeimmobilien aus. Bei den Wohnimmobilien führe der fortbestehende Nachfrageüberhang weiterhin zu Preissteigerungen.
Wie gewohnt ist die Preisentwicklung in den Top-Sieben-Städten dynamischer als im gesamten Bundesgebiet. In den Metropolen stiegen die Preise im Vorjahresvergleich um 2,1 Prozent. Hamburg war mit einem Plus von 3,8 Prozent Spitzenreiter, gefolgt von Köln (2,5 Prozent), Frankfurt und Düsseldorf (jeweils 2,4 Prozent) sowie München (2,3 Prozent).
Ein interessantes Detail: Mit durchschnittlich 1,5 Prozent erhöhten sich die Neuvertragsmieten in den Top-Sieben-Städten spürbar geringer als in Gesamtdeutschland, wo die durchschnittliche Mietpreissteigerung 3,2 Prozent betrug. Besonders auffällig ist, dass in Berlin die Mieten zuletzt "nur" noch um 0,6 Prozent teurer wurden. (ae)


