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Hedgefonds verpassen die Erholung bei Gold, ETF-Investoren nicht

Als der Handelskrieg zwischen den USA und China ausbrach, verzeichneten die Gold-Terminkontrakte ihren besten wöchentlichen Gewinn in zwei Jahren, da Investoren einen sicheren Hafen suchten. Zu ihrem Pech waren die Hedgefonds zu sehr auf die Zinssätze konzentriert, um den Umschwung vorwegzunehmen.

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Die Hedgefonds-Manager hatten ihre Wetten auf eine Gold-Rallye vor der Fed-Sitzung in der vergangenen Woche auf den niedrigsten Stand dieses Jahres zurückgeschraubt. Tatsächlich erhöhte die US-Zentralbank, wie erwartet, die Zinsen. Doch die Straffung übte wenig Druck auf Gold aus, da die Spannungen in der Handelspolitik den Markt dominierten. ETF-Investoren waren schlau genug, über die Fed hinauszusehen, als sie ihre Gold-Positionen auf den höchsten Wert in fast fünf Jahren aufstockten, gerade als der Preis zu klettern begann.

Haben Hedgefonds die politische Dimension zu Unrecht vernachlässigt?  
"Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob die ETF-Investoren es richtig gemacht haben", sagt Frances Hudson, in Edinburgh ansässige globale Themenstrategin bei Aberdeen Standard Investments, gegenüber Bloomberg News. "Es könnte sein, dass sie Gold als Absicherung gegen Dinge verwenden, die Schlagzeilen machen, und vielleicht haben sich die Hedgefonds nicht so sehr auf politische Nachrichten konzentriert."

Hedgefonds-Positionen 
In der Woche zum 20. März verringerten die Vermögensverwalter ihre Netto-Long-Positionen - also die Differenz zwischen Wetten auf eine Goldpreiserhöhung und solchen auf einen Preisrückgang - um 16 Prozent auf 121.838 Futures und Optionen, wie aus Daten der US-Commodity Futures Trading Commission (CFTC) vom Freitag hervorging.

Im Gegensatz dazu stiegen die Bestände der Gold-ETFs im gleichen Zeitraum um etwa ein Prozent. Am Donnerstag belief sich der Goldschatz auf 72,9 Millionen Unzen - so viel wie seit Mai 2013 nicht mehr. Gold-Futures zur Juni-Lieferung kletterten in der am Freitag beendeten Woche in New York um 3,3 Prozent auf 1.355,70 US-Dollar je Unze. 

Gold liegt year-to-date besser als Aktien 
Mit der jüngsten Rallye hat sich Gold nun vor die Entwicklung der Aktien im S&P 500 in diesem Jahr gesetzt. Während das Weltwirtschaftswachstum zuvor in diesem Jahr den Goldpreis noch belastet hatte, gibt es Anzeichen für Risse in der Expansion, schon bevor die USA und China Zölle einführen. Im Euroraum wuchs der private Sektor so langsam wie seit 14 Monaten nicht mehr, das Geschäftsklima in Deutschland sank beinahe auf das niedrigste Niveau seit einem Jahr, und in Japan verlor die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe an Fahrt, wie jüngste Konjunkturindikatoren zeigten. 

Gold hat sich seit Ende 2015 um 28 Prozent verteuert - entgegen der gängigen Auffassung, dass steigende Zinsen die Nachfrage nach dem Edelmetall dämpfen, da es keine Verzinsung bietet. Grund dafür könnte der finanzielle Stress sein, der mit steigenden Zinsen einhergeht. Die Amerikaner kämpfen bereits damit, ihre Kreditkartenschulden und Autokredite zu bezahlen, wie Trey Reik, leitender Portfoliomanager bei Sprott Inc., sagt.

Welche Ansicht ist die richtige? 
Noch immer gibt es Investoren, die davon überzeugt sind, dass die US-Wirtschaft nicht nachlassen wird, was die Fed veranlassen dürfte, die Zinsen schneller zu erhöhen als die drei Mal, die für 2018 prognostiziert werden. Dieses Szenario könnte den US-Dollar stützen und die Nachfrage nach Gold als alternative Anlage dämpfen. 

Ein Mehr an US-Leitzinserhöhungen bedeutet nichts Gutes für den Goldpreis
"Wir glauben, dass die Fed selbst in diesem Jahr ein gewisses Potential für Überraschungen hat, was die Anzahl der Zinserhöhungen angeht. Wir denken, dass dies ein Gegenwind für Gold ist", sagt Rob Haworth, leitender Anlagestratege bei U.S. Bank Wealth Management in Seattle im Bloomberg-Interview. In der Zwischenzeit sind "die Anleger ein wenig besorgt über die Bewertungen am Aktienmarkt und betrachten Gold als potentielle Chance. Der Appetit auf Gold scheint bullish zu sein", resümiert er. (kb)

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