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HSBC: Dollar-Rally könnte Investoren am falschen Fuß erwischen

HSBC sieht für den Dollar erhebliches Überraschungspotenzial. Sollte die US-Notenbank restriktiver vorgehen als vom Markt erwartet, könnte der Greenback deutlich stärker steigen – mit spürbaren Folgen für Anleger. Aber auch am Rentenmarkt droht eine überraschende Entwicklung.

© IMAGINATION STUDIO.x / stock.adobe.com/KI-generiert

Eckpunkte:

  • Ein stärkerer US-Dollar könnte viele Investoren teuer kommen
  • Dies gilt vor allem dann, wenn der Greenback schnell aufwerten sollte
  • Aber auch woanders droht ein "Pain Trade"

Ein deutlicher Anstieg des US-Dollar könnte sich laut HSBC Holdings in der zweiten Jahreshälfte zu einem der größten "Pain Trades" entwickeln.

Die Bank erwartet, dass der Dollar bis in die erste Jahreshälfte 2027 hinein allmählich zulegt. Zugleich warnt sie, die Rally könnte "explosive" Züge annehmen, falls die Federal Reserve signalisiert, dass sie zu einer stärkeren Straffung der Geldpolitik bereit ist, als die Märkte eingepreist haben, und falls geopolitische Spannungen erneut aufflammen.

Fed schürt Erwartungen an stärkeren Dollar
Das Risiko ist seit der Juni-Sitzung der Fed gestiegen. Dort hielten die Währungshüter den Fokus klar auf der Inflation und gaben kaum Hinweise auf den weiteren Kurs. Das hat die Aufmerksamkeit der Märkte wieder stärker auf Zinsdifferenzen gelenkt und dem Dollar in den vergangenen zwei Wochen zu Gewinnen gegenüber jeder wichtigen Währung verholfen.

"Ein stärkerer Dollar wäre schmerzhaft, aber wir sehen den 'Pain Trade' am Devisenmarkt in Form einer explosiveren Phase der Dollar-Stärke", schrieben Analysten um Paul Mackel in einem Bericht von Anfang dieser Arbeitswoche.

Dollar bleibt das Maß der Dinge
Der "Bloomberg Dollar Index" stieg im Juni auf ein Siebenmonatshoch, gestützt von der Botschaft der Fed und robusten US-Konjunkturdaten. Zugleich schwinden die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik in anderen Regionen.

In Europa hat sich diese Aussicht mit fallenden Ölpreisen abgeschwächt, während der Yen wegen der Sorge, die Regierung wolle die Bank of Japan zu einem langsamen Vorgehen bei weiteren Zinserhöhungen bewegen, auf ein 40-Jahres-Tief gefallen ist.

Hedgefonds haben ihre bullischen Wetten auf den Greenback auf den höchsten Stand seit 16 Monaten ausgebaut. Das ist ein Zeichen dafür, dass Anleger zunehmend mit weiteren Gewinnen rechnen.

Auch am Rentenmarkt könnte es für Investoren teuer werden
Ein weiterer von HSBC hervorgehobener "Pain Trade" ist eine Umkehr am Markt für US-Staatsanleihen. Anleger waren zu Jahresbeginn davon ausgegangen, dass die Renditekurve steiler wird, weil die Fed auf weitere Zinssenkungen zusteuerte. Hartnäckige Inflation, ein widerstandsfähiger Arbeitsmarkt und eine falkenhaftere Fed haben die Kurve stattdessen abgeflacht.

Die Renditen zweijähriger Treasuries, die besonders empfindlich auf Änderungen der Geldpolitik reagieren, sind in diesem Jahr um mehr als 60 Basispunkte gestiegen. Bei zehnjährigen Renditen waren es rund 20 Basispunkte.

Warum Wetten auf eine flache Zinskurve riskant werden
Das hat viele Anleger dazu veranlasst, sich für eine weitere Abflachung zu positionieren. HSBC warnt jedoch, dass solche Wetten rasch scheitern könnten, falls die Wirtschaft stark genug nachlässt, um die Fed in Richtung Lockerung zu drängen. Das würde eine erneute Versteilung der Renditekurve auslösen.

"Auch wenn die Positionierung in Flatteners möglicherweise nicht ganz so überlaufen ist, wie es Steepeners zu Jahresbeginn waren, glauben wir, dass eine Versteilung der Kurve nun einen 'Pain Trade' für die Märkte darstellen würde", schrieben Strategen um Dhiraj Narula in der Mitteilung. (mb/Bloomberg)

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