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Hedgefondsmanager sichert gegen Untergangsszenario ab: plus 47 Prozent

Ein Hedgefonds-Manager, der in diesem Jahr durch Wetten auf Gold und US-Staatsanleihen 47 Prozent Rendite erzielt hat, rechnet im vor uns liegenden Jahrzehnt mit einer Inflation, denen die Zentralbanken hilflos gegenüberstehen werden.

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Hedgefondsmanager Diego Parrilla im Aufwind
© Quadriga Asset Managers

Die beispiellosen geldpolitischen Maßnahmen zur Konjunkturstützung heizen nach Ansicht von Diego Parrilla Vermögensblasen und die Verschuldungssucht der Unternehmen an. Damit werde es unmöglich, die Zinsen anzuheben, ohne zugleich einen Konjunkturcrash zu riskieren, sagt der Chef des 450 Millionen US-Dollar schweren Fonds Quadriga Igneo, wie Bloomberg News berichtet.

Goldpreis mit hohem Potential in den nächsten Jahren
Den Goldpreis sieht Parrilla in den nächsten drei bis fünf Jahren auf 3.000 bis 5.000 US-Dollar je Unze anziehen. Derzeit wird die Unze für rund 1.800 Dollar gehandelt. “Was Sie im nächsten Jahrzehnt erleben werden, ist dieses verzweifelte Bemühen, das bereits jetzt sehr offensichtlich ist, wo Banken und Regierungen einfach Geld drucken und Kredite aufnehmen und alle heraushauen, koste es was es wolle, nur um einen Zusammenbruch des gesamten Systems zu verhindern”, sagte Parrilla in einem Interview.

Tail-Insurance
Während traditionelle Fonds die Aufgabe haben, im Laufe der Zeit kontinuierlich positive Renditen zu erwirtschaften, ist Parrillas Fonds dafür prädestiniert, den nächsten großen Crash abzusichern und gleichzeitig im Laufe der Zeit Kapital zu generieren. Fondsmanager, die sich für Extremrisiken wappnen, widersetzen sich in der Regel den gängigen Ansichten an der Wall Street.

Super-explosiv
Parrillas Fond legte in Phasen steigender Volatilität deutlich zu, wie der folgende Chart illustriert.

Wird die Inflation trotz Geldschwemme jemals anspringen?
Die Erwartung, dass immer neue Rekorde bei der Stützung der Konkunktur zu ausufernder Inflation führen würden, wird seit Jahren Lügen gestraft. Auch nach den jüngsten beispiellosen Stimuli zeigt sich die Wall Street in ihrer Konsenserwartung entspannt, was den Preissdruck betrifft. Die Chefin der San Francisco Fed, Mary Daly, und ihr Amtskollege von der Richmond Fed, Thomas Barkin, erklärten in diesem Monat, dass übermäßige Inflation in der gegenwärtigen Krise kein Grund zur Sorge sei. Selbst wenn es zu Inflation komme, verfüge die Fed über die Instrumente, diese in den Griff zu bekommen.

Vom risikofreien Zins zum zinslosen Risiko
Aus Parrillas Perspektive haben die Stimuli tiefere Probleme innerhalb des Finanzsystems verschärft. So hielten die Zentralbanken die Leitzinsen seit mehr als einem Jahrzehnt nahe Null und änderten im Krisenfall einfach die Regeln. “Im vergangenen Jahrzehnt haben wir den Übergang vom risikofreien Zins zum zinslosen Risiko gesehen”, sagt der Fondsmanager, der das Buch “The Anti-Bubbles: Opportunities Heading into Lehman Squared and Gold’s Perfect Storm” verfasst hat.

Nicht eine Frage des Ob, sondern des Wann
“Eine der wichtigsten Blasen ist das Fiatgeld und eine eindeutige Antiblase in diesem System ist Gold”, sagt Parrilla im Bloomberg-Talk. Andere seien Volatilität, Korrelationen und Inflation. “Hier ist nicht die Frage, ob, sondern wann sie deutlich höher bepreist werden.”

Gesuchte Real Assets wie Gold
Der Goldpreis ist in diesem Jahr um 19 Prozent gestiegen. Inzwischen warnen auch einige der prominentesten Investoren der Welt, dass die rapide Ausweitung der Zentralbankbilanzen den Wert des Fiatgeldes senke und die Nachfrage nach harten Vermögenswerten ankurbele.

Parillas Asset Allocation
Der Wert von Parrillas Defensiv-Portfolio ist in die Höhe geschnellt, als die Furcht vor Corona im Februar und März zu Schockwellen an den Börsen führte. Sein Quadriga Igneo Fonds ist zu etwa der Hälfte in Gold und andere Edelmetalle investiert. Ein Viertel steckt in US-Staatsanleihen und der Rest in Optionsstrategien, die von Verwerfungen an den Märkten profitieren, so in Call-Optionen auf Gold und den Dollar. “Das ist der Teil, der uns superexplosiv macht”, sagt Parrilla. Sein Fonds wurde 2018 aus der Taufe gehoben und warf Ende des Jahres einen Ertrag von zehn Prozent ab. 2019 stagnierte er. (kb)

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