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Heißer Winter voraus?

Die Aktienmärkte konnten dank einer leichten Entspannung im Handelsstreit und einem absehbaren Ende der Brexit-Posse zulegen. Angesichts der Kursgewinne seit Jahresbeginn, Liquiditätssorgen im US-Dollar und massiver Kritik an der GroKo stellt sich die Frage: Erwartet uns doch noch ein heißer Winter?

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Dipl.-Ing. Robert Beer
© Robert Beer Investments

Neue Sorgen gibt es am Interbankenmarkt in den USA. An diesem, hocheffizienten und äußerst liquiden Markt, ist es Ende September zu einem deutlichen Zinsanstieg und somit Finanzierungsengpass gekommen. Offizieller Grund: ein Termin für Steuervorauszahlungen. Etwas seltsam hingegen, dass der Refinanzierungsbedarf seitdem nicht abnimmt und die FED deswegen – seit Jahren unbenutzte – Refinanzierungsoperationen wieder aktiviert hat.

Befürchtung aus dieser Entwicklung
Wie groß ist am US-Anleihemarkt die Liquidität wirklich und was passiert im Falle eines Schocks? Schließlich beträgt alleine das Haushaltsdefizit der USA inzwischen etwa eine Billion US-Dollar, und das jährlich. Das durchschnittliche Haushaltsdefizit in den letzten zehn Jahren lag bei annähernd 4,8 Prozent undd mait einer Zahl, die in Europa unvorstellbar ist. Und doch ist in den USA keine Änderung in Sicht, obwohl die Arbeitslosigkeit enorm niedrig und das Wirtschaftswachstum sehr ordentlich ist.

Was man bedenken sollte
Während bei Staatsanleihen die US-Notenbank Gewehr bei Fuß steht, hat sich die Bonität am Markt für Unternehmensanleihen sukzessive verschlechtert. Sowohl in absoluten Zahlen als auch in Relation zum BIP werden sehr viele Corporate Bonds mit BBB und damit nur eine Stufe oberhalb des berüchtigten „junk status“ eingestuft. Aktuell ist das dank extrem niedriger Zinsen sicher kein Problem, im Falle der Fälle aber sicher sehr bedenklich und eventuell eine Achillesferse.

Robuste Aktienmärkte
Trotz dieser Bedenken ist die Entwicklung am Aktienmarkt weiterhin sehr robust und überwiegend positiv. Die Quartalszahlen bestätigen bislang die Erwartung von Robert Beer bezüglich einer Stabilisierung der wirtschaftlichen Aktivität: "Auch wenn auf Einzelaktienebene teils heftige Bewegungen erfolgt sind, hat sich der Markt sehr stabil gezeigt. Grund hierfür sind unseres Erachtens neben sich stabilisierenden Fundamentaldaten und einer leichten Besserung der Nachrichtenlage vor allem die aktuelle Bewertung der Aktienmärkte."

Vorsicht bei Technologiewerten und illiquiden Startups 
Nicht nur, dass viele IPOs der vergangenen Monate enttäuscht haben. Am Fall von WeWork kann man erkennen, wie viel heiße Luft teilweise in den Bewertungen enthalten ist. Eine Befürchtung, die man bei fundamental und qualitativ hochwertigen Blue Chips derzeit nicht haben müsse, so Beer. Europäische Standardwerte seien in den letzten vier Jahren kaum gestiegen und würden aktuell unterhalb des langfristigen Mittels bewertet. Viele Marktteilnehmer stünden unter enormen Renditedruck, seien zudem unterinvestiert und wollten beziehungsweise müssten demnächst kaufen.

Ausblick bleibt weiter positiv
Während die großen medialen Themen Handelskonflikt, Brexit und aktuell Sorgen um die GroKo temporär kurzfristigen Einfluss haben, ist für die Aktienmärkte seit Jahren die Notenbankpolitik und die daraus resultierende Liquidität entscheidend. Robert Beer dazu: "Neben der FED sorgen derzeit auch die EZB und die japanische Notenbank für permanente Anleihekäufe und somit Liquidität. Es trifft also weiterhin enorm viel Anlagekapital auf extrem niedrige Zinsniveaus und fair bewertete Aktienmärkte. Daher sehen wir die aktuellen Gefahren als beherrschbar an, bleiben bei unserer Einschätzung und sehen das weitere Jahr 2019 und darüber hinaus besonders für europäische Aktien positiv". 

Résumé
Aktien sollten daher bei entsprechend langem Anlagehorizont die bessere Alternative zu null Zins sein, ist Beer überzeugt. Da jedoch Korrekturen vor dem beschriebenen Umfeld weiterhin jederzeit möglich seien, sollten Investoren Anlagen mit aktivem Risikomanagement bevorzugen und generell Rücksetzer als Einstiegs- und Nachkaufgelegenheit sehen. (kb)

 

 

 

 

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