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Helaba: Sustainability im Schuldscheinmarkt auf dem Weg zum Standard

Nachhaltige Schuldscheinemissionen erreichten im Jahr 2021 ein Volumen von 5,8 Milliarden Euro. Damit lag der Marktanteil von Transaktionen mit zweckgebundener Mittelverwendung beziehungsweise Zinskostenkopplung an Nachhaltigkeitsindikatoren bei 29 Prozent.

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© ipopba / stock.adobe.com

"Wir erwarten, dass Emissionen mit ESG-Elementen im laufenden Jahr einen Anteil von mindestens 50 Prozent erreichen und die Marke von zehn Milliarden Euro überschreiten", sagt Yannick Ferber, Senior Advisor bei Helaba Research & Advisory. 

Immer mehr Emittenten entwickeln eine konkrete Nachhaltigkeitsstrategie
Und sie beziehen diese in ihre Finanzierung mit ein. Weitere Treiber sind das steigende Interesse der Investoren sowie die regulatorischen Rahmenbedingungen. Ein besonders starkes Wachstum erwartet Ferber bei Sustainability-Linked Emissionen, gefolgt von zweckgebundene Green und Social Schuldscheinen.

Blick in den Rückspiegel
2021 bringt den Durchbruch für Nachhaltigkeit im Schuldscheinmarkt Anfang 2016. Kurz nach der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 (COP21) wurden erstmals Schuldscheine mit Nachhaltigkeitskomponenten ausgestattet. Nach einem fulminanten Auftakt – 1,35 Milliarden Euro Platzierungsvolumen in Q2 2016 – bewegten sich die Volumina zunächst auf einem überschaubaren Niveau. Eine zunehmende Dynamik war erst ab dem zweiten Halbjahr 2019 zu beobachten, wobei sich der Anteil von Sustainability-Linked Emissionen sukzessive erhöhte. Bei dieser Finanzierungsform sind die Zinskosten an eine gesamtheitliche Nachhaltigkeitsbewertung des Emittenten, etwa in Form von extern erstellten Ratings, und/oder an konkrete Nachhaltigkeitskennzahlen gekoppelt. Im Gegensatz zu zweckgebundenen Green/Social/Sustainability Schuldscheinen kann über die eingeworbenen Mittel jedoch frei verfügt werden, was von den Emittenten angesichts der häufig begrenzten Anzahl an grünen oder sozialen Projekten als wichtiger Vorteil gewertet wird.

2021 brachte den Durchbruch für ESG im Schuldscheinmarkt
Das Interesse an Nachhaltigkeitsthemen – sowohl seitens der Emittenten, als auch der Investoren – wurde nicht zuletzt durch das Inkrafttreten der EU Taxonomie-Verordnung sowie der CoronaKrise beflügelt. Das Volumen nachhaltig ausgestalteter Schuldscheindarlehen stieg auf 5,8 Milliarden Euro. Ihr Marktanteil verdreifachte sich auf 29 Prozent. Dabei dominierten Sustainability-Linked Transaktionen mit einem Anteil von mehr als 80 Prozent.

Bei den Sustainability-Linked Transaktionen setzte Faurecia neue Akzente
Der größte französische Automobilzulieferer nutzte bei der Zinskopplung nicht das bislang bei Schuldscheinen übliche Bonus/Malus-Konzept, sondern erstmals das im Anleihemarkt gängige „Step-up only“ Konzept. Hier greift eine Zinserhöhung im Falle einer Verfehlung vorab definierter Nachhaltigkeitsziele. Das Erreichen der Ziele führt dagegen nicht zu einer entsprechenden Zinsreduktion. Seitens der Investoren wurden Transaktionen mit ESG-Bezug insgesamt sehr gut aufgenommen, gelten Firmen mit einer guten Unternehmensführung und geringeren Nachhaltigkeits- und Reputationsrisiken doch als stabile Investments mit geringer Anfälligkeit für exogene Störungen.

Ausblick 2022
Der Megatrend "Nachhaltigkeit" treibtden  Marktanteil von ESG-Transaktionen über 50 Prozent, vermutet Ferber. "Die Transformation des Finanzsystems gewinnt weiter an Fahrt. Dies liegt nicht zuletzt an politischen Entscheidungen, wie jüngst auf der UN Klimakonferenz in Glasgow 2021 (COP 26), wo erstmals konkrete Schritte zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens unter Einhaltung wissenschaftlicher Erkenntnisse vereinbart wurden, oder im Rahmen des EU Green Deals."

Zudem steigen bei den Investoren die regulatorischen Anforderungen
So hat etwa die European Banking Authority (EBA) Maßnahmen zur Begrenzung von Klimarisiken bei Finanzinstituten und umfangreiche Berichterstattungspflichten vorangetrieben. Auch kapitalsuchende Unternehmen sehen sich mit steigenden regulatorischen Anforderungen konfrontiert. Sie werden künftig nicht nur darüber berichten müssen, inwieweit ihre Umsätze und Investitionen im Einklang mit der EU Taxonomie stehen, sondern im Rahmen der geplanten Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) auch wesentlich umfangreicher über ihr ESG-Profil.

Generationenwechsel in den Führungsebenen befeuert Nachhaltigkeitsthemen
Vor diesem Hintergrund erwartet man bei der Helaba in Summe einen nochmaligen deutlichen Anstieg bei Anzahl und Volumen von Schuldscheinemissionen mit Nachhaltigkeitselementen. Konkret geht man davon aus, dass2022 der Anteil der Schuldscheine mit einer Zinskopplung an ESG-Kennzahlen oder ESG-Ratings sowie der zweckgebundenen nachhaltigen Emissionen insgesamt mehr als 50 Prozent des Marktvolumens betragen werden. Insgesamt dürfte damit die Marke von zehn Milliarden Euro Platzierungsvolumen überschritten werden. Gerade bei großvolumigen Emissionen geht man davon aus, dass Transaktionen mit ESG-Elementen überwiegen werden. (kb) 

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