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Im 100-Billionen-Dollar-Club: Die 20 größten Asset Manager der Welt

Die von der Fondsindustrie weltweit verwalteten Assets überschreiten zum ersten Mal in der Geschichte der Branche die Marke von 100 Billionen US-Dollar. Dabei nimmt die Konzentration auf die Top-20-Manager weiter zu.

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© Dmitry / stock.adobe.com

Die von den 500 größten Vermögensverwaltern der Welt verwalteten Assets überstiegen Ende 2019 erstmals den Wert von 100 Billionen US-Dollar. Insgesamt verwalteten die Branchengrößen ausgangs des vorigen Jahres 104,4 Billionen US-Dollar, so eines der Ergebnisse einer neuen Studie des Thinking Ahead Institute in London. Das entspreche einem Anstieg von 14,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als die insgesamt verwalteten Vermögenswerte 91,5 Billionen US-Dollar betrugen, gegenüber dem Jahr 2000, als dieser Wert noch bei 35,2 Billionen US-Dollar lag, sei das sogar fast eine Verdreifachung.

Die Untersuchung, die in Zusammenarbeit mit dem US-Magazin Pensions & Investments durchgeführt wurde, bestätigt zudem eine wachsende Konzentration der verwalteten Fondsmittel auf die 20 größten Fondsmanager (siehe die unten abgebildete Tabelle). Deren Marktanteil ist in diesem Zeitraum auf 43 Prozent des Gesamtvermögens gestiegen, im Jahr 2000 lag der Wert noch bei 38 Prozent, im Jahr 1995 sogar bei nur 29 Prozent. Es zeigt sich zudem, dass in den letzten zehn Jahren 232 Namen von Vermögensverwaltern aus der Rangliste herausgefallen sind.

Bedeutender Wachstumstrend bei Investments in private Märkte
"Die Investmentbranche war schon immer dynamisch, aber das Tempo des Wandels beschleunigt sich, was sich insbesondere in einer voranschreitenden Konsolidierung manifestiert", kommentiert Roger Urwin, Mitbegründer des Thinking Ahead Institute, die Ergebnisse. Darüber hinaus verändere die rasch fortschreitende Technologie auch Art und Form der verwalteten Mandate und bringe Produkte hervor, die weniger verwaltungsaufwändig und damit rationeller sind.

"Das hat zu einem Wachstum nicht nur bei passiven Investments und Index-Trackern, sondern auch bei faktorgetriebenen Produkten und lösungsorientierten Angeboten geführt", so Urwin. "Auch das Produktspektrum in den privaten Märkten, wo Anleger bei höherem Risiko nach höheren Renditen suchen, hat in den letzten zehn Jahren einen bedeutenden Wachstumstrend fortgesetzt." Der Untersuchung zufolge ist das in der Umfrage ermittelte passiv verwaltete Vermögen von 4,9 Billionen US-Dollar im Jahr 2015 auf 7,9 Billionen US-Dollar Ende 2019 gestiegen.

Rationalisierungsvorteile gesucht
Urwin wies zudem darauf hin, dass auch die meisten Prozesse im Rahmen der Vermögensverwaltung via Fonds sich weiterentwickeln — einschließlich der Bereiche Investment und operativer Betrieb sowie Entscheidungsfindung. Das werde insbesondere dadurch vorangetrieben, dass Vermögenseigentümer zunehmend Rationalisierungsvorteile durch Outsourcing nutzen wollen, aber auch durch einen immer häufiger angewandten sogenannten "Total-Portfolio-Ansatz", insbesondere wenn es um das Erzielen absoluter Renditen gehe. Auch der stetig steigende Einsatz der Indexnachbildung via ETFs, spiele dabei eine Rolle, wobei es verstärkt zu einer aktiven Auswahl des passenden Index komme.

Als weitere Ergebnisse der Untersuchung nennen die Experten des Thinking Ahead Institutes:

  • 50 Prozent der befragten Asset Manager haben den Anteil von ethnischen Minderheiten und von Frauen in Führungspositionen erhöht.
  • Das Kundeninteresse an nachhaltigen Investments, einschließlich der Wahrnehmung von Stimmrechten, ist bei 88 Prozent der Fondsmanager gestiegen.
  • 84 Prozent der Asset Manager haben die für Technologie und die Verarbeitung von großen Datenmengen eingesetzten Ressourcen erhöht, beim Thema Cybersicherheit trifft das auf 76 Prozent der Befragten zu.
  • Die Zahl der angebotenen Produkte ist im Laufe des vergangenen Jahres bei 65 Prozent der befragten Unternehmen gestiegen.
  • Die Gesamthöhe der Verwaltungsgebühren ist bei 34 Prozent der Asset Manager gesunkne und nur bei sieben Prozent gestiegen.
  • 51 Prozent der Fondsgesellschaften berichteten über einen Anstieg des Niveaus der durch den jeweiligen Regulator durchgeführten Aufsicht.

Darüber hinaus ändern sich laut den Experten des Thinking Ahead Institutes auch die Gesprächsthemen auf den verschiedenen Ebenen der Vermögensverwalter, um veränderten Erwartungen von Kunden, von Mitarbeitern, aber auch auf gesellschaftlicher Ebene im Allgemeinen Rechnung zu tragen. Diese seien zunehmend verbunden mit Fragen nach Zweck und Kultur eines Unternehmens, nach Aspekten wie Diversität und Integration sowie nach der Umsetzung von Nachhaltigkeitsthemen, und zwar auf höchster Ebene dieser Organisationen. (hh)

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