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Hat sich China die japanische Grippe eingefangen?

Durch geschickte Kursänderungen könnte China eine Bruchlandung noch verhindern, sagt Nikko-Anlageexperte Robert Mann. Im Gegensatz zu Japan hat die chinesische Führung den festen Willen, Finanz- und Immobilienblasen zu verhindern.

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China Wirtschaftswachstum schwächelt, dennoch wird das Riesenreich die Geschichte Japans nicht wiederholen, ist Robert Mann, Portfoliomanager für den Bereich asiatische Aktien bei Nikko Asset Management, überzeugt. Japan hat zugelassen, dass der Yen massiv an Wert zulegt und sich zeitgleich Zwillingsblasen am Immobilien- und am Finanzmarkt aufblähten. Außerdem hat es das Land versäumt, Innovationen in Schlüsselindustrien voranzutreiben.

"China könnte diesem Schicksal durch geschickte Kursänderungen entgehen", sagt Mann. Denn im Gegensatz zu Japan hat die chinesische Führung den festen politischen Willen, derartige Exzesse zu verhindern, etwa durch die Kontrolle des Renminbi.

China hat Japans schwerwiegenden Fehler erkannt, die heimischen Industrien nicht zu weiteren Innovationen angetrieben zu haben. So hat sich die Initiative "Made in China 2025" zur Aufgabe gemacht, die Volksrepublik auf die Weltbühne zu heben und ihre Zukunft als wichtiger Spieler in der globalen Wirtschaft zu sichern. "China wird weiterhin beträchtliche Kapitalbeträge in diese Industrien investieren und nach Möglichkeiten suchen, Unternehmen mit global wegweisendem geistigen Eigentum zu kaufen", so der Anlageprofi.

Reformen gehen in die richtige Richtung
Durch seine rasante wirtschaftliche Entwicklung hat China ein Einkommensniveau erreicht, ab dem das Wachstum traditionell nachlässt und es schwieriger wird, den Wohlstand weiter zu steigern. "Wir sind aber überzeugt, dass China nicht in die Falle des mittleren Einkommens tappt, wenn es seine Reformen konzentriert fortsetzt", sagt Mann. Die angestoßenen Wirtschaftsreformen der vergangenen drei Jahre sind Schritte in die richtige Richtung. Die meisten chinesischen Provinzen arbeiten daran, Gastarbeitern einen Wohnsitz zu gewähren und ihre Wohnungs-, Bildungs- und sonstigen Grundbedürfnisse zu decken. Zudem hat Peking die Liberalisierung vorangetrieben und ausländischen Unternehmen einen besseren Zugang zum Markt ermöglicht. (fp)

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