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Ifo-Chef Clemens Fuest: Vom Brexit profitiert niemand

Heute tritt das Vereinigte Königreich aus der EU aus. Der Abschied bringt keine Gewinner hervor, sagt Ifo-Ökonom Clemens Fuest.

Clemens Fuest, Chef des Münchner Ifo-Instituts
Clemens Fuest, Chef des Münchner Ifo-Instituts
© Christoph Hemmerich / FONDS professionell

Der Tag ist gekommen: Freitag, 31. Januar, 2020, verlässt Großbritannien die Europäische Union. Die "Brexiteers" hatten ihren Landsleuten viele Vorteile durch den Austritt versprochen. Letztlich nützt er aber niemandem, meint Clemens Fuest, Chef des Ifo-Instituts. "Wirtschaftlich gibt es vor allem Verlierer", erklärte Fuest, der fünf Jahre an der Universität in Oxford gelehrt hat, im Gespräch mit dem "Handelsblatt". Wie groß die Verluste ausfallen, hängt von den weiteren Verhandlungen ab. "Gibt es kein Freihandelsabkommen, wird die deutsche Autoindustrie zu den großen Verlierern gehören", prognostiziert der Ökonom.

Auch für Englands Hauptstadt bedeutet der Brexit einen Rückschlag. "London fällt im globalen Wettbewerb mit Plätzen wie New York oder Hongkong zurück, weil es eben nicht mehr die Eintrittstür in die EU ist", so Fuest. Viele Banken und Versicherer haben zuletzt ihre Büros in Dublin gestärkt. Wie viele Fachkräfte aus der Finanzbranche und der Assekuranz noch aus Großbritannien in die EU flüchten, wird stark von der künftigen Regulierung in der EU abhängen, glaubt der Ifo-Ökonom. "Aber der Wachstumskurs Londons hat sich nicht fortgesetzt."

Keine Verbrüderung mit Washington
Der Experte geht davon aus, dass Großbritannien und die EU auch in Zukunft wirtschaftlich eng zusammenarbeiten werden, allen Gepolters aus der Downing Street zum Trotz. "Beide Seiten haben ein starkes Interesse daran, sich zu einigen", erklärte er im "Handelsblatt"-Interview. "Ich denke, sie werden sich am Ende zusammenraufen."

Mit einem raschen Freihandelsabkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und den USA rechnet Fuest nicht: "Die US-Administration ist eher protektionistisch eingestellt. Und anders als mit der EU haben Großbritannien und die USA keine gemeinsame Regulierung und keine Nullzölle." (fp)

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