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HQ Trust: Frage nach der KI-Blase lässt keine pauschale Antwort zu!

Kaum ein Thema wird an den Finanzmärkten derzeit so heiß diskutiert wie die Frage, ob sich rund um Künstliche Intelligenz eine Blase bildet. HQ Trust hat aus diesem Grund die Bewertungen der Hyperscaler-Börsengrößen analysiert.

Dr. Thomas Neukirch
Dr. Thomas Neukirch© HQ Trust

Eckpunkte:

  • Wachsen die großen Hyperscaler in die Bewertungen hinein und wie lange dauert das?
  • Anleger sollten Gewinnentwicklung in den Fokus nehmen
  • Auf Basis der erwarteten Gewinne wachsen die meisten Unternehmen noch in die Bewertungen hinein
  • Aber: Auf Basis der realisierten Gewinne gilt das oft kaum mehr

Sind die hohen Bewertungen insbesondere der „Big Tech“-Unternehmen aus den USA noch gerechtfertigt? Oder bildet sich rund um Künstliche Intelligenz bereits eine Blase? Das Family Office HQ Trust hat dazu die Aktienbewertungen der Hyperscaler (Alphabet, Amazon, Microsoft, Meta und Nvidia) untersucht.

Im Mittelpunkt der Analyse stehen die Aktien der Hyperscaler: Wachsen die großen Tech-Stocks noch in ihre Gewinne hinein oder sind die Aktien längst überbewertet?

Eine Pauschalantwort auf diese Frage gibt es nicht, so HQ Trust. Wer genauer hinschaut, entdecke aber interessante Unterschiede, so der Leiter der Strategischen Vermögensplanung bei HQ Trust, Thomas Neukirch, und Kapitalmarktstrategin Shijiao You von HQ Trust.

Anzahl der Monate bis zur fairen Bewertung
Neukirch und You haben für die großen Hyperscaler untersucht, wie lange das Hineinwachsen der Unternehmen in die Bewertungen dauert und ob hierbei Trends zu erkennen sind. In der Analyse berechnen die Experten die Anzahl der Monate, die es dauert, bis die Gewinne von Alphabet, Amazon, Meta, Microsoft sowie Nvidia so weit angestiegen sind, dass bezogen auf ihren Preis im Vergleich zum Sektor eine faire Bewertung vorliegt.

Die Analyse von Neukirch und You startet im Dezember 1985, wobei vier der fünf Titel erst zu einem späteren Zeitpunkt an die Börse gingen. Die Untersuchung berücksichtigt sowohl die tatsächlich erzielten Gewinne als auch die Konsensschätzungen für die kommenden zwölf Monate. Liegen keine Datenpunkte vor, bedeutet dies, dass kein Hineinwachsen in die jeweilige faire Bewertung erfolgt ist.

„Im Trend wachsen die meisten Unternehmen derzeit noch in ihre Bewertungen hinein. Allerdings gilt das meist nur noch auf Basis der erwarteten Gewinne. Auf Basis der bereits realisierten Gewinne ist das kaum mehr der Fall“, so Neukirch.


Quelle: HQ Trust

Meta vorne, dicht gefolgt von Microsoft
Am besten steht gemäß der Analyse Meta da: „Auf Basis der realisierten wie auch der geschätzten Gewinnentwicklung hat es bezogen auf Mai 2026 nur einen Monat gedauert, bis die Bewertung rückblickend gerechtfertigt gewesen war“, so Kapitalmarktstrategin Shijiao You. „Dicht darauf folgt Microsoft mit einem Wert von 13 Monaten auf Grundlage der geschätzten Gewinnentwicklung per Mai sowie einem Monat per April. Ähnlich dynamisch zeigt sich Alphabet mit zwei Monaten Zeit zum Hineinwachsen per Ende März bezogen auf realisierte sowie erwartete Gewinne.“

Nvidia: aktuell keine Bewertungsexpansion
„Bei Amazon konnte das letzte Hineinwachsen in eine faire Bewertung auf Basis der geschätzten Gewinnentwicklung im März festgestellt werden: Damals lag der Wert bei 13 Monaten. In der Zeit davor konnte für Amazon kein Hineinwachsen festgestellt werden oder die Werte langen oft erheblich höher“, so You.

Und Neukirch resümiert: „Bei Nvidia sieht man, dass die Zeit, die dieses Unternehmen benötigen würde, um in seine Bewertung hinzuwachsen, auf Grundlage der geschätzten Gewinnentwicklung seit einiger Zeit bei 13 Monaten liegt. Bezogen auf die erwartete Gewinnentwicklung kommt es dort aktuell zu keiner Bewertungsexpansion mehr.“

Gewinneinschätzungen im Fokus
Für Investoren lassen sich aus der Analyse folgende Schlüsse ziehen: „Die Bewertungen der großen Tech-Stocks sind weiterhin ambitioniert“, sagt Neukirch. Die Analyse unterstreiche allerdings, dass die aktuelle Marktexpansion vornehmlich durch realwirtschaftliche Investitionen getrieben ist und nicht durch immer weiter ansteigende Multiples.

„Wer in Technologiewerte investiert ist, sollte genau verfolgen, ob die Gewinnschätzungen der Unternehmen tatsächlich eintreffen. Bleiben sie hinter den Erwartungen zurück, dürfte sich die Diskussion um eine KI-Blase schnell wieder zuspitzen“, erwartet er. HQ Trust sei aktuell dementsprechend positioniert: „Aktien leicht untergewichtet und innerhalb der Aktien Untergewicht Nordamerika relativ zur Benchmark“, so Neukirch. (de)

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