Hohe Inflation? Dieses Land reagiert mit großem Ausgabenprogramm
Japan reagiert auf die Folgen einer hohen Inflation mit dem größten Ausgabenprogramm seit Corona. So sollen Direktzahlungen an die Bürger für mehr Zufriedenheit sorgen. Das sind schlechte Nachrichten für Investoren in Yen-Anleihen.

Das Kabinett der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi hat das größte Zusatzausgabenprogramm seit der Corona-Pandemie beschlossen. Mit dem Paket soll die wachsende Unzufriedenheit der Wähler gedämpft werden. Das ist ein Schritt, der Investoren beunruhigen dürfte, die Japans Staatsfinanzen kritisch im Blick haben. Darüber berichtet Bloomberg News.
Nachtragsetat
Wie das Kabinettsbüro am Freitag mitgeteilt hat, umfasst der Konjunkturplan Ausgaben von 17,7 Billionen Yen (97 Milliarden Euro) aus dem allgemeinen Haushalt. Diese Mittel sollen voraussichtlich über einen Nachtragsetat bereitgestellt werden und liegen 27 Prozent über dem Volumen, das ihre Vorgängerregierung vor einem Jahr beschlossen hatte. Der Gesamtumfang des Programms beträgt 21,3 Billionen Yen, wobei der Schwerpunkt auf Maßnahmen zur Entlastung von Preisen liegt.
Helikoptergeld soll die Folgen der Inflation lindern
“Wir haben dieses Paket zusammengestellt, um die Lebensgrundlagen zu schützen und insbesondere schnell auf das Problem der Inflation zu reagieren”, erklärte Takaichi.
Der größte Teil entfällt auf Preisentlastungen in Höhe von 11,7 Billionen Yen. Dazu gehören Zuschüsse von 7.000 Yen für Gas- und Stromrechnungen pro Haushalt über drei Monate bis März, eine einmalige Bargeldzahlung von 20.000 Yen pro Kind sowie zwei Billionen Yen an Unterstützung für die Regionen.
“Der ursprünglich vorgesehene Betrag war bereits hoch, aber gegen Ende konnte man den Prozess erkennen, der für eine Minderheitsregierung typisch ist – sie musste die Kooperation der Oppositionsparteien einbeziehen”, sagte Saori Tsuiki, leitende Volkswirtin bei Mizuho Research & Technologies. “Wenn die höhere Summe gegenüber den Märkten oder dem Ausland ein falsches Signal sendet und so das Risiko einer Yen-Schwäche vergrößert, müssen wir die erwarteten wirtschaftlichen Effekte des Pakets möglicherweise nach unten korrigieren.”
Die umfangreichen Mittel für Preisentlastungen unterstreichen Takaichis Entschlossenheit, die anhaltende Inflation zu bekämpfen – ein Problem, das die Unzufriedenheit vieler Wähler befeuert und zum Sturz ihrer Vorgänger beigetragen hat. Daten vom Freitag zeigen, dass Japans wichtigster Preisindikator seit nunmehr 43 Monaten bei oder über dem Zwei-Prozent-Ziel der Bank of Japan liegt – der längste Zeitraum dieser Art seit 1992. (aa)

