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"I", wie Inflation ... und Illusion

Die steigenden Teuerungsraten sind derzeit eines der wichtigsten Markt-Themen. Bei Jupiter ist man jedoch der Meinung, dass es sich beim derzeitigen Anstieg um einen Sturm im Wasserglas handelt. Ihre Argumente wirken dabei durchaus stichhaltig – wir haben sie zusammengefasst.

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Anhaltender Druck auf Lohnwachstum
Schwaches Lohnwachstum ist ebenfalls ein Faktor, der die langfristige Inflation unserer Ansicht nach dämpfen wird. Der Bedeutungsverlust der Gewerkschaften sowie die zunehmende Macht und der Einfluss einer Handvoll globaler Monopole sind Anzeichen dafür, dass der Druck auf das Lohnwachstum anhalten wird. Infolge der durch KI, Robotik und Automatisierung verursachten Disruption wird sich das schwache Lohnwachstum verfestigen. Die strukturelle Inflation kann nur zu einem dauerhaften Problem werden, wenn die Lohninflation fest verankert ist und zunimmt. Im Jahrzehnt ab 2010 verzeichnete die Welt den längsten Wirtschaftsboom der Nachkriegsgeschichte mit Vollbeschäftigung, quantitativer Lockerung auf Abruf und Steuersenkungen für Unternehmen – dennoch lag die US-Inflation im Durchschnitt lediglich bei 1,6 Prozent. Derzeit herrscht eine Flaute auf dem Arbeitsmarkt: So bezieht momentan einer von acht Amerikanern in irgendeiner Form Arbeitslosengeld. Wenn es 2018 nicht zu einer Inflation kam, als die Märkte sich von Trumps Steuersenkungen begeistert zeigten und der Arbeitsmarkt deutlich angespannter war, warum sollte sie dann jetzt kommen? Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang auch, dass die japanische Zentralbank über 30 Jahre lang all das versucht hat, was Europa und die USA im letzten Jahrzehnt umgesetzt haben, um eine nachhaltige Inflation zu erzeugen – ohne Erfolg.

Chinesischer Kreditimpuls als Indikator
Auch der chinesische Kreditimpuls geht zurück, was den weltweiten Produktionssektor belasten könnte. Unseres Erachtens war der chinesische Kreditimpuls in den letzten zehn Jahren einer der besten Frühindikatoren für globale makroökonomische Trends – die Abbildung oben stellt da, wie er den globalen Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe vorausgeht.
© jupiter

"Derzeit vergeht kaum ein Tag ohne Schlagzeilen, die eine baldige Rückkehr der Inflation vorhersagen. Die Frage ist jedoch, ob die Daten lediglich statistische Ausschläge des Pendels widerspiegeln oder ob sich ein neuer Trend abzeichnet. Wir sind der festen Überzeugung, dass die Zinsen für längere Zeit auf einem niedrigen Niveau verharren werden. Mit der Wiedereröffnung der Wirtschaft der einzelnen Länder wird es zweifellos zu einem Wachstums- und Inflationsschub kommen. Gründe dafür werden jedoch hauptsächlich niedrige Basiseffekte und einige vorübergehende Angebotsengpässe sein", schreiben die beiden Jupiter-Manager Ariel Bezalel, Head of Strategy, Fixed Income und Harry Richards, Fondsmanager im Fixed Income-Team bei Jupiter

Bald nachlassender Druck
Der Druck durch diese Faktoren dürfte demnach spätestens nach ein bis zwei Quartalen nachlassen. "Kurzfristig wird der Inflationsdruck schwanken. Da wir ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risiko und Rendite anstreben, richten wir unseren Blick jedoch auf längerfristige Trends. Die strukturelle Inflation wird überall durch ein Zusammenspiel von zu hoher Verschuldung, der „Zombifizierung“ des Unternehmenssektors, alternder Bevölkerungen und der durch Globalisierung, Technologie und Niedriglohnarbeit verursachten Umbrüche in Schach gehalten", so die Einschätzung des Duos.

In der Galerie oben haben wir die wichtigsten Argumente der beiden Manager zusammengefasst – einfach ins erste Bild klicken... (hw)

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