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High Yield Bonds: Zündschnur an Bombe brennt

Durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie werden immer mehr Unternehmensanleihen auf Ramschstatus herabgestuft. Am Hochzinsmarkt droht Anlegern Ungemach, warnt Aviva-Fondsmanagerin Sunita Kara.

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© Africa Studio / stock.adobe.com

Die Corona-Krise hinterlässt tiefe Spuren am Markt für Unternehmensanleihen. "Die Credit Spreads haben sich im März stark ausgeweitet, als die Investoren von risikoreicheren Anlagen in vermeintlich sicherere umgeschichtet haben", berichtet Sunita Kara, Spezialistin für Hochzinsanleihen bei Aviva Investors. Viele Unternehmen bekommen nun nicht mehr so leicht Zugang zum Kapitalmarkt. Überdies haben Ratingagenturen zahlreiche Firmen herabgestuft. Die Zahl der Anleihen mit schlechter Bonität ist deutlich gestiegen.

High-Yield-Bonds sind ohnehi ein riskantes Investment, das gilt aber jetzt mehr denn je. Das größte Risiko für Hochzinsanleihen ist eine Rezession – und eine solche rollt gerade auf die Märkte zu. Zwar sind Unternehmen momentan im Schnitt weniger stark verschuldet als zu Beginn früherer Abschwünge. "Angesichts des plötzlichen und starken Rückgangs der wirtschaftlichen Aktivität reichen jedoch selbst die derzeitigen Schuldenstände aus, um hochverzinsliche Emittenten in finanzielle Schwierigkeiten zu bringen", warnt Kara. Die Ausfallraten könnten also in der kommenden Zeit in die Höhe schießen.

Chancen bei "gefallenen Engeln"
Kundige Anleger sind sich der akuten Risiken bei High-Yield-Bond durchaus bewusst. Womöglich überschätzen sie sie sogar. Das Risiko steigender Ausfallraten ist in vielen Sektoren jedenfalls mehr als eingepreist, berichtet die Aviva-Expertin. So implizieren die aktuellen Renditeaufschläge bei US-Hochzinspapieren eine Gesamt-Ausfallrate von 40 Prozent über fünf Jahre. Bei europäischen Titeln preisen Investoren 35 Prozent Ausfälle ein. Die bislang höchste kumulative Fünf-Jahres-Ausfallrate lag indes weltweit bei 32 Prozent und damit mehrere Prozentpunkte niedriger.

Die Unterstützung der Zentralbanken könnte sogar vereinzelte Anlagechancen eröffnen. Die Fed will im Rahmen ihres Anleihekaufprogramms künftig auch sogenannte "Fallen Angels" kaufen – das sind Bonds, die auf Ramschstatus herabgestuft wurden. Die Fed-Käufe könnten dazu beitragen, dass die Risikoaufschläge im BB-Bereich schrumpfen und die Kurse steigen, prognostiziert Kara. "Während wir erwarten, dass ein Rekordbetrag an Schulden von Investment Grade auf Hochzinsanleihen herabgestuft wird, dürfte das Kaufprogramm der Fed eine sinnvolle Unterstützung für das höherwertige Ende der US-Hochzinsanleihen bieten", sagt sie. (fp)

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