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Helaba-Chef warnt vor ‘markanter’ Rezession und Kreditausfällen

Thomas Groß, Vorstandsvorsitzender der Hessischen Landesbank, hält eine Rezession inzwischen für eine ausgemachte Sache und warnt auch vor einer Zunahme der Kreditausfälle. Ähnlich äußerte sich Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing. Auch zur Home Office-Regelung äußerte sich Groß.

Thomas Groß, Helaba
Thomas Groß, Helaba
© Helaba

Für Deutschland sieht es zappenduster aus: "Wir stehen am Beginn einer markanten Rezession”, erklärte Helaba-Chef Thomas Groß laut der Nachrichtenagentur Bloomberg bei einer Veranstaltung seiner Bank am Dienstagabend in Frankfurt. “Die Frage, ob wir eine Rezession sehen werden, stellt sich nicht mehr. Die Frage ist nur noch, wie stark diese Rezession ausfällt.”

Ökonomen sagen für die nächsten Quartale zunehmend eine Rezession im Euroraum voraus, da Inflation und steigende Lebenshaltungskosten auf die Nachfrage drücken. Hinzu kommen ausgefallene russische Energielieferungen und hohe Strompreise, die der Wirtschaft zusetzen.

Mehr Kreditausfälle zu erwarten
Viele Unternehmen und damit Kunden der Helaba stünden sowohl absatzseitig als auch kostenseitig derzeit unter Druck. “Angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds und der hohen Inflation werden wir künftig mehr Kreditausfälle sehen”, sagte Groß. Dies erwarte er allerdings noch nicht in der zweiten Jahreshälfte, sondern erst in 2023/2024. 

Auch Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing sieht Deutschland auf größere konjunkturelle Probleme zusteuern. Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, die hohen Energiepreise und die Inflation werden in den nächsten zwölf Monaten zu einer “tieferen Rezession in Deutschland und Europa führen”, erklärte Sewing am Mittwoch im Interview mit Bloomberg TV in Singapur.

Droht der perfekte Sturm?
Bafin-Exekutivdirektor Raimund Röseler sprach vor diesem Hintergrund und wegen erwartbarer Kreditausfälle am Mittwoch bei der Vorstellung von Stresstest-Ergebnissen in Frankfurt davon, dass für deutsche Banken die “Bedingungen für einen perfekten Sturm” gegeben seien.

Defaults erst später erwartet
Die Helaba hatte im ersten Halbjahr die Risikovorsorge weiter aufgestockt und 85 Millionen Euro für mögliche Kreditausfälle zurückgelegt. Da Groß aber den Höhepunkt der Ausfälle erst später erwartet, hielt er am Dienstagabend an seiner Prognose für das laufende Jahr fest. Der Vorsteuergewinn werde weiter bei mehr als 500 Millionen Euro erwartet, sagte er.

Groß erteilt 100-Prozent-Homeoffice eine ganz klare Absage
Der Helaba-Chef hat darüber hinaus eine klare Botschaft für seine Mitarbeiter: Eine Fünf-Tage-Woche ausschließlich im Homeoffice, wie teils zu Zeiten der Pandemie, wird es künftig nicht mehr geben. “Bei uns gibt es keine Perspektive, dass der ein oder andere langfristig nicht mehr in Bankräumlichkeiten kommen will”, sagte Groß am späten Dienstag in Frankfurt bei der Veranstaltung. “Wenn jemand sagt, ich will nicht, dann ist er langfristig bei uns in der Gruppe nicht richtig aufgehoben.” Ausnahmen seien nur in besonderen Situationen möglich.

Zugleich verwies Groß darauf, dass er mobiles Arbeiten für wichtig halte, aber eben nur in Kombination mit Anwesenheit in der Bank. Schon vor der Pandemie habe die Helaba hier einen Zielkorridor von etwa 50 zu 50 Prozent definiert. “Beides ist gewollt, beides muss auch sein”, erklärte Groß. Es gehe darum, die Vorteile aus beiden Welten miteinander zu verbinden.

Bei der stärkeren Nutzung des mobilen Arbeiten haben Groß zufolge zwar auch Kostenüberlegungen eine Rolle gepielt. Viel wichtiger sei es aber, attraktiver für die Mitarbeiter zu werden und unterm Strich bessere Ergebnisse abliefern zu können. (aa)

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