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Hedgefonds-Manager kritisiert Covered-Call-ETFs

Benn Eifert, CO-CIO von QVR Advisors (Quantitative Volatility Research), warnt vor überladenen Optionsstrategien, zu denen amerikanische Blockbuster-Fonds wie der J.P. Morgan Equity Premium Income ETF (JEPI) sowie der YieldMax MSTR Option Income Strategy ETF (MSTY) gehören. Das berichtet etf.com.

Benn Eifert, Managing Partner und Co-CIO bei QVR Advisors
Benn Eifert, Managing Partner und Co-CIO bei QVR Advisors© QVR Advisors

Hedgefonds-Manager Benn Eifert nahm kein Blatt vor den Mund, wenn es um Covered-Call-Strategien ging, wie sie einige der beliebtesten ETFs nutzen. „Systematisch blind Optionen zu verkaufen ist eine schlechte Idee. Es ist deutlich schlechter als Aktienbesitz“, schrieb Eifert auf der Plattform X und warf „Scharlatanen“ vor, Kleinanleger zu ködern. Der Managing Partner und Co-CIO bei QVR Advisors sagte, diese Strategien hätten vor 2010, als die Optionsmärkte noch „eine Art Rückstau“ hatten und die Risikoprämien relativ hoch waren, gute Ergebnisse erzielt.

Aber 2012 war dieser Vorteil erodiert
Pensionsfondsberater begannen, großen institutionellen Kunden „aktienähnliche Renditen mit geringerem Risiko durch Optionsverkäufe“ zu versprechen und zogen so zig Milliarden US-Dollar in diese Strategien. Auch Privatanleger – sowohl Hobby-Trader als auch Anleger über Vermögensverwalter – stürzten sich auf den Markt. In jüngerer Zeit haben Covered Calls und andere Optionsverkaufsstrategien innerhalb von ETFs stark zugenommen und aus einer einstigen Nischenstrategie für institutionelle Anleger eine etablierte Ertragsstrategie für den breiteren Markt gemacht.

Der Teufel liegt im Detail bei den Volatilitätsschwankungen
Dieser Kapitalzufluss in einmonatige Near-the-Money-Optionen habe die Marktstruktur verändert, argumentierte Eifert, indem er die Prämien drückte und die Performancelücke zugunsten des Aktienbesitzes verschob. „Der Verkauf dieser Call-Option ist nur ein Trade. Sie werden bei diesem Trade Geld verlieren, wenn die Aktie stark steigt“, sagte Eifert. „Und wenn die Aktie volatil ist – also stark steigt und dann stark fällt –, werden Sie abgezockt. Denn wenn sie stark fällt, kassieren Sie nur eine kleine Prämie, aber wenn sie stark steigt, werden Sie abgezockt. Genau das ist die Natur eines Short-Volatility-Trades.“

Die Renditelücke
Die Zahlen bestätigen seine These. Der Global X S&P 500 Covered Call ETF (XYLD), der monatliche At-the-Money-Calls auf den S&P 500 verschreibt, erzielte seit seiner Auflage im Jahr 2013 eine Rendite von 143 Prozent. Der Vanguard S&P 500 ETF (VOO) legte im gleichen Zeitraum um 405 Prozent zu. Der Global X Nasdaq 100 Covered Call ETF (QYLD) zeigt ein ähnliches Muster: 138 Prozent seit Auflage gegenüber 639 Prozent beim Invesco QQQ Trust (QQQ).

JEPI macht den gleichen Kompromiss
Selbst der J.P. Morgan Equity Premium Income ETF (JEPI), der größte aktiv verwaltete ETF mit einem Vermögen von 41 Milliarden US-Dollar, kann sich dem strukturellen Nachteil des kontinuierlichen Verkaufs von Calls nicht entziehen. JEPI hält ein aktiv verwaltetes, value-orientiertes Portfolio mit geringer Volatilität und nutzt Equity-Linked Notes (ELN), um einmonatige, aus dem Geld liegende Calls auf den S&P 500 zu schreiben.

Laut Marketingmaterialien von J.P. Morgan strebt JEPI jährliche Ausschüttungen von etwa sechs bis zehn Prozent zuzüglich eines gewissen Aktiengewinns an. Seit seinem Debüt im Jahr 2020 ist er um 78 Prozent gestiegen und übertrifft damit die 64 Prozent von XYLD, liegt aber immer noch deutlich hinter den 138 Prozent von VOO.

Rendite-Werbeobjekte?
Einige Befürworter argumentieren, diese Fonds seien „Rendite-Werbeobjekte“ und sollten nicht direkt mit Standard-Aktienfonds verglichen werden. Tatsächlich vergleicht JEPI auf seiner eigenen Website die Rendite mit US-Hochzinsanleihen und zehnjährigen Staatsanleihen.

Nach unten offen
Im Gegensatz zu Anleihen ist JEPI jedoch weiterhin einem Großteil der Kursverluste von Aktien ausgesetzt (abzüglich der Prämie aus dem Verkauf von Calls). Als der S&P 500 während der diesjährigen Zollturbulenzen von Februar bis April um 19 Prozent fiel, brach der JEPI um 14 Prozent ein.

MinVol ETF mit geringerem Drawdown als die Coverd-Call-Strategie

Im Vergleich dazu fiel der iShares MSCI USA Min Vol Factor ETF (USMV), der ebenfalls auf Aktien mit geringem Volatilitätsniveau abzielt, aber keine Calls verkauft, in diesem Zeitraum nur um 9,7 Prozent. Im Übrigen sei der USMV seit der Einführung des JEPI um 73 Prozent gestiegen, was sich kaum von den 78 Prozent des JEPI unterscheidet, so die Plattform etf.com.

Einzelaktien-Covered-Call-ETFs
Eifert kritisierte auch den Boom bei Einzelaktien-Covered-Call-ETFs, wie denen von YieldMax. „Es gibt mittlerweile unzählige YieldMax-ETFs, die Covered Calls auf einzelne Titel anbieten. Schauen Sie sich jeden einzelnen an und vergleichen Sie ihn mit dem Besitz des Basiswerts. Sie verlieren einfach Geld.“

Quod erat demonstrandum
Einer der beliebtesten, der YieldMax MSTR Option Income Strategy ETF (MSTY), schreibt Calls auf MicroStrategy. Das Unternehmen weist eine Ausschüttungsquote von 84 Prozent auf und hat allein in diesem Jahr 5,3 Milliarden US-Dollar seiner 5,6 Milliarden US-Dollar Assets eingenommen. Seit der Markteinführung im Februar 2024 ist es jedoch um 272 Prozent gestiegen und liegt damit deutlich unter dem Plus von 420 Prozent der MSTR-Aktie.

Never say never again
Eifert betonte, er sage nicht, dass Anleger niemals Optionen verkaufen sollten. „Aber verkaufen Sie nicht blind dieselben Optionen wie alle anderen, nur weil soganannte Experten dazu raten.“ (kb)

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