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Hendrik Leber: "Putin treibt sein letztes großes Spiel"

Der Einmarsch in der Ukraine ist der letzte Akt im Drama um Russlands Präsident Putin, meint Acatis-Fondsmanager Hendrik Leber. Er rechnet mit einer schnellen Erholung an den Finanzmärkten – aber hohen Kosten für die Gesellschaft.

Acatis-Gründer Hendrik Leber
Acatis-Gründer Hendrik Leber
© Jose Poblete / FONDS professionell

Mit dem Überfall auf die Ukraine läutet Russlands Präsident Putin sein eigenes Ende ein. Davon ist Fondsmanager und Acatis-Chef Hendrik Leber überzeugt. "Putin ist in der Vergangenheit gut kalkulierte Risiken eingegangen", sagte Leber bei einer Videokonferenz mit Investoren. Nun habe er jedoch den Widerstandswillen der Ukrainer sowie die Reaktion des Westens unterschätzt. Er handele nicht mehr politisch, sondern in purem "Macho-Wahn", so Leber. "Putin treibt sein letztes großes Spiel." Die Figur erinnere an das Shakespeare-Drama König Lear.

Der Präsident sei nach innen wie nach außen isoliert. Die Kosten des Krieges für Russland würden hoch werden. Zum einen seien die Ausgaben für den Krieg menschlich wie finanziell enorm, zum anderen belasteten die Sanktionen die russische Wirtschaft. "Die Anhebung des Leitzinses auf 20 Prozent ist ein Zeichen der Verzweiflung", führte Leber aus. Damit solle das Geld im heimischen System gehalten werden. "Doch dies wird nicht reichen."

"Engpässe bei Lieferungen"
Aber auch der Westen werde wirtschaftliche Folgen zu spüren bekommen. "Wir werden Engpässe bei Lieferungen erleben", meinte der Acatis-Gründer. Besonders betroffen seien Rohstoffe wie Nickel sowie Öl und Gas. "Die Energiepreise werden steigen." Ebenso der Weizenpreis, da aus der Schwarzmeer-Region nahezu 30 Prozent der Exporte des Getreides stammen.

Unklar seien die Folgen für die Logistikkette. Leber verweist dazu auf die Zugverbindung auf der Seidenstraßen zwischen China und Duisburg. Es könne zu weiteren Störungen bei den ohnehin schon durch die Corona-Pandemie strapazierten Lieferketten kommen. Auch die angekündigte Aufrüstung der deutschen Bundeswehr kostet Geld. "Das werden wir bezahlen müssen", betont Leber.

"Börsen müssten mit Sprüngen reagieren"
Mit Blick auf die Finanzmärkte meinte Leber, dass sie "wesentlich gefasster reagieren, als gedacht". Das politische Beben sei viel größer als an den Börsen. Der Fondsmanager rechnet in den nächsten Monaten mit einem "Ende des Schreckens" für die Finanzmärkte. "Nicht aber militärisch, nicht für die Ukrainer", schränkt er ein. Leber berichtete, dass er bei seinem Mischfonds Acatis Fair Value Modulor Vermögensverwaltungsfonds Nr.1zusätzlich zu der dauerhaften, rollierenden Sicherung weitere Absicherungen gegen Kursverluste eingezogen habe, die nun gegriffen hätten.

Angesichts der hohen Belastungen zweifelt Leber daran, dass Russland einen lang anhaltenden, opferreichen Krieg in der Ukraine durchhalten wird. Zudem verweist er auf Berichte über eine mögliche Krankheit von Putin sowie eine Abkehr der Oligarchen. Wenn es zu Verhandlungen komme oder Putins Herrschaft ende, dann "müssten die Börsen mit Sprüngen reagieren", so der Acatis-Eigner. Daher habe er begonnen, in begrenztem Rahmen Call-Positionen aufzubauen. "Wir sind überzeugt, dass sich die Ereignisse drehen werden".

"Putin hat sich verspekuliert"
Gleichwohl könne Putin die Ukraine mit Gewalt bezwingen. "Mit genug Gewalt bekommt man alles klein". Zudem sei auch die Gefahr eines Atomkriegs real. "Dann hilft aber auch keine Absicherung der Portfolios mehr." Das Vertrauen in Verträge mit Russland sei jedenfalls auf Jahrzehnte gestört. "Putin hat sich verspekuliert", resümiert Leber. (ert)

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