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Hedgefonds-Traumjobs schwinden angesichts harter neuer Realität

Graybeards - also Hedgefondsmanager über 50 - haben es in dem aktuellen Umfeld alles andere als leicht, sich selbständig zu machen oder einen Job in der Branche zu finden. Aber auch für die Youngsters haben sich die Aussichten deutlich eingetrübt. Es gilt nun, kleinere Brötchen zu backen.

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Kreativität ist das A und O für Hedgefondsmanager, die ihren Job verloren haben. Einer betreibt beispielsweise heute erfolgreich das Stock-Picking von Marihuana-Aktien.
© Aleksandr / stock.adobe.com

Auch erst 30 Jahre alte Analysten sehen sich in einer sich wandelnden Wall Street einem "Gegenwind" ausgesetzt. Automatisierter Handel und passive Investments haben die Stock Picker weniger einflussreich gemacht, schreibt Bloomberg News. Die Gebühren für Hedgefonds seien gesunken, weshalb Analysten zum Ziel von Kürzungen würden. Europäische Vorschriften hätten Analysten arbeitslos gemacht. Und in einem zehnjährigen Bullenmarkt, der von den Niedrigzinsen und den Anleihekäufen der Fed angeschoben wurde, kostente Erkenntnisse, die über "in Schwächephasen kaufen" hinausgingen, zu viel.

Miserable Umfeld für Hedgefondsanalysten
Diese spiegelt die gedämpfenden Aussichten für Hedgefonds wider. In den letzten drei Jahren haben laut Hedge Fund Research weltweit fast 400 mehr Hedgefonds geschlossen als neue eröffnet wurden. Das bedeutet, dass nicht nur mehr Personen auf der Suche nach Arbeit sind, sondern dass es wenig oder keine Bewegung bei den bestehenden Positionen gibt. Ältere Analysten, die in den vergangenen Jahren ihr eigenen Fonds aufgelegt hätten, gehen nirgendwohin, daher stagniert das ganze Gebilde.

Selbst erfolgreiche Firmen stehen auf der Kostenbremse
Die überlebenden sogenannten Single-Manager-Firmen, selbst die, die Dutzende von Milliarden verwalten, werden schlanker geführt, sagt Ilana Weinstein, Gründerin und Chief Executive Officer der IDW Group, einem Personalvermittler für Hedgefonds, gegen über Blloomberg. „Wenn wir über das Analystensterben nachdenken, dann müssen wir meiner Meinung nach eine Stufe höher gehen und über das Sterben der meisten Hedgefonds sprechen”. Erst Anfang Dezember hat Dmitry Balyasny die Zahl der Mitarbeiter in seiner gleichnamigen Firma um 125 Personen oder etwa ein Fünftel reduziert, wie Bloomberg erfuhr.

Jammern auf hohem Niveau: Nur wenige darben
Viele der erfahrenen Analysten verdienten oder verdienen noch immer einen mittleren bis hohen sechsstelligen Betrag, mit viel Potenzial nach oben in einem guten Jahr. Aber viele sehen sich auch mit etwas Schlimmerem konfrontiert, nämlich der Panik, die sie ergreift, wenn sie realisieren, dass sie ihre Karriereziele nie erreichen werden. Sie werden möglicherweise niemals Partner werden oder eine eigene Firma gründen. Sie stecken fest.

Analysten müssen sich auch im Offshore-Wettbewerb behaupten
Das Softwareunternehmen Linedata Services hat 35 ehemalige Sell-Side-Analysten, die von Mumbai aus arbeiten und helfen, 14 Kunden - hauptsächlich Hedge-Fonds - zu unterstützen.  "Hedgefonds haben Leute entlassen, weil ihre Aktiva schrumpften", sagte Jonathan Shapiro, ein leitender Direktor von Linedata im Bloomberg.Talk. "Wir bieten ihnen jemanden der ebenso qualifiziert ist und bereit ist, diese Arbeit für einen Bruchteil der Kosten zu erledigen."

Welche Möglichkeiten gibt es noch?
Große Multi-Manager-Plattformen wie Citadel stellen Dutzende von Mitarbeitern ein - und entlassen ebenso viele. Mit den MiFID-II-Finanzvorschriften in Europa wachsen auch Boutique-Research-Unternehmen. Und einige Analysten verweisen auf eine andere Option: Ihren Job, eine Branche zu analysieren, aufzugeben, um tatsächlich in die Branche einzusteigen.

Vom IT-Branchenanalysten zum IT-Programmierer
Quentin Koh, ein ehemaliger Analyst bei einem Makrofonds, beobachtete, wie Daten- und Informatiker die fundamentalen Analysten immer mehr ablösten. Jetzt macht er etwas dagegen. Mit 30 Jahren hat er die Flexibilität, die viele seiner älteren Kollegen nicht haben, und sah eine Chance, seine Karriere auf einen lukrativeren Weg zu lenken. Anfang dieses Jahres gab er seinen Job auf, um Codieren zu lernen.

Kreativ werden - mit Marihuana-Stock-Picking
Nach einer zweijährigen Stehzeit wurde etwa der ehemalige Hegdefondmanager Goldburg kreativ. Er ist jetzt Partner bei Merida Capital Partners in Manhattan, wo er die Gewinner in der Marihuana-Branche herauspickt. Es ist ein Risiko, aber eine sinnvolle Arbeit, die sich lohnt. "Bevor ich Cannabis gefunden habe, war es sehr deprimierend", sagte Goldburg. „Diese Chance ist unter Wachstums- und Verdienstaspekten viel interessanter und aufregender. Wenn man die richtigen Namen aussucht, wird es große Marken und große Unternehmen geben, die die Pfizers und Mercks in 15 Jahren sein werden.” (kb)

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