Logo von Institutional Money
Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Harald Holzer: Märkte zwischen Korrektur und Bärenmarkt

Anlässlich des Kathrein Talk 2019 ging der Vorstand und Chefanlagestratege (CIO) der Kathrein Privatbank der Frage nach, ob es sich beim Kursrückgang der letzten Wochen nur um eine gesunde Korrektur oder um einen Bärenmarkt handelt und wie es an den Märkten weitergehen könnte.

Vergrößern
Rezessions-Risiko grafisch in Bild
Hohe Rezession-Risiken
Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession ist extrem hoch und liegt bei etwas mehr als 90 Prozent. Das Modell von Ned Davis Research spiegelt die Entwicklung unterschiedlicher Vorlauf-Indikatoren von 35 OECD Ländern wieder. Ab einem Wert von 70 gilt die Wahrscheinlichkeit einer Rezession als hoch.
 

„2018 zählt zu den zehn schlechtesten Kalenderjahren für Aktien seit 1973. Die Performance für den globalen Aktienmarkt war die schwächste seit 2011“, leitete Harald Holzer, Chefanlagestratege (CIO) der Kathrein Privatbank, seinen Marktrück- und Ausblick beim 10. Kathrein Talk vor Kunden der Wiener Privatbank und vielen professionellen Marktteilnehmern ein.

Allein der letzte Monat des Jahres 2018 war der schlechteste Dezember seit dem Depressionsjahr 1931. Laut Holzer stelle sich damit die Frage, nach welchem krisenhaften Auslöser Investoren das Anlagejahr 2018 zukünftig wohl benennen werden. Sein Vorschlag, den er aber nur als „Arbeitstitel“ sieht, wäre etwa „Trumpscher Handelskrieg“ als Bezeichnung für jenes Feld, das Sie der ersten Grafik der Bildergalerie entnehmen können und das die größten Krisenzeiten wie „Dot-com-Bubble“ oder „Lehman-Krise“ seit 1973 auflistet.

Holzer erinnerte, dass letztes Jahr 93 von 100 Anlagekategorien einen negativen Ertrag gemessen in US-Dollar verzeichneten. Dies sei der höchste Prozentsatz seit 1901. „Historisch handelte es sich wohl um eines der schlechtesten Jahre für alle Anlagekategorien“, erklärte Holzer und verwies dabei auf eine entsprechende Grafik, die zeigt, dass Diversifikation gerade in stark fallenden Marktphasen nicht gut funktioniert.

Korrektur oder bereits Bärenmarkt?
Bevor Holzer der Frage nachging, ob wir uns in einer Korrektur oder in einem Bärenmarkt befinden, definierte er die beiden Begriffe. Als Korrektur erachtet er einen Performancerückgang von über zehn Prozent, wobei die minus 20 Prozent-Marke noch nicht überschritten wird. Wohingegen ein Bärenmarkt ein Preisrückgang von einem zuvor erreichten Höchststand von mehr als 20 Prozent sei.

Im Jahr 2018 erreichten Aktienmärkte unterschiedlicher Regionen zwischen Jänner und Oktober neue Höchststände, diese befinden sich jedoch durch das schwache 4. Quartal zumindest in einer Korrektur. Der globale Aktienmarkt ist aus Sicht von Holzer nicht in einem Bärenmarkt, da die 20 Prozent Verlustschwelle nicht erreicht wurde.

Korrektur eröffnet Opportunitäten
Haben die Aktienmärkte einen Rückschlag von zehn Prozent erreicht, entwickelte sich in sieben von 16 Fällen ein Bärenmarkt mit einem Verlust von zumindest 20 Prozent. Eine Korrektur ist in der Regel von kurzer Dauer und ist nach circa drei Monaten vorbei. Falls sich der bis Ende Dezember andauernde Kursrückgang nur als „Korrektur“ herausstellen sollte, hätten die Marktteilnehmer aus historischer Sicht das Schlimmste einer Korrektur hinter sich und sollten ans Aktien-Kaufen denken. Befinden wir uns in einer Korrektur, würde es von jetzt sechs Monate dauern, bis neue Höchststände erreicht werden.

Befinden wir uns hingegen doch in einem Bärenmarkt, fällt der Markt, abgeleitet aus den historischen Durchschnitten, um rund 30 Prozent in den nächsten elf Monaten bis November 2019, würde aber auf Basis historischer Daten im Oktober 2021 ein neues Höchst erreichen (siehe Grafik oben in der Bildergalerie).

Rezessions-Wahrscheinlichkeit extrem hoch
Laut Einschätzung Holzers, der sich dabei auch auf Daten von Kooperationspartner Ned Davis stützt, liegt die Wahrscheinlichkeit einer kurz bevor stehenden Rezession bei über 90 Prozent (siehe Grafik). Dabei ist festzuhalten, dass Ned Davis unter Rezession kein negatives Wirtschaftswachstum in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen versteht, sondern ein im Vergleich zum Vorquartal niedrigeres BIP-Wachstum bereits als Rezession betrachtet.

Wie auch immer eine Rezession im Detail auch definiert wird: Die Kathrein Bank hat bei ihren Mandaten vielfach die Aktienquote gesenkt bzw. innerhalb des Aktiensegments eine stärkere Gewichtung von Qualitätsaktien vorgenommen. (aa)

twitterlinkedInXING

News

Institutional Money Kontakt
Logo von Institutional Money
Institutional Money
c/o FONDS professionell Multimedia GmbH, Landstrasser Hauptstraße 67, EG/Hof, 1030 Wien

Telefon: +43 1 815 54 84-0
Fax: +43 1 815 54 84-18
E-Mail: office@institutional-money.com

Redaktion Köln:
Hohenzollernring 52
50672 Köln
Telefon: +49 221 33 77 81-0
Telefax: +49 221 33 77 81-19
 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren