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Immer mehr institutionelle Anleger setzen auf Private Assets

Geopolitische Sorgen und die Angst vor einer Verlangsamung der Weltwirtschaft haben zugenommen und dominieren in der Wahrnehmung institutioneller Investoren. Um diesen Risiken zu begegnen, setzen diese in wachsendem Maße auf nicht börsengehandelte Vermögenswerte, eben Private Assets.

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Carlos Böhles, Leiter institutionelles Geschäft bei Schroders in Frankfurt am Main, sagt: „Institutionelle stehen vor beträchtliche Herausforderungen, um die langfristigen Renditeverpflichtungen zu erfüllen. Am Markt gibt es gegenwärtig nur wenige Möglichkeiten, Private Assets zählen dazu. Das wird den Investoren auch zunehmend bewusst, wie unsere Studie beweist. Um Institutionellen bestmögliche Unterstützung bei Investments in nicht-börsengehandelte Anlagen zu bieten, haben wir den Bereich Private Assets über die vergangenen Jahre strategisch ausgebaut. So haben wir 2017 die Private-Equity-Gesellschaft Adveq  (heute Schroder Adveq) übernommen und 2018 den pan-europäischen Hotelmanager Algonquin (heute Schroder Real Estate  Hotels) akquiriert. Zudem kamen im laufenden Jahr das deutsche Immobilienunternehmen Blue Asset Management sowie der vollständige Erwerb der schweizerischen Secquaero  Advisors, eines Spezialisten für versicherungsgebundene Wertpapiere, hinzu. Institutionellen bieten wir damit vielfältige Möglichkeiten, um ihre Renditeziele zu erreichen.“
© Schroders

Die Schroders Institutional Investor Study 2019, für die 650 institutionelle Investoren mit einem verwalteten Gesamtvermögen von rund 25,4 Billionen US-Dollar befragt wurden, hat gezeigt: Politische Ereignisse rücken als Quelle von Sorgen immer mehr in den Vordergrund. So sagte mehr als die Hälfte der Investoren (52 Prozent), dass sich die Politik und weltweit bedeutsame Ereignisse wie der Brexit und die derzeitigen Handelskonflikte in den nächsten zwölf Monaten auf die Wertentwicklung von Anlageportfolios auswirken dürften. Das ist eine deutliche Zunahme gegenüber den Jahren 2017 und 2018, in denen 32 Prozent beziehungsweise 44 Prozent der Anleger diese Auffassung vertraten. 

Handelskonflikte, Brexit und Wachstumsabschwächung als größte Investorensorgen 
Mehr als ein Drittel der Investoren (37 Prozent) nannte zudem eine Verlangsamung der Weltwirtschaft als ihre größte Sorge – verglichen mit 27 Prozent vor einem Jahr. Diese Umfrageergebnisse reflektieren möglicherweise die immer spürbareren Auswirkungen geopolitischer Spannungen und politischer Ereignisse wie des sich ständig zuspitzenden Handelskonflikts oder der anhaltenden Unklarheit in Bezug auf den Brexit auf die globale Wirtschaft – während in den Jahren davor noch Hoffnung herrschte, dass diese und ähnliche Angelegenheiten schnell gelöst werden könnten.

Straffung der Geldpolitik, Regulierung oder Cyber-Angriffe weniger relevant
Gleichzeitig wurden höhere Zinssätze als größter Einflussfaktor für die Investment-Performance genannt – wenn auch von weniger Umfrageteilnehmern als im Vorjahr. Hierfür dürften die zunehmende Abschwächung der globalen Konjunktur und die Ankündigungen der wichtigsten Zentralbanken eine Rolle gespielt haben, ihre Geldpolitik wieder oder weiter zu lockern, um die Wirtschaft anzukurbeln. Zuvor als sehr bedeutsam eingeschätzte Faktoren verloren dagegen in den vergangenen zwölf Monaten stetig an Relevanz. Hierzu zählt eine Straffung der Geldpolitik, Regulierungsbestimmungen oder die Gefahr von Cyber-Angriffen.

Institutionelle weniger als Emerging Markets interessiert
In puncto einzelne Anlageklassen hat das Interesse institutioneller Investoren an den Schwellenländern nachgelassen. Ihr durchschnittlicher Portfolio-Anteil ist von 15 Prozent in 2017 auf zehn Prozent in diesem Jahr zurückgegangen. Und für die nächsten zwölf Monate wird für diese Anlageregion ein weiterer Rückgang auf neun Prozent erwartet.
Fast ein Drittel der Investoren (29 Prozent) hält seine Investments zwischen drei und fünf Jahren, und lediglich zehn Prozent tun dies über einen gesamten Zyklus hinweg. Demgegenüber verwies mehr als die Hälfte der Investoren (53 Prozent) auf einen größeren Bedarf an maßgeschneiderten Produkten, weil Fonds „von der Stange“ den finanziellen Zielen ihres Unternehmens oder ihrer Organisation nicht gerecht werden.

Private Assets: Jeder Zweite will mehr davon
Für die zukünftigen Renditeerwartungen der Investoren spielt ihre fortgesetzte Ausrichtung auf Private Assets eine wichtige Rolle. Mehr als jeder Zweite (52 Prozent) plant, den Anteil solcher Vermögenswerte in seinem Portfolio in den nächsten drei Jahren zu erhöhen. Insbesondere bieten Private Assets aus Investorensicht die Möglichkeit, sowohl höhere Renditen zu erzielen als auch Portfolios breiter zu diversifizieren.

Renditehoffnung Private Equity
Innerhalb der Anlageklasse Private Assets ist es Private Equity, von dem sich die Investoren die höchsten Renditen erhoffen: 69 Prozent der Anleger erwarten hieraus Renditen von über fünf Prozent. Entsprechend planen von denjenigen globalen Institutionen, die Private Assets aufstocken wollen, 37 Prozent, den Portfolio-Anteil von Private Equity zu erhöhen. Mit erheblichem Abstand folgen Private Debt, Infrastruktur-Aktieninvestments sowie Immobilien.

Herausfordernde Komplexität bei Privatmarktanlagen
Als größte Herausforderung bezeichnen die Investoren die Kosten und die Komplexität von Anlagen in Private Assets. Außerdem sorgen hohe Bewertungen bei Investments in die Anlageklasse für Bedenken.

Welche Bedenken Institutionelle bei Investments in Private Assets haben
Das zeigt die folgende Grafik.

Quelle: Schorders

Gesamtrenditeerwartungen kaum verändert
Trotz der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen haben sich die Renditeerwartungen der Investoren in den vergangenen zwölf Monaten kaum verändert. Weltweit rechnet die Mehrheit der Investoren (57 Prozent) in den nächsten fünf Jahren mit jährlichen Renditen zwischen fünf und neun Prozent. Vor einem Jahr hatten 60 Prozent der Anleger Renditen in dieser Größenordnung erwartet.

Geographisch betrachtet ist die Kluft zwischen einem optimistischen Nordamerika einerseits und zurückhaltenderen Investoren in Europa andererseits deutlich größer geworden: Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Anleger in Nordamerika rechnen mit Renditen zwischen fünf und neun Prozent – verglichen mit lediglich 42 Prozent in Europa.

Mehr illiquide Assets sind ein Gebot der Stunde
Georg Wunderlin, Global Head of Private Assets bei Schroders: „Institutionelle sind sich zunehmend bewusst, dass sie angesichts ihrer langfristigen Verpflichtungen einen größeren Anteil illiquider Assets in ihren Portfolios allokieren sollten. Deshalb zielen sie zunehmend darauf ab, Illiquiditätsprämien zu vereinnahmen und gleichzeitig ihre Portfolios breiter zu diversifizieren. Private Assets bieten Zugriff auf ein großes Anlageuniversum mit einem breiten Spektrum an Risiken und Renditen, Korrelationen, Cashflows und den Möglichkeiten von Risikokapital. Entsprechende Portfolios können individuell zugeschnitten werden, damit sie die Ergebnisse liefern, die der jeweilige Investor benötigt. Angesichts der Marktbedingungen interessieren sich Investoren besonders für Strategien, die auf ‚tiefgehenden operativen Fähigkeiten’ beruhen und bei denen Performance von den zuständigen Investmentteams effektiv realisiert werden kann. Beispiele sind Buyouts bei kleinen oder mittelgroßen Unternehmen im Private-Equity-Segment oder differenzierte Wertsteigerungsstrategien für Immobilien. In beiden Bereichen wird die Performance deutlich weniger durch Marktzyklen beeinflusst.“ (kb)

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