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Hat ESG Investing wirklich Einfluss auf die Unternehmen?

Was ESG-Investmentstrategien motiviert, ist die Möglichkeit, durch Portfolioentscheidungen Einfluss auf das Verhalten von Unternehmen betreffend Einhaltung von Nachhaltigkeitskritierien zu nehmen. Scientific Beta als Teil des EDHEC Risk-Institute untersucht den Einfluss von Divesting und Engagement.

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© thithawat / stock.adobe.com

Oft wird argumentiert, dass Investoren, die mit dem Verhalten eines Unternehmens in ESG-Belangen unzufrieden sind und eine Änderung herbeiwünschen, als Aktionäre engagiert bleiben müssen, also Engagement zeigen. Auch herrscht landläufig die Überzeugung vor, dass ein unzufriedener Investor, der seine Aktien abstößt, damit Einfluss verliert. Divesting, also die Aktienveräußerung, wird oft als passiver Ansatz (Abstimmung mit den Füßen) und damit quasi als Kapitulation denn als eine Form der Aktion betrachtet.

Neue Scientific Beta-Studie aus der EDHEC-Schmiede
In einer neuen Publikation mit dem Titel "ESG Engagement and Divestment: Mutually Exclusive or Mutually Reinforcing?" argumentiert Scientific Beta, dass sowohl Divestments als auch Engagement Handlungen sind, die Veränderungen herbeiführen, und illustriert dies an Hand empirischer Beispiele aus akademischen Studien, die aufzeigen, dass beide Handungsweisen effektiv sein können. 

Divestment und Engagement schließen sich nicht aus 
Das Papier von Scientific Beta zeigt auch, dass beide Startegien kompatibel sind. Durch die an Bedeutung gewinnenden sogenannten "Collaborative Engagement" Kampagnen, bündeln Aktionäre und Investoren, die nicht engagiert sind, ihre Kräfte. Sie belegen, dass das Ausscheiden aus dem Aktionärskreis nicht das Ende der Möglichkeiten eines Investors bedeutet, sich für die ESG-Sache bei einem bestimmten Unternehmen zu engagieren. Divestment und Engagement schließen sich nicht aus, ja sie verstärken sich vielmehr.

ESG-Mix-Strategien können zu ungewünschten Resultaten führen
Jene Investoren, die ESG Divestment-Strategien für nicht kompatibel mit Engagement halten,  betrachten manchmal integrierte ESG-Mix-Strategien als guten Match mit ESG Engagement. Leider kann diese Art des Ansatzes, der bedeutet, dass das Gewicht einer Aktie das Ergebnis sowohl der finanziellen wie auch der nicht-finanziellen ESG-Charakteristika ist, zu einer Investment-Politik führen, die überhaupt nicht mit den formulierten strategischen Zielen übereinstimmt. Als Beispiel führt Scientific Beta in der Studie den Fall von Low Carbon-Strategien an, wo an Scores orientierte oder optimierungsbasierte Ansätze zwar tatsächlich zu einer starken Verringerung des CO2-Ausstoßes auf Portfolioebene, gleichzeitig aber zu einer Erhöhung von Investments in den kohlenstoffintensivsten Firmen führen. 

Top-Down ESG-Strategien sind vorzuziehen
Im Gegensatz zu diesen ESG Mix-Strategien konzentrieren sich die Top-Down ESG-Strategien, die einfache ESG-Filter verwenden und die größten Kohlenstoffemittenten vorweg aus dem Anlageuniversum eliminieren, auf das Divestment der ESG-Nachzügler und senden damit ein klares Signal an alle Firmen und Interessengruppen (Stakeholder) aus. In Kombination mit ESG Engagement, im Speziellen durch kollektive ESG Kampagnen, legt ein ESG Filter den Grundstein für eine effektive ESG Investment-Politik. (kb)


 

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