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Hybridauto-Boom als weiterer Grund für Optimismus bei Palladium

Palladium wird hauptsächlich zur Verringerung der Schadstoffemissionen bei Benzinmotoren verwendet. Wer jedoch darauf setzt, dass die Zunahme von Elektrofahrzeugen die Nachfrage dämpfen wird, dürfte nach Einschätzung des Top-Produzenten des Metalls, Norilsk Nickel, enttäuscht sein.

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Palladium ist im Aufwind nicht zuletzt dank einer Angebotslücke, die wohl bis 2020 anhalten wird.
© Fotolia

Hybrid-Elektroautos, die zur Senkung des Schadstoffausstoßes auch Edelmetalle benötigen, stellen einen wachsenden Prozentsatz der zukünftigen Nachfrage dar, sagt Anton Berlin, Leiter Analyse und Marktentwicklung bei Norilsk Nickel, gegenüber Bloomberg News. Der russische Bergbaukonzern prognostiziert, dass der kombinierte Palladiumeinsatz in Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen im nächsten Jahr fast das Dreifache des Jahres 2016 erreichen wird.

Norilsk prognostiziert nicht als einziger ein Hybrid-Wachstum
Zwar sei der geplante Anstieg bei Elektrofahrzeugen beträchtlich, jedoch sei dieser nicht mit der erwarteten Expansion in der Hybridelektrik vergleichbar, schrieb J.P. Morgan im Oktober in einem Bericht. Prognosen zufolge werden Hybride voraussichtlich von nur drei Prozent des Weltmarktanteils im Jahr 2016 auf 23 Prozent der Verkäufe bis 2025 wachsen.

Palladium hat im vergangenen Jahr um 19 Prozent zugelegt
Im Dezember wurden mehrere Rekorde aufgestellt und zeitweise Gold als wertvollstes Hauptmetall übertroffen. Die Nachfrage dürfte 2018 das siebte Jahr in Folge das Angebot überstiegen haben.

Analysten erwarten weitere Gewinne für 2019
So sieht Citigroup keine Besserung beim Angebot. Die Nutzer leihen das Metall aus, um ihren unmittelbaren Bedarf zu decken, was den Ein-Monats-Ausleihesatz auf ein Allzeithoch von 34,5 Prozent getrieben hat. "Die Preise reagieren auf eine klare Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage", sagt Maxwell Gold, Direktor Anlagestrategie bei Aberdeen Standard Investments, gegenüber Bloomberg. 

Große Angebotslücke
Die Produktion des Metalls dürfte im vergangenen Jahr um 603.000 Unzen hinter dem Verbrauch gelegen haben, und die Defizite dürften Citigroup zufolge bis 2020 anhalten. "Die Fundamentaldaten im Palladium-Markt sind so stark wie seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr", und damit konnte sich Palladium von dem schwachen makroökonomischen Umfeld loslösen, das den Ausblick anderer Edel- und Basismetalle getrübt hat, schrieben Citigroup-Analysten um Aakash Doshi in einer Studie. Das könnte die Rekord-Aufwärtsbewegung weiter anschieben, so dass Palladium im zweiten Quartal 2019 im Schnitt bei 1.300 US-Dollar notieren könnte, prognostizierten sie. Am Mittwochmorgen notierte das Metall bei etwa 1.265 US-Dollar je Unze.

Kommt es zur Substitution?
Es besteht eine gewisse Erwartung, dass die steigenden Kosten für Palladium die Autohersteller veranlassen könnten, nach Wegen zu suchen, um mehr des Schwestermetalls Platin zu verwenden, das in Dieselmotoren weit verbreitet ist. Berlin sagte jedoch, dass er nicht recht bald mit einer großen Substitution rechne. Der Wechsel brauche Zeit und sei möglicherweise wirtschaftlich nicht rentabel, sagte er.

Gegenstimmen 
Einige Analysten prognostizieren indes für 2019 einen Rückgang des Palladiumpreises. Der positive Nachfrageausblick spiegle sich bereits im Preis wider, der über das Ziel hinausgeschossen ist, sagt Georgette Boele, Koordinatorin der Devisen- und Edelmetallstrategie bei ABN Amro Bank. Die Aussichten für die Nachfrage bleiben jedoch weiterhin rosig. Die Zahl der Autos, die einen Katalysator aus einem Metall aus der Platingruppe (PGM) enthalten, wird im Jahr 2025 wahrscheinlich von fast 76 Millionen auf fast 90 Millionen steigen, sagt Carsten Menke, Rohstoffstratege bei Julius Bär. "Die PGM-Nachfrage im Allgemeinen und die Palladium-Nachfrage im Besonderen sollten in den nächsten sechs Jahren weiter wachsen." (kb)

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