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Hegdefonds: Die ewige Krux mit der schwierigen CEO-Nachfolge-Frage

Zwei Tage vor Weihnachten hat Dan Och seinen Kunden mitgeteilt, dass Star-Händler Jimmy Levin nicht den Top-Job bei Och-Ziff Capital Management Group bekommen wird. Das zeigt, wie hart die Nachfolge bei Hedgefonds sein kann.

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Für manchen CEO-Kandidaten tickt die Uhr. Schafft er es an die Spitze oder machen ihm die Gründer doch noch einen Strich durch die Rechnung?
© freshidea / Fotolia

Der 56-jährige Dan Och, der Och-Ziff vor mehr als zwei Jahrzehnten gegründet hat und immer noch CEO ist, teilte den Kunden mit, dass er seine Meinung über Levin geändert habe und nun einen externen Nachfolger suchen werde, wie Bloomberg von Informanten in Erfahrung bringen konnte. Och sagte in der Notiz, er habe nach Rücksprache mit dem Verwaltungsrat entschieden, dass es nicht die richtige Zeit für Levin, 34, sei, um die Leitung zu übernehmen. Er fügte hinzu, er hoffe, Levin werde Co-CIO bleiben. Och nannte keinen Grund für die Öndeurng seiner Ansicht. Er hatte Wall Street im Februar schockiert, als er Levin beförderte und ihm ein Incentive-Paket im Wert von 280 Millionen US-Dollar zusprach.

Mehrere Hedge-Fonds-Gründer hatten zuletzt mit der Nachfolgeplanung verunsichert

Dieser Prozess kannn für Kunden und Mitarbeiter verstörend sein. Levins schneller Aufstieg hatte bei einigen Leuten in der Firma für Unmut gesorgt, einige Führungskräfte sind seither gegangen. Levin war Berater und Wasserskilehrer in einem Camp in Wisconsin, als er Och zum ersten Mal traf. Dessen Söhne verbrachten dort einen Teil ihres Sommers. Levin arbeitet seit 2006 bei Och-Ziff. 

Bridgewater und Millennium mit Nachfolgeproblemen

Im März kündigte Milliardär Ray Dalio, der 1975 Bridgewater Associates gegründet hatte, den zweiten Umbruch innerhalb eines Jahres an der Spitze seiner 160-Milliarden-US-Dollar-Firma an. Israel Englander, Chef von Millennium Management, wurde im Januar kalt erwischt, als sein potentieller Nachfolger abrupt mit Plänen abging, ein Konkurrenzunternehmen zu starten. George Soros und Seth Klarman hatten ebenfalls Probleme, die nächste Führungsgeneration in ihren Firmen vorzubereiten. 

Startkapital

Dan Och gründete den Hedgefonds mit 100 Millionen US-Dollar von den Ziff-Brüdern und baute die Gesellschaft zu einem Schwergewicht mit fast 50 Milliarden US-Dollar zu Spitzenzeiten aus. Dann kam eine US-Untersuchung über Bestechung in Afrika, die letztes Jahr dazu führte, dass sich eine Sparte von Och-Ziff als Teil eines Vergleichs der Konspiration für schuldig bekannte und unter anderem eine strafrechtliche Sanktion in Höhe von 412 Millionen US-Dollar erhielt. Nachdem Kunden Gelder abzogen, beläuft sich das Anlagevolumen der Gesellschaft auf noch 32,2 Milliarden US-Dollar.

Mittelabfluss bei Och-Zff trotz guter Performance des Hauptfronds

"Es ist die Zeit nicht nicht wert, sich darin zu suhlen", sagte Levin im Juli in einem Interview. "Es war definitiv eine schwierige Zeit, aber um voranzukommen, konzentrieren wir uns nur auf das, was wir beeinflussen können, und das sind unsere Investments." Der Hauptfonds der Gesellschaft erzielte in diesem Jahr bis Ende November einen Ertrag von 9,9 Prozent, berichtet Bloomberg. Dennoch zogen die Kunden in den ersten drei Quartalen  8,2 Milliarden US-Dollar aus den Multi-Strategie-Fonds ab, die fast die Hälfte des Anlagevolumens von Och-Ziff ausmachen. Der Aktienkurs des Unternehmens ist in diesem Jahr um etwa 20 Prozent abgestürzt. (kb)

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