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HQ Trust: Ein gutes erstes Halbjahr ist meist ein gutes Omen…

… und umgekehrt! Anleger misstrauen häufig einem starken ersten Börsenhalbjahr – in der Annahme, dass Gewinnmitnahmen und eine Korrektur drohen. Wie HQ Trust ermittelt hat, zeigen die Daten: Diese Sorge ist meist unbegründet.

Bulle und Bär: Geht es im ersten Börsenhalbjahr bergauf, werden viele Anleger zum Sommer hin nervös und erwarten Kursverluste. Die Statistik zeigt jedoch: Ein gutes erstes Halbjahr verheißt meist Gutes. 
Bulle und Bär: Geht es im ersten Börsenhalbjahr bergauf, werden viele Anleger zum Sommer hin nervös und erwarten Kursverluste. Die Statistik zeigt jedoch: Ein gutes erstes Halbjahr verheißt meist Gutes. © Thomas / Adobe Stock

Eckpunkte:

  • Untersuchung zeigt: Auf ein positives erstes Halbjahr folgt mehrheitlich ein gutes zweites Halbjahr
  • Weltindex steigt im Mittel um 5,6 Prozent
  • Aktien aus Emerging Markets stiegen nach positivem ersten Halbjahr im Schnitt um acht Prozent
  • HQ Trust-CIO Christian Subbe erwartet für zweites Halbjahr Fortsetzung des positiven Börsentrends

Viele Anleger misstrauen einem starken ersten Börsenhalbjahr. Ihre Sorge: Nach einem kräftigen Anstieg drohen Gewinnmitnahmen, spätestens im Herbst müsse eine Korrektur kommen. Wie das Family Office HQ Trust ermittelt hat, zeigt ein Blick auf knapp 40 Jahre Börsengeschichte, dass diese Sorge meist unbegründet ist. Auf ein gutes erstes Halbjahr folgte an den Aktienmärkten häufig auch ein gutes zweites.

Weltindex legte um 5,6 Prozent zu
Für die Untersuchung von Sebastian Dörr, Kapitalmarktstratege, und Christian Subbe, Chief Investment Officer von HQ Trust, wurde die Wertentwicklung der wichtigsten MSCI Regionalindizes seit dem Jahr 1988 unter die Lupe genommen: USA, Europa, Pazifik, die Schwellenländer sowie den globalen Aktienindex MSCI ACWI. Für jede Region unterschied man, ob der Index im ersten Halbjahr im Plus oder im Minus lag.

Anschließend analysierte Dörr, wie sich in beiden Fällen die Kurse von Juli bis zum Jahresende entwickelt haben. Steigende und fallende Kurse kamen im ersten Halbjahr nicht gleich oft vor. „War das erste Halbjahr positiv, legte der MSCI ACWI von Juli bis Jahresende im Mittel um weitere 5,6 Prozent zu. Nordamerika kam in diesen Fällen im Schnitt auf ein Plus von fünf Prozent, Europa sogar auf sechs Prozent“, stellt Dörr fest.

Quelle: LSEG, MSCI, HQ Trust Research

Momentum-Effekt in Schwellenländern am stärksten
Beim MSCI ACWI stünden beispielsweise 26 positiven Zeiträumen lediglich 13 Jahre gegenüber, in denen der Aktienindex in den ersten sechs Monaten im Minus landete. Dörr: „Am stärksten fiel dieser Momentum-Effekt in den Schwellenländern aus. Nach einem guten Start ins Jahr stiegen Aktien aus den Emerging Markets im weiteren Jahresverlauf im Schnitt erneut um acht Prozent. Etwas schlechter lief es im Mittel für Aktien aus der Pazifikregion. Sie kamen in den Monaten von Juli bis Dezember im Schnitt nur auf einen Zuwachs von zwei Prozent.“

Nordamerika auch nach schwachem ersten Halbjahr noch im Plus
Der Untersuchung zufolge lief es deutlich schlechter, wenn die Kurse im ersten Halbjahr fielen: „Schloss der MSCI ACWI das erste Halbjahr im negativen Bereich ab, gab der globale Aktienindex im Schnitt auch im zweiten Halbjahr weiter nach. Allerdings hielt sich das Minus mit 0,5 Prozent in Grenzen“, so Sebastain Dörr. „Deutlicher ging es für die Schwellenländer nach unten. Im Mittel verlor der Index nach einem negativen Jahresauftakt zwischen Juli und Dezember weitere 5,8 Prozent. Auch europäische Aktien gaben im Schnitt um 2,8 Prozent nach.“ Es gab mit Nordamerika und dem Pazifikraum aber auch Ausnahmen, so der Experte. „Nach einem schwachen ersten Halbjahr fiel hier in der zweiten Jahreshälfte im Mittel noch ein kleines Plus an: 1,8 Prozent in Nordamerika und 0,1 Prozent in der Pazifikregion.“

„Über alle Regionen hinweg zeigt sich ein klares Muster“, fasst Sebastian Dörr die Ergebnisse zusammen: „Die Aktienmärkte tendieren eher dazu, einen einmal eingeschlagenen Trend fortzusetzen, als ihn umzukehren. Ein starkes erstes Halbjahr ist historisch also kein Warnsignal, sondern im Schnitt ein gutes Omen für die zweite Jahreshälfte.“ Und HQ Trust-CIO Christian Subbe erwartet für das zweite Halbjahr 2026: „Über den Sommer könnte es, wie gewohnt in der warmen Jahreszeit, etwas volatiler werden. Aber grundsätzlich dürfte der positive Börsentrend anhalten.“

US-Tech: ambitionierte Bewertungen
Die USA blieben für Investoren der wichtigste Markt. „Makroökonomische und politische Faktoren sprechen für einen Vorsprung vor Europa. Das Wachstum ist höher, die Arbeitslosigkeit geringer, das Umfeld eher pro Unternehmen und Start-ups“, fasst Subbe zusammen. Und: „Die Bewertungen der Tech-Unternehmen sind zum Teil ambitioniert. Außerordentlich hohe Renditen wie in den vergangenen Jahren sollten Anleger daher nicht erwarten.“

Chancen sieht Subbe auch in Asien: „Die asiatischen Schwellenländer profitieren von einem dynamischen Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum. Fiskal- und Zinspolitik sind ebenfalls stabil, und der Wohlstand erhöht sich in breiten Bevölkerungsschichten.“ Zugleich warnt Subbe Anleger vor Klumpenrisiken: „Wir bevorzugen breit gestreute Investments. Stock Picker unterschätzen das Risiko einer hohen Konzentration eines Portfolios. Insbesondere das Risiko, in die falschen Titel investiert zu sein.“ (de)

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